Maulwurf Company ist ja nun schon einige Jahre auf dem Markt und das zurecht. Es liegt hier ein Spiel vor, dass in jeder Besetzung (2-4) und mit Spielern jeden Alters (ab etwa 8 Jahren) hervorragend funktioniert und sich sowohl glücksbetont als auch taktisch spielen lässt.
Dies ist eine Folge des ebenso einfachen wie genialen Einfalls, den Zufall zu steuern. Jeder Spieler erhält einen eigenen Satz Chips, welche die Zugreichweite bestimmen (1-2-2-3-3-4). Sind alle Chips gezogen, wird er neu gemischt und wieder genutzt. So kann man sich merken, was noch kommt und danach spielen (auch die Sätze der anderen können Gedächtniskünstler im Auge behalten und dementsprechend agieren).
Die Chips steuern die Bewegung der Maulwürfe auf einem sechseckigen Spielfeld, das ähnlich einem Halmafeld aufgeteilt ist und einige Löcher hat. In diesen gilt es die eigenen Maulwürfe zu unterzubringen. Sind alle Löcher besetzt, wird das Brett angehoben und mit allen übriggebliebenen Maulwürfen entfernt. Es geht nun eine Etage tiefer auf einem kleineren Feld mit weniger Löchern weiter. Auf der untersten Etage gibt es nur noch ein Loch. Wer es trifft gewinnt und erhält die darunter befindliche goldene Schaufel.
Möglich wird dieser ungewöhnliche Spielverlauf, indem der Schachteleinsatz genutzt wird, um die Spielfeldebenen gleich einer umgekehrten Pyramide zu stapeln. Das war damals neu und ist so stimmig seither nicht mehr realisiert worden.
Dadurch dass Maulwürfe (sie sind ja blind) immer die volle Bewegung ziehen, ohne abzubiegen oder eine Figur zu überspringen und das Feld recht voll ist. Ist es nicht immer leicht, die Löcher zu treffen, jedoch nur selten scheidet ein Spieler früh aus. Es gibt sonst erfreulich wenige Regeln, sodass das Spiel schnell erklärt ist. Auch Kinder, die nicht so recht überblicken, welche Bewegungschips noch übrig sind, haben eine Gewinnchance, da das Glückselement hoch genug ist. Man hat aber auch als erfahrener Spielen nicht das Gefühl gespielt zu werden, da dieses Glückselement recht gleich verteilt ist und sich innerhalb einer Partie vieles ausgleicht. Somit lohnt es sich, taktisch zu agieren.
Das Material ist sehr hochwertig, die Plastikmaulwürfe sind ausgesprochen niedlich und die Schachtel ist nicht unnötig aufgeblasen, ist sie doch mehr als nur Behältnis.
Dementsprechend sind Aufforderungscharakter und Wiederspielreiz sehr hoch und durch die mit 25-45 min überschaubare Spieldauer ist auch eine Revanche problemlos drin. Wir spielen es seit einigen Jahren immer mal wieder und der Spaß hat nicht nachgelassen.
Fazit:
Ein echter Dauerbrenner, der durch einen außergewöhnlichen Spielablauf, einfache Regeln, viel Spielspaß und schönes Material überzeugt und alt und jung gleichermaßen hervorragend unterhält. Darf in keiner Spielesammlung fehlen!