Sammy Saxo (Lillo Brancato) hat zu leiden. Der Produktionsassi von Mega-Producer Vince Vassar (Daniel Baldwin) ist für diesen nicht mehr als der Fußabtreter. Ihm fehle der richtige Killerinstinkt und er könne nichtmal Sch***e produzieren, wenn er vorher Pflaumen gegessen habe. Das hörte er Jahre lang, doch dann schlägt Sams Killerinstinkt an. Zum Leidwesen von Vince. Es geht um einen Mega-Deal mit deutschen Investoren. Und um Leib und Leben...
Ganz klar eine Low-Budget-Produktion, gedreht zu fast 100 % in nur einer Location, dem Megahaus von Vince. Anfangs kann man bei dem Film noch kaum durchblicken, weil man Sam die Rolle von Vince spielend kennen lernt und weiß, dass hier ein "Ding" am Laufen ist, wenn er mit seinem Komplizen (Joseph Reitman, "Jay & Silent Bob schlagen zurück") grottenschlechte Schauspieler Szenen nachspielen lässt, die für die Überwachungskamera des Hauses gedacht sind. Aber erst im zweiten Drittel springt der Film zurück und bringt etwas Licht ins Dunkel, wonach es im letzten Drittel wieder in der Gegenwart weitergeht.
Dieser Aufbau haut dramaturgisch nur bedingt hin, jedoch ist diese kleine schwarze Thrillerkomödie über das Produzentendasein letztlich allemal unterhaltsam geraten, weil sie nach allen Wendungen zu einem sauberen und fiesen Ende führt, wie man es erwartet.
Hauptdarsteller Brancato ist darstellerisch gerade ausreichende Mittelmaß und auch Kollege Reitman etwa auf diesem Level. Dafür muss man tatsächlich -ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde- den Hut vor Daniel Baldwin ziehen! Vielleicht ein einmaliges Event aber seinen Auftritt als widerlicher Vince spielt er mit einer Inbrunst, die man ihm kaum zutrauen würde und eher von Bruder Alec erwartet.
Daneben verschwindet fast der etwas größere Part von Angie Everhart, die mit Baldwin die Lacken im Erotikthriller "Nackte Zeugin" wälzte und hier seine ihn hassende Frau spielt. Costas Mandylor gibt den "Tennislehrer"/Liebhaber und in einer kleinen Rolle, die kaum mehr als ein größerer Cameo ist, tritt Michael Madsen ("Species", "Kill Bill") als Megafilmstar auf. Zwar wirklich nur ein Cameo, aber den meistert er mehr als souverän, spielt dauergrinsend fröhlich und entspannt drauf los. So würde man ihn als Fan gerne wieder öfter sehen.
Fazit: Eine offensichtlich günstige Produktion, der die Ablaufverschachtelung im an Quentin Tarantino angelegten Stil nicht gut bekommt und bei der leider am Ende auch eine Frage offen bleibt. Dafür ist der Film herrlich fies, bietet einige Seitenhiebe auf Hollywood, eine starke Gastperformance von Daniel Baldwin und 'nen locker-coolen Cameo von Michael Madsen. Das gibt dann doch noch knapp 3 Punkte.
Zur DVD: Das Making Of ist mit 8 Minuten etwas kurz aber nett. Die Interviews kann man fast vernachlässigen und ansonsten gibt es nur eine Handvoll Trailer (allerdings nicht zum Film selbst) sowie eine recht nette Bildergallerie und ordentliche Biografien als Texttafeln. Das ist nicht viel aber immerhin etwas und dem Produktionsstandart des Filmes angemessen. Da Bild und Ton (D/GB) in Ordnung gehen gibt es hier zum meist sehr günstigen Preis keine Wertungsabzüge.