Ich muss gestehen, dass ich vom Bosworth Edition (Verlag) noch nichts gehört hatte, aber als ich in Fulda das Musical RAY" erlebt hatte und total fasziniert war, wollte ich noch mehr über Ray Charles erfahren und habe mich durch das www gegooglet. Ich bin dabei auf eine für mich sehr geniale Biografie gestoßen, die ich mir dann auch bestellt habe. Von meinen Erfahrungen und meiner Meinung zum Buch möchte ich berichten.
Gliederung:
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Das Buch ist in Einführung
Prolog
20 Kapitel (von Wie alles begann" bis Exodus und Epitaph")
Quellenangaben
Bibliographie
Diskographie
Register
gegliedert.
Der Autor:
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Mike Evens ist bekannt für Musikerbiografien. U. A. hat er geschrieben: Woodstock. Die Chronik, Elvis, Marilyn ...
Wie konnte das Buch so topp recherchiert entstehen?
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Am 20. April 1975 hat der Autor ein Interview mit Ray Charles führen können. Dies war im Pickett`s Lock Leisure Centre in Edmonton im Norden von London.
Er hat das Gespräch mitgeschnitten. Es wurde damals im Radio veröffentlicht. Auch Rays Bassist (Edgar Willis) ist maßgeblich am guten Gelingen des Buch beteiligt.
Auch hat der Herausgeber des mir vorliegenden Buches Interviews mit vielen weiteren Menschen geführt, die zum Umfeld von Ray Charles gehörten (Nesuhi Ertegun, zenas Sears, Horace Silver usw. usw.)
Wer war Ray Charles ? - kurzer biografischer Abriss:
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Ray Charles
1930 - 2004 / Biografie
Ray Charles Robinson wurde am 23. September 1930 in Albany, Georgia, geboren und wuchs in Greenville, Florida, auf. Sein Vater kümmerte sich weder um ihn, seine Mutter Aretha oder Rays jüngeren Bruder George. Als er fünf Jahre alt war, musste er hilflos mit ansehen, wie George in einem Waschzuber ertrank. Zu dieser Zeit machte sich bei Ray Charles eine Augenkrankheit bemerkbar, und es stellte sich heraus, dass er unter einem grünen Star litt, der innerhalb von zwei Jahren zu seiner Erblindung führte.
Um ihn trotz seiner Blindheit möglichst selbstständig zu machen, ermutigte die Mutter ihn, allein durch die Kleinstadt zu gehen und sogar sein Fahrrad zu benutzen: "Lass dich niemals zum Krüppel machen!", schärfte sie ihm ein. Im Alter von sieben Jahren schickte sie ihren Sohn in eine staatliche Blindenschule nach St. Augustine - dreihundert Kilometer von ihr entfernt. In der Schule erhielt Ray Charles auch Klavierunterricht und die Gelegenheit, das Spiel auf der Klarinette und dem Altsaxophon zu erlernen.
Nach dem Tod seiner Mutter im Mai 1945 verließ Ray Charles die Schule und zog zu Bekannten nach Jacksonville, Florida. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, meldete er sich bei der Musiker-Gewerkschaft und machte bei Jam-Sessions mit. Blues, Boogie Woogie und Swing spielte und sang er. Seine Vorbilder waren Nat "King" Cole und Charles Brown. Nach einem Jahr in Jacksonville zog er nach Orlando um. Gelegentlich ließ man ihn in einer Big Band mitspielen, aber als er sich während eines Gastkonzerts der Lucky-Millinder-Band in Orlando vorstellte, wurde er abgewiesen.
Verzweifelt zog er nach Tampa und von dort nach Seattle. Endlich verfügte er über ein eigenes Trio, das "McSon Trio", und nahm sogar eine erste Schallplatte auf: "Baby, Let Me Hold Your Hand". Von da an ließ er seinen Nachnamen fort und nannte sich nur noch Ray Charles. Seine Gage ließ sich der Blinde, der seine Augen hinter einer Sonnenbrille verbarg, angeblich stets in Ein-Dollar-Noten auszahlen, um nicht betrogen zu werden.
Luise, einer seiner Geliebten, kam kurz nach der Trennung von ihm mit einem Kind nieder. Er begann zu trinken und wurde schließlich so abhängig vom
Heroin, dass er zwei Injektionen am Tag benötigte.
In Los Angeles, wohin Ray Charles 1950 gezogen war, löste sich sein Trio auf. Er selbst wurde von der Bluesband von Lowell Fulson als Gaststar eingeladen, aber nach zwei Jahren wechselte er von Los Angeles nach New York. Inzwischen suchte und fand der blinde schwarze Sänger, der sich selbst am Klavier begleitete, seinen eigenen Stil zwischen Swing, Soul, Gospel und Rhythm 'n' Blues. Um Geld zu verdienen, musizierte er mit allen möglichen Bands - bis er sich 1954 eine eigene Combo zusammenstellen konnte.
Obwohl er neun Monate im Jahr auf Tournee war und fortwährend Liebesaffären hatte, heiratete Ray Charles 1955 ein zweites Mal. (Seine erste Ehe mit Eileen Williams hatte 1951/52 nur wenige Monate gehalten.) Außer den drei Söhnen, die ihm seine zweite Ehefrau Della Beatrice gebar, zeugte er wohl noch ein Dutzend illegitimer Kinder und wurde von mehreren Frauen erfolgreich auf Vaterschaft verklagt.
Bei einer Session im Jahr 1959 kreierte Ray Charles den Hit "What'd I Say". Schließlich nahm er sogar Alben auf und verdiente - nicht zuletzt aufgrund seiner rücksichtslosen Vertragsverhandlungen - so gut, dass er sich ein eigenes Haus bauen, ein Studio einrichten und ein Privatflugzeug leisten konnte.
Dann trat er ein Jahr lang nicht auf, weil er sich einer Entziehungskur unterziehen musste. Andernfalls hätte ihm das Gericht bei seiner Verurteilung wegen Drogenbesitzes zu fünf Jahren Gefängnis keine Bewährungsmöglichkeit eingeräumt.
Nach der erfolgreichen Entziehungskur wurde Ray Charles als Soul-Legende in der ganzen Welt gefeiert.
Kurz vor Weihnachten 2002 traf sich Ray Charles mit zwölf seiner Kinder in einem Hotel in Los Angeles und sprach angesichts seiner Krebserkrankung über die Aufteilung seines Erbes. Am 10. Juni 2004 starb er in Beverly Hills.
Ihm zu Ehren fand am 8. Oktober 2004 im Staples Center in Los Angeles ein Konzert unter dem Titel "Genius: A Night For Ray Charles" statt: Angesagt von Quincy Jones, Tom Cruise, Morgan Freeman und Jamie Foxx, trugen Elton John, Stevie Wonder und andere Weltstars zwölf der größten Songs von Ray Charles vor.
Ray Charles konnte noch die Rohfassung der Filmbiografie beurteilen, die Taylor Hackford mit Jamie Foxx in der Titelrolle gedreht hatte: "Ray". Er fand sie gut.
Der Wert seiner Hinterlassenschaft wird auf 75 Millionen Dollar geschätzt (Süddeutsche Zeitung, 23. April 2008). Darum streiten sich die Kinder und sein langjähriger Manager Joe Adams.
Quelle: www.dieterwunderlich.de
Inhalt und meine Meinung:
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Dieses Buch bietet eine sehr intensive Biografie dieses Menschen und Musikers Ray Charles. Es zeigt offen dessen Stärken, aber auch Schwächen. Seine Hochs und Tiefs, sein Leben für und mit er Musik. Er hat Wagemut bewiesen und das kommt prima rüber.
Das Buch beginnt mit dem Ausspruch seiner Mutter: Machs richtig, oder lass es bleiben!" Rays Geschichte beginnt!!!Es werden die ärmlichen Verhältnisse erklärt und wie Ray aufwuchs. Der Autor geht sehr detailliert auf jede Kleinigkeit ein, sodass man sich zu 100 Prozent mit diesem Menschen und seinem familiären Umfeld identifizieren und auseinander setzen kann. Das Buch ist in der Vergangenheit geschrieben. Es werden die 50er Jahre beleuchtet, als seine ersten Aufnahmen gemacht wurden und sich sein Stil bildete. Das er mehrere Musikrichtigen beeinflusste kommt hier im Buch sehr gut zum Ausdruck und kann auch von Nicht-Musik-Experten verstanden werden. Sehr schön ist es, dass Ray Charles sowohl als Mensch, als auch als Musiker Betrachtung findet, und alles wird perfekt in Einklang gebracht und miteinander verknüpft, sodass man verstehen kann, wie er zu dem werden konnte, der er war. Seine tragische Kindheit ist sicher genauso prägend für ihn gewesen, wie seine Erfolge, der er auf dem Höhepunkt seiner Karriere erleben durfte.
Das Buch ist mit Zitaten gespickt und die Interviews sind eingearbeitet. Es ist eine echt zu Herzen gehende und offene Dokumentation des Lebens von Ray Charles. Man kann nach dem Lesen verstehen, warum viele ihn ein Genie und einen wahren Pionier der Musikgeschichte nennen.
Auch wird auf sein Liebesleben Bezug genommen, das ganz sicher auch einen wesentlichen Einfluss auf seine Entwicklung genommen hat und natürlich seine Exzesse. Alles in allem kommt ein sympathischer, kluger, über alle Maßen musikalischer und mutiger Mensch heraus. Ehrlich und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, hat der Herausgeber des Buches alle Vorzüge dargelegt, aber auch die Schwächen erwähnt, die zu diesem Menschen gehören, wie zu jedem anderen Menschen auch.
Überhaupt ist der Schreibstil sehr ansprechend, flüssig zu lesen und der Inhalt qualitativ sehr hochwertig, mit einer dichten Handlung, die wirklich alles zum Menschen Ray preisgibt, die alles hinterfragt und beleuchtet und Bezug setzt und einen Zusammenhang herstellt. Seine Musik wird beschrieben, sein Leben mit der Musik und für die Musik und seine Art und Weise mit dem Leben umzugehen sowie seine Beziehungen zu seinen Musikern.
Jedes Kapitel ist mit einem Ausspruch von Ray Charles begonnen, das ihn sehr schön widerspiegelt.
Alles in allem und zusammenfassend kann ich wirklich nur Positives zum Buch sagen und empfehle es Lesern, die sich für Musik im Allgemeinen interessieren, für Ray Charles im Besondern und für Biografien.