Wer die Kartenspiele 6 nimmt und UNO kennt, dem dürfte der Zugang zu Himmel, A... und Zwirn nicht schwer fallen.
Der Spielablauf ist relativ einfach:
Die Spielkarten haben die Werte von 1 - 70. Weiterhin gibt es einige Sonderkarten die mehrfach vorkommen: Den Richtungswechsel, die Erhöhungskarte und die Karte-Ziehen-Karte. Außerdem gibt es noch eine Karte die die aktuelle Richtung anzeigt (also links oder rechtsrum) und eine Gewitterkarte, die über den, nennen wir es mal Strafstapel, gelegt wird. Diese beiden Karten spielen nicht mit und dienen nur der Übersicht.
Jeder Spieler erhält fünf Karten und zwei Karten werden offen ausgelegt. Über eine kommt die beiden Gewitterstapel. Wenn ein Spieler nicht mehr anlegen kann oder möchte, muss er die Karten nehmen, über die aktuell die Gewitterkarte liegt, die Karte dann über den anderen Kartenstapel schieben und eine neue Karte ausspielen.
Der Witz bei dem Spiel sind nun die beiden Kartenreihen: In jeder Reihe werden je zwei Stapel gebildet. Die obere Karte zeigt die obere Grenze an, die zweite Karte die untere. Wenn man neue Karten ausspielt, müssen diese immer innerhalb dieser Grenze bleiben.
Ein Beispiel: In der rechten Kartenreihe liegt auf dem oberen Stapel eine 45 und auf dem unteren eine 21. Wenn ich dran bin muss ich also eine Karte aufspielen, deren Wert über 22, aber unter 45 liegt. Also Karten mit den Werten 22, 23, 24, 25, [...], 44. Dabei steht es mir frei welche Karte ich spiele. Habe ich z.B. die 30 und die 44 auf der Hand kann ich, wenn ich nett bin, die 30 spielen, damit die anderen auch noch Karten spielen können, aber meistens würde man in dem Fall die 44 spielen. Damit wäre die rechte Reihe dicht, da niemand eine Karte mehr spielen kann (zwischen 44 und 45 passt keine Zahl und damit keine Karte mehr). Habe ich nun auch keine Karten mehr, die auf den linken Stapel passen (etwa weil da oben eine 10 und unten eine 8 liegt und ich die 9 nicht auf der Hand habe), bleibt mir noch die Möglichkeit, eine Sonderkarte zu spielen.
Es gibt eine Karte, die es mir ermöglicht die obere Grenze zu erhöhen. In dem Beispiel von eben könnte ich z.B. mit dieser Karte auf die 45 eine 60 legen und würde somit wieder das Fenster zwischen 47 und 59 öffnen. Immer wenn ich eine Sonderkarte spiele ist mein Zug vorüber, somit kann man sich evtl. davor drücken einen Kartenstapel nehme zu müssen.
Besonders toll ist das, wenn wie in dem Beispiel, der Spieler vor mir die Lücke geschlossen hat (also die 44 zur 45 gespielt hat) und denkt ich müsste nun die Karten nehmen. Spiele ich einen Richtungswechsel ist er an der Reihe und muss dann die Karten nehmen, falls er keine Sonderkarte hat.
Wer eine Kartenreihe nehmen musste, legt eine neue Karte an diese Stelle, welche die obere Grenze darstellt.
Jeder Karte, die man nehmen musste zählt einen Strafpunkt, Sonderkarten legt man ebenfalls als Strafpunkte bei sich ab.
Nachdem der Nachziehstapel aufgebraucht ist (man füllt immer wieder auf 5 Karten auf) endet das Spiel sobald ein Spieler ein letztes Mal eine Kartenreihe nehmen musste.
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Fazit
Soviel zum reinen Regelwerk und Spielablauf. Das mag jetzt vlt. etwas ausführlich beschrieben worden sein und vlt. etwas trocken erscheinen, in der Tat spielt sich Himmel, A... und Zwirn aber wie die beiden Vorlagen sehr locker runter. Vom Spielspass und generellen Niveau her bewegt es sich (soweit ich dass nach einigen wenigen Partien beurteilen kann) in der Nähe von 6 nimmt. Wer auf der Suche nach einem lockeren netten Kartenspiel mit ein wenig Ärgerfaktor ist, der ist hier ganz gut aufgehoben.
Für Leute, die hauptsächlich komplexe Spiele ist dieses Spiel definitiv zu leicht und ein abendfüllendes Spiel ist es sicher auch nicht. Das Spiel hat nicht genug Tiefgang um zu überfordern, aber ist auch nicht zu seicht, um schnell langweilig zu werden. Eine Partie dauert ca. 15 Minuten (+- fünf Minuten) (dann ist der Kartenstapel in der Regel durchgespielt).
Für den Preis kann man eigentlich wenig falsch machen, das Spiel eignet sich sowohl als Mitbringspiel, als auch als kleines Geschenk (und ist definitiv die tollere Alternative zum leider viel verschenkten Keltis-Kartenspiel) und kann auch sehr gut auf Schifffahrten,
in Kneipen, im Schwimmbad und eigentlich fast überall und mit so gut wie jedermann gespielt werden.
Mir hats auf jeden Fall recht viel Spass gemacht und ich werde eine Partie dieses kleinen Ärger-Spiels sicher nie ablehnen :)