Manchmal sagt man ja, die Platten die sich einem erst nach 3,4-maligem Hören erschließen seien die besten, doch seien wir mal ehrlich: viel besser sind die Werke, die einen vom ersten Takt an packen. Und hier ist wieder so ein's Razorlight's zweites, selbstbetiteltes Album.
Wenn die ersten Takte von "In the Morning" losgehen ist man bereits verloren an dieses kleine feine Pop-Meisterwerk, welches mit sonnigen Melodien, schnittigen Popsongs und kühlen Riffs umd die Ecke kommt. Das Razorlight in England schon zu den ganz großen gehören und sich von NME über Q Magazine jeder mit Lob über das Quartett überschüttet, ja, das verwundert nicht wirklich.
Die Band vereinigt alles, was den "Cool Britannia"-Britpop der letzten 30,40 Jahre ausmacht. Indie-Mädels werden zu "In the Morning", "Fall to Pieces" oder "Pop Song 2006" tanzen und Hinternschütteln, der Rest entdeckt aber auch mit "America" oder "Who needs Love?" wunderschöne melodische Nummern, die direkt aus einer anderen, längst vergangenen Glanzzeit des Pop stammen. Super Arrangements, Texte aus dem Leben gegriffen... das ist einfach tolle Popmusik, wie sie sein muss und wie sieht heute klingen sollte. Ist ja klar, dass Razorlight da nicht nen Quantensprung machen oder das Genre neu erfinden. Aber wie ich schon öfters geschrieben habe: solange die Songs so stark sind, ist all dieses Gerde unnütz. Und starke Songs... davon haben Razorlight gleich 10 Stück am Start. Diese Nummern haben Beat, Biss und Seele und keiner davon ist wirklich schlecht.
Endlich mal wieder ein Britpop-Album, welches man durchhören kann. Der ideale Soundtrack für den "Sahara-Sommer". Da sollten alle Anwärter auf das Album des Jahres erstmal vorbeikommen.