Ich habe die Mamba seit 10 Tagen und konnte sie in der Zeit sehr ausführlich testen. Inzwischen komme ich bestens mit ihr zurecht, allerdings war es durchaus ein holpriger Weg dorthin.
Wie bei allen Razer Mäusen ist man in den ersten Wochen quasi Beta Tester. Das erste Firmware Update wurde schon zeitgleich mit der Auslieferung der Maus veröffentlicht. Das Update sollte man auch dringend installieren, da es die Akku-Leitung der Maus optimiert, was ich auch definitiv so bestätigen kann. Allerdings hat mich der Firmware-Update-Prozess um einige Jahre altern lassen, da er mehrmals abgestürzt ist und ich schlimmmstes befürchten musste. Ging letztendlich alles gut, aber für die Zukunft kann man sich nur eine Optimierung der Update-Prozesses wünchen, vor allem weil man zur Zeit für die Lade/Sendestation einen eigenen Update Prozess durchführen muss, was den Nervenkitzel nur verdoppelt.
Dannach konnte ich mich von den Vorteilen der Maus überzeugen. Sie liegt extrem gut in der Hand! Wer die Razer Deathadder kannte und schätzte, weiss was ich meine. Natürlich richtet sich die Maus in dieser Form nur an Rechtshänder. Die Verarbeitung ist so edel, robust und durchdacht, wie es nur geht. Die Maustatsten inkl. aller Seitentasten sind präzise und intuitiv erreichbar. Zuzätzlich zu den bekannten 5-Tasten-System hat die Mamba noch zwei Tasten neben der linken Maustaste. Dieses Design gefällt mir besonders gut, da ich mit dem linken Zeigerfinger ohne Probleme zwei weitere Tasten zur Verfügung habe (Standardmäßig mit der Erhöhung/Verringerung der DPI belegt, lässt sich aber auch mit der Razer Software ändern), die gut zu erreichen sind ohne das man sie unabsichtlich drückt. Optisch ist die Mamba wie eigentlich jedes Razer Produkt über jeden Zweifel erhaben. Wen das beleuchtete Mausrad, die Akku Anzeige oder die beleuchtete Ladestation nerven, der kann diese Effekte in der Razer Software auch ausschalten.
Der eigentliche Clue der Mamba ist ihre Hybrid-Funktion als Wireless und Wired Maus. Das Kabel vom USB Port zur Lade-/Sendestation lässt sich nämlich bei Bedarf auch direkt an der Maus befestigen, wodurch die Mamba jederzeit zu einer kabelgebundenen Maus wird. Dies ist besonders praktisch, falls man mal vergessen hat, die Maus aufzuladen. Als Bonus läd die Maus den Akku im kabelgebundenen Modus dann auch auf. Gut finde ich, daß sich die Mamba auf der Ladestation selbst dann aufläd, wenn der PC aus ist, so ist die Maus morgens immer voll aufgeladen.
Man sollte nur sicher stellen, daß man die Maus bzw Ladestation direkt an einem USB Port am PC hat und nicht an einem USB Hub, da der Ladeprozess gut Energie zieht und ein USB Hub ohne eigene Stromversorgung damit wahrscheinlich überfordert wäre. Ich hatte zusätzlich kurz das Problem, daß meine Mamba im kabelgebundenen Modus garnicht funktionieren wollte, das lag aber daran, daß die Intel Chipsatz Treiber meines Mainboards nicht auf dem neuesten Stand waren. Mit einem Update dieser Treiber war das Problem schnell behoben.
Der Wireless Mode funktioniert wie beworben... naja zumindest fast. Eine Latenz kann ich wirklich nicht verspüren und generell vermag ich keinen Unterschied zum Wired Modus feststellen. Im Grunde also wirklich das, wovon man seit Jahren träumt. Allerdings habe ich ganz selten doch absolut minimale Funkaussetzer, vielleicht 0.1 Sekunden lang. Mir fällt es aber schwer zu sagen, ob dies an der Mamba liegt oder ob es nicht doch Störquellen in meiner direkten Umgebung sind. Jedenfalls sind diese Aussetzer absolut minimal, extrem selten (an manchen Tagen garnicht) und extrem kurz und fallen bei mir nicht in's Gewicht. Im Vergleich zu einer Logitech Wireless Maus, die ich mal vor 3 Jahren getestet habe, ist die Mamba jedenfalls ein Quantensprung noch vorne.
In Sachen Präzision ist die Mamba über jeden Zweifel erhaben. Der neue Sensor arbeitet entsprechend seiner imposanten Werte und die Maus bietet eine unendliche Anzahl von Möglichkeiten, die Sensibilität auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Es gibt allerdings scheinbar einige Benutzer, die Probleme gerade mit der Genauigkeit der Mamba haben. Wer sie besonders empfindlich einstellt, wird gelegentlich bei einem Tastendruck eine leichte Repositionierung des Mauscursors feststellen. Je nach Einstellung reagiert die Mamba nunmal auch dann, wenn eine Mücke neben der Maus hustet oder wenn man sie absolut minimal bewegt durch die Krafteinwirkung eines Mausclicks. Mich persönlich stört dies nicht, empfindliche Naturen sollten eventuell die DPI Zahl der Maus dann runterschrauben.
Die Software der Razer habe ich bisher nicht ausführlich getestet und sie lediglich für weiter oben genannte Einstellungen benutzt. Im Vergleich zur Deathadder ist mir aber aufgefallen, daß die Software schon von Anfang an ausgereift und stabil wirkt.
In Stichworten zusammengefasst kann ich zu der Mamba sagen:
+ Excellente Verarbeitung
+ Brilliante Optik
+ Intelligentes und gut platziertes Tasten-Design
+ Sehr gutes Hybrid Konzept Funk/Kabelgebunden
+ Schneller und verzögerungsfreier Wireless Mode
+ Extrem Präzise
+ ausgereifte Software
- Firmware Updates nur für Leute mit starken Nerven
- Wireless Mode gelegentlich Aussetzer
- eventuell fast schon zu überempfindlich (aber Einstellungssache)
- eventuell Probleme wenn Systemsoftware nicht auf allerneuesten Stand
- nicht für Linkshänder geeignet
- knackiger Preis
Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit der Mamba. Für mich ist sie die erste Wireless Maus, die ich dauerhaft benutzen werde, da das Hybrid Konzept zu überzeugen weiss und der Wireless Mode schnell und stabil genug ist, um zu vergessen, daß die Mamba garnicht am Kabel hängt. Perfekt ist die Mamba allerdings nicht, noch besitzt sie einige Schwächen. Allerdings kann man durchaus guter Hoffnung sein, daß sich diese durch weitere Firmware Updates bzw. Software Updates beheben lassen. Von der Verarbeitung her wird sie jedenfalls perfekt ausgeliefert.
Die Maus ist eine klare Kaufempfehlung für Enthusiasten und Razer Fans, die endlich eine Wireless Maus von diesem Hersteller herbeigesehnt haben. Die Mamba ist auch erste Wahl für jeden, der sehr viel Wert auf Optik auf dem Schreibtisch legt. Sehr empfindlichen Naturen oder sehr vorsichtigen Konsumenten rate ich eventuell dazu, noch 1-2 Monate abzuwarten, ob die genannten Mängel seitens Razer noch ausgeräumt werden. Vielleicht fällt in der Zwischenzeit auch der wirklich knackige Preis von ca. 130,- Euro ;-)