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Und obwohl Ray Of Light oft als Madonnas Eintritt in die Welt der elektronischen Musik bezeichnet wird, darf man zwei Dinge nicht vergessen: Erstens stand ihre Musik dem Dance immer sehr nahe und zweitens ist William Orbit, der an diesem Album mitgearbeitet hat, kein Chemical Brother. Obwohl auf Ray Of Light auch die neuesten Sounds der elektronischen Musik zu finden sind, ist es doch größtenteils eine Platte für Erwachsene, die sich sehr gut in Madonnas Werk einfügt, auch wenn Orbits geschmackvolle Klangkonstruktionen für Madonnas bisher gewagtesten und hippsten musikalischen Hintergrund sorgen. Und das Album ist mit soviel Understatement arrangiert und produziert, daß eine wesentlich beachtlichere Entwicklung ins Auge bzw. Ohr springt: die Gesangsstunden am Set von Evita haben Madonnas Stimme zu einem Umfang und zu einer Tiefe und Klarheit verholfen, die man so vorher von ihr nicht gekannt hat; doch das heißt nicht unbedingt, daß ihrer Musik dadurch mehr Tiefe oder Wahrheit zugesprochen werden kann.
Sie war noch nie ein großer Lyriker; ihre Texte paßten immer dann am besten, wenn sie Slogan-Charakter hatten ("Vogue", "Express Yourself"). Diesmal sucht sie eine größere emotionale Tiefe und versucht sich sogar am Ethno-Techno-Mystizismus ("Shanti/Ashtangi"), was ihr aber nicht so recht gelingen will. Aus "Nothing Really Matters" klingt ein egozentrisches Schulterklopfen, das zu ihrem neu entdeckten Altruismus nicht so recht passen mag.
Man fragt sich, ob Madonna nun, da sie es aufgegeben hat unser "Material Girl" zu sein, Ambitionen hat, auch noch das Zentrum unserer spirituellen Welt zu werden. --Roni Sarig
Aber was ist es, das "Ray fo Light" zu so einem Ausnahmealbum macht? Schließlich ist man doch von Madonna generell viel Gutes gewöhnt. Aber mit Ray of Light hat Madonna der Welt ihre Seele offenbart. Man merkt, dass es echt ist. Dass Sie einmal keine Rolle spielt. Dass ihre Reinkarnation für dieses Album ganz einfach sie selbst ist. Ganz pur.
Das sieht man vor allem an den sehr persönlichen Texten, in denen Sie über die Schattenseiten des Starseins siniert (Drowned World), Ihre Liebe zu Ihrer damals kleinen Tochter kund tut (Little star, Nothing really matters), uns ihre Ängste mitteilt (Mer girl) oder auch die heutige Gesellschaft anprangert (Swim).
Aber auch musikalisch bestreitet Madonna zusammen mit William Orbit neue Wege. Die Songs sind nicht nur inhaltlich tiefer, sondern auch musikalisch. Vom ersten bis zum letzten Ton hat man das Gefühl, sich auf eine spirituelle Reise zu begeben. Die Gelunge Mischung aus Techno Elementen, klassischem Pop und sphärischen Klängen lässt einen einfach nicht mehr los.
Deshalb ist "Ray of Light" auch nicht nur etwas für alte Madonna Fans, sondern schlicht und einfach ein Muss in jedem CD Schrank. Denn nie hat Madonna weniger geklungen, wie die Göre mit den Kreuzen und Gaultier BHs. Nie war sie besser als auf "Ray of Light"!
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