"Im Jahr des Drachen" spielt in China, etwa 1000 n. Chr. im 14.
Man schlüpft in die Rolle verschiedener Fürsten, die trotz Ereignissen wie Dürren oder Drachenfesten versuchen, möglichst hohes Ansehen zu erwerben.
Grundsätzlich geht es darum, innerhalb von 12 Runden möglichst viele Siegpunkte zu sammeln. Die Runden gliedern sich in 4 Phasen, eine Aktionsphase, eine Personenphase, ein Ereignis und die Wertung. Ein wenig Planung ist schon vonnöten, um beim Kaiserlichen Tribut nicht mit leeren Händen dazustehen'
Einstieg:
Der Einstieg in das Spiel ist, wie bei den meisten Alea Spielen, nicht ganz so einfach.
Wir haben eine ganze Runde gebraucht, bis wir das Spiel wirklich durchschaut hatten, und anfangen konnten, zu taktieren. Recht schnell stellte sich heraus, dass das Spiel zu zweit Schwächen hat. Die Spielerreihenfolge ist nicht festgelegt und kann durch Aktionen beeinflusst werden - spielt man zu zweit läuft es aber oft darauf hinaus das ein Spieler immer wieder anfängt, und der andere erst als zweites dran ist, was durchaus Nachteile hat. Im Spiel zu dritt oder zu viert relativiert sich das wieder.
Gerade in den ersten Spielen ist die Herstellerangabe von 75-90 Minuten gerechtfertigt, nach etwa 3x Spielen reduziert sie sich deutlich auf etwa 60 Minuten, da man nicht mehr ständig irgendwas nachschlagen muss.
Die Anleitung ist übersichtlich und gut verständlich formuliert, vieles ist durch Beispiele belegt. Dennoch muss man während der ersten 1-3 Spiele öfter mal was nachschlagen, Fragen bleiben dann aber eigentlich nicht offen, da alle möglichen Situationen beschrieben sind.
Besonders gut gefällt mir die Kurzzusammenfassung am Rand, die fast alle Alea-Spieleanleitungen haben, welche für den schnellen "Wiedereinstieg" ins Spiel gedacht ist, wenn man es länger nicht gespielt hat.
Für einen ersten Eindruck habe ich ein Bild vom Spielaufbau gemacht.
Komplexität & Langzeitspielspaß:
"Im Jahr des Drachen" ist schon recht komplex.
Grundsätzlich ist die Anzahl der Runden ja vorgegeben, und jede Runde läuft nach bestimmten Phasen ab. Auch die Reihenfolge der Ereignisse, von denen jede Runde eins eintritt ist jederzeit sichtbar. Man muss bei seinen Aktionen und Entscheidungen aber vieles bedenken, wenn man langfristig auf die anstehenden Ereignisse vorbereitet sein will.
Ohne Taktik geht es nicht, der "Glücksfaktor" ist ausgesprochen gering.
Die Altersangabe ab 12 Jahren kann ich nur bestätigen, für jüngere Kinder wäre das Spiel denke ich zu anspruchsvoll und damit auch wenig unterhaltsam.
Durch die Komplexität und die sich immer ändernden Umstände, wie z.B. die Reihenfolge der Ereignisse des Spiels, welche nie die gleiche Taktik erlauben, macht das Spiel auch auf lange Sicht Spaß.
Design & Qualität:
Das Spiel ist liebevoll gestaltet und besteht aus stabilen Pappteilen und Holzspielsteinen, auch die Spielkarten sind von guter Qualität.
Die Gestaltung ist im typischen chinesischen Stil gehalten und die Symbolik relativ eindeutig.
Qualitativ kann man hier nichts bemängeln und auch die Verpackung bietet ausreichend Fächer und Tütchen zur sortierten Aufbewahrung des Spielmaterials, auch wenn keine exakt geformten Fächer für die Teile vorhanden sind.
Fazit:
"Im Jahr des Drachen" ist ein taktisches Spiel, das nach einem etwas schwierigen Einstieg auch auf lange Sicht Spaß macht. Vor allem für Gruppen von 3-5 Spielern ist es sehr zu empfehlen.
Geeignet ist es für Spieler, die sich auch für Spiele wie "Anno 1503", "Puerto Rico" und ähnliches begeistern können. Bei einem durchschnittlichen Preis von 25 ¤ würde ich das Preis-Leistungs-Verhältnis als gut bezeichnen, einen Stern Abzug gibt es für den nicht optimalen Spielspaß zu zweit und den erschwerten Einstieg (auch nach längeren Spielpausen), was aber nichts daran ändert, dass das Spiel ansonsten wirklich zu empfehlen ist.