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Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen.
 
 
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Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen. [Taschenbuch]

Michael Zinganel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 360 Seiten
  • Verlag: edition selene; Auflage: 1. Aufl. (Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852661226
  • ISBN-13: 978-3852661223
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,2 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.678.194 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Verbrechen jeglicher Art setzen zuallererst ein zu brechendes Regelwerk voraus, sowie eine Autorität, die dieses Regelwerk verwaltet und exekutiert. Dazu erforderlich sind soziale und räumliche Strukturen des Überwachens und Strafens, "Zivilisierungsräume" (Foucault), öffentlich exekutierte Strafmaßnahmen, Strafanstalten und eine entsprechende Kriminalberichterstattung.

Aus dem Inhalt: I.: Was ist Kriminalität? - II.: Was ist Angst? - Architecture of Fear - III.: Kurzgeschichte in Fallbeispielen - Von der Vertreibung aus dem Paradies zu den Firewalls des Datenraums u. v. m.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Überraschendes übers Verbrechen, 10. März 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen. (Taschenbuch)
Da werden einem die Augen geöffnet, wie sehr unsere Gesellschaft, Entwicklung, Architektur und Wertschöpfung von vermeindlich destruktiven Verbrechen gefördert werden. Sehr informativ und spannend!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Aus der Sicht der Graffity-Forschung, 16. Dezember 2003
Rezension bezieht sich auf: Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen. (Taschenbuch)
Wer nicht mit geschlossenen Augen durch Leben zu gehen bereit ist und sich Fragen stellt, wie die Menschen gemachte Umwelt und das Zusammenleben sich gegenseitig durch dringen ? und diese Fragen stellen sich vielfältigst bei der Graffitiforschung ?, der bekommt hier eine kompakte, fesselnde Einführung in was man umfassend als Stadtökologie umschreiben kann.
Man wird verwundert werden können zu lesen was alles (und oft bis ins kleinste Detail) schon untersucht wurde um "Sicherheit" zu erzeugen und wie durchmilitarisiert das Denken der damit Befassten inzwischen geworden ist.

Trägt man sein Wissen über Graffiti im Hinterkopf und liest dieses Buch, können einem "Schuppen von den Augen fallen" und etliche Fragen, die man sich vielleicht immer einmal gestellt hat, können hier das Werkzeug zur Verfügung gestellt bekommen, sie zu beantworten.

So eine kompakte, lebendige Darstellung.......da wird Lesen zum Genuss, auch wenn es einen oft aufregen kann WIE sehr wir schon lange manipuliert werden OHNE dass wir je darüber nachdenken.
ABER: Das sollen wir auch nicht! Wird Zeit aufzuwachen.......

Gutes Lesefutter!

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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen CRIME DOES NOT PAY !, 16. Dezember 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Real Crime. Architektur, Stadt und Verbrechen. (Taschenbuch)
Falsch, schreibt Karl Marx, "Verbrechen" zahlt sich sehr wohl aus - nicht immer für "den Verbrecher" oder sein Opfer, wohl aber für "die Gesellschaft". Denn Marx zufolge produziert "der Verbrecher" nicht nur "das Verbrechen" selbst, sondern auch alle gegen "das Verbrechen" gerichteten Maßnahmen, die Polizei, das Strafrecht, die Strafjustiz und das Gefängnis, sowie alle Formen von Kriminalberichterstattung: ob in den "schönen Künsten", in wissenschaftlichen Publikationen oder in den Massenmedien.

Crime sells! Nicht nur in der Unterhaltungsindustrie, sondern auch in der Planung. Die Angst, die durch reales oder auch nur imaginiertes Verbrechen evoziert wird, bildet sich in unzähligen präventiven bautechnischen, architektonischen und städtebaulichen Maßnahmen ab: in Fortifikationsanlagen gegen die Feinde von außen und Kontrollarchitekturen gegen die Feinde von innen. Aus der Geschichte realer und symbolischer Befestigungs- und Präventionsmaßnahmen gegen "das Verbrechen" ließe sich demnach - so die These - eine Indizienkette zur Neuformulierung der Architekturgeschichte formen.

Das Verbrechen wirkt jedoch weit über die Präventionsmaßnahmen gegen zukünftiges Verbrechen hinaus. In den entfremdeten Lebensverhältnissen in den anwachsenden Großstädten diente die Berichterstattung über das Verbrechen den Massen als Identität stiftender Gesprächsstoff, der die einander Fremden zu einer Gemeinschaft, zu einer "imagined community", zusammenschließt und ihnen vorerst unbekannter Räume zumindest mental zu erschließen hilft (und dabei als Orte des Verbrechens diabolisiert).

Das Buch beginnt mit einer historischen Abhandlung über die Auseinandersetzung von Kunst, Wissenschaft und Massenmedien mit "dem Verbrechen", die zur Mythenproduktion einer "gefährlichen" Großstadt und vor allem zur Diabolisierung der Quartiere der Armen und Zuwanderer maßgeblich mit beigetragen haben. Danach folgen Beispiele, wie diese tradierte Angst vor bestimmten Individuen oder Stadtteilen für die Sicherheitstechnik, Architektur und Stadtplanung produktiv gemacht wurde: Diese Beispiele reichen von alltäglichen Verbrechen und den entsprechenden Präventionsmaßnahmen (von der Verbesserung des Türschlosses bis zur "gated community") bis zu seltenen, außergewöhnlichen Ereignissen wie dem Attentat vom 11. September 2001, deren direkte Folge die sukzessive "Modernisierung" und "Ausdifferenzierung" der Sicherheitstechnik ist.

Der "Verbrecher" ist - in Marx Worten - der Stachel, der den produktiven Kräften "einen Sporn" gibt, der sie unentwegt zu Innovationen antreibt - und dadurch Wachstum garantiert, und zwar mehr als so manch anständigeres Gewerbe.

Allerdings muss dabei "das Verbrechen? nicht unbedingt im Realen
stattgefunden haben, oder real erfahren worden sein, um produktiv zu werden. In einer Riskogesellschaft kann seine mediale Repräsentation (in Massenmedien wie Tageszeitungen und TV) genügen, um produktive Angstgefühle wachzurufen. Und in den neuerdings ausschließlich auf Konsum ausgerichteten Stadtkonzepten können bereits Zeichen von Armut oder Fremdheit ausreichen, um bestimmte Individuen als störend zu empfinden, sie als unerwünscht zu stigmatisieren, sie zu kriminalisieren, und zu deren Kontrolle oder gar Ausschluss wiederum neue verbesserte Techniken zu entwickeln...

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