Zu meinem neuen Notebook mit integriertem Bluetooth gehörte eine neue Maus. Ich kaufte mir über Amazon die Orochi.
Wichtig war mir eine Anbindung an den Rechner über Funk, Technologie war erstmal zweitrangig.
Also kein Kabelsalat, ständig an Buchsen rumfruckeln wenn ich irgendwo hin will.
Die schon magere Ausstattung an USB-Anschlüssen sollte ebenfalls nicht dauerhaft mit irgendwelchen Empfängern blokiert sein, egal ob Micro- oder Maxi-empfänger.
Zweitrangig, aber nicht unwichtig, war für mich ebenfalls die Möglichkeit auch mit spielen zu können. Negative Erfahrungen schlossen NoName-Produkte aus.
Bei diesen Kriterien wird die Wahl schnell recht eng.
Nach einigen Stunden Recherche hatte ich folgende Mäuse in die engere Auswahl bezogen:
Microsoft BT 5000
Logitech M555b
Razer Orochi
Razer Mamba
Die Logitech war von vornherein (sehr sehr gute Erfahrungen) mein Favorit.
Diesen Vorsprung verspielte sie letzlich restlos wegen der geänderten Mausradbelegung.
Ich nutze die mittlere Maustaste permanent, und normalerweise besitzt sie sowieso schon eine Software-Scrollfunktion.
Schade, echt Schade. Das wäre mein Wahl gewesen.
Ich sah die Logitech zusammen mit der Microsoft im Mediamarkt.
Die Microsoft war, trotz guter Bewertungen und Eigenschaften, zu klein, fast winzig. Sie schied deshalb aus.
Die Logitech hatte hingegen eine ansprechende Größe, lag gut in der Hand. Ich wertete sie als größere Notebook- oder kleine Desktopmaus.
Apropos Größe.
Man liest immer nur "kleine Frauenhände" "Männerhände" usw. Kein wirklicher Vergleich oder?
Ich habe immer einen gesucht deshalb hier:
Meine Hand ist von der Handwurzel 20,5 cm lang, und ohne Daumen 9 cm breit.
Im Augenblick schiebe ich an der Logitech RX250 rum (11,5 x 6 x 4 cm) die ich als angenehm empfinde, da ich dort meine Handinnenfläche leicht auflegen kann.
An meinem Desktop habe ich noch eine etwas größere Logitech die dann auch die letzten Lücken zur Hand schließt und wie angegossen sitzt.
Die Maße habe ich übrigends direkt an der Maus gemessen, da hier bei Amazon teilweise falsche Abmessungen oder die der Packungen stehen.
Die Mamba schreckte mich wegen des Preises, aber letztlich wegen der kurzen Akkulaufzeit ab. Gut war daran die Möglichkeit die Maus wieder am USB-Kabel aufzuladen.
Die Orochi (9,8 x 6,5 x 3,8 cm) ist etwas kleiner als die oben genannte RX250, so das ich bei ihr die Handinnenfläche gerade noch so auflegen kann. Es entsteht der Effekt sie nur noch mit den Fingerspitzen herumschieben zu wollen, ist damit aber im Grenzbereich zur RX250.
Die Orochi ist aber um einiges größer als die reine Notebookmaus meiner Freundin (8,5 x 5 x 3), womit längeres Arbeiten schnell zur Qual wird.
Deshalb werte ich die Orochi wie die Logitech M555b als größere Notebook- oder kleine Desktopmaus. Längeres arbeiten ist bei meiner Handgröße problemlos möglich, aber nicht optimal.
Das Design der Orochi ist wirklich überdacht und gut, doch nicht sehr gut. Sie ist symmetrisch, sollte also für Rechts- und Linkshänder geeignet sein. Beim Einsetzten der Batterien (was sich Unterwegs oder im Ausland als Vorteil erweisen sollte, ansonst ladbare Akkus) gab es bei mir einen positiven Aha-Effekt für ein durchdachtes technisches Design der Deckschale.
Zu den Tasten: Die Standardtasten und das Rad sind optimal. Wärend die Zusatztasten auf der Daumenseite gut erreichbar sind, werden sie auf der anderen Seite zum Geduldsspiel. Dann die Tastaur zu benutzen geht schneller.
Insgesamt sind die Zusatztasten zu weit nach innen gelegt und schlecht bedienbar. Razor - einen Milimeter nach außen ziehen bitte!
Hauptsächlich deshalb, aber auch wegen der englischlastigen Software, gibt es insgesamt von mir einen Stern weniger. Bei einer Nootebookmaus dieser Preisklasse erwarte ich so etwas nicht.
Verbesserungswürdig!
Zur Orochi gibt es eine kleine Trasporttasche mit einer kleinen Trennplatte die Kabel und Maus voneinander trennt. Die Größe ist gerade so ausreichend um beides problemlos zu verstauen.
Das die Maus über eine Software vielseitig programmierbar ist und diese Einstellungen in der Maus gespeichert werden ist absolut Klasse!
Negativ: Größtenteils englische Website und Software. Schlechte Beschreibung zur Installation in beiden Sprachen.
Bastelstunde und Mitdenken was passiert!
Firmwareupdate der Maus: .Net 2+ benötigt. Habe nachinstallieren müssen und nun etwa 100 MB sinnlos auf der Platte.
Dann Linke + Rechte Taste + Mausrad drücken(nicht rollen). USB-Kabel einstecken startet die Hardwareerkennung von Windows und installiert einen F...bootloader. Internetverbindung. Neustart. Firmware installieren, starten und Tastendruckprozedur wiederholen. Dann erst funktioniert das Firmwarupdate.
Erinnert an Windows 95/98, wo man zig mal testen musste um einen Treiber zu installieren.
Habe dann erst die Software installiert. Bezeichnung als "Driver" - was meine Verwirrung hervorruft.
Dann...endlich - Auswahl der Installationssprache Deutsch. Das eigentliche Programm ist dann komplett in deutsch. Positv.
Fazit:
Wer eine reine Gamermaus mit super Handling/Gewicht/usw. sucht ist hier fehl am Platze! Es ist eine große Notebookmaus!
Kleinere Hände als die Meinen (zum Vergleichen hab ich extra Maße angegeben!) können sie wahrscheinlich aber perfekt benutzen.
Für professionelle Gelegenheitsspieler und Notebookbesitzer ist diese Maus für unterwegs aber absolut empfehlenswert. Und DAFÜR wurde sie gemacht.
Kein Kabelsalat, einfach einschalten und gut, tolle konfigurierbare Auflösung, belegbare Tasten.
Wenn das Nootebook stationär zu Hause steht oder für einen Desktoprechner würde ich eine andere (Funk)Lasermaus nehmen.
Die Möglichkeit, das ganze dann per Software zu steuern, Firmwarupdates (Stromsparen/Ansprechverhalten..) und diese Einstellungen auch auf fremde Rechner mitzunehmen ist allerdings großartig und sollte Vorbild für die Zukunft sein.
Abzug gibt es von mir, wie ich schon schrieb, für die schlechte Softwareinstallation und die zu weit innenliegenden Zusatztasten.
Für das was ich suchte ist diese Maus perfekt. Ich würde sie mir wieder kaufen.
Harzer Roller