Die Geschichte um Jander Sonnenstern stellt meinem Empfinden nach eine noch nie dagewesene Rarität in der Welt der Fantasy dar. Es gibt in den Reichen der Zauberei und Mystik eine Vielzahl an Vampiren, welche mehr oder weniger die gleichen Ziele verfolgen (meist Rache), doch ist in dieser Story der Erzählstil der Autorin dermaßen einzigartig, daß es beinahe schon <heidnisch> wäre, ihre Geschichte zur "gewöhnlichen", anspruchs- und ideenlosen Alltags-Fantasy-Literatur dieses Jahrzehnts hinzuzuzählen. Mir ist bis dato noch niemals so ein hochwertiger Erzählstil, wie ihn Christie Golden praktiziert, untergekommen. Ich denke, daß das Schloß der Vampire eines der wenigen Bücher ist, welches man aus Spannung und Neugierde heraus, in einer einzigen "Lese-Session" <zu Ende bringen> könnte. Besonders gelungen ist meiner Meinung nach das Ende der Geschichte um den Elfen-Vampir, der den einzig wahren Ausweg aus seiner Misere im Freitod sieht. Und dieser Selbstmord könnte nicht erstklassiger zu Papier gebracht werden. Für mich ist das Schloß der Vampire der herausragenste Teil einer an sich schon absolut hochkaräten Fantasy-Saga. Ravenloft sagt sich von der herkömmlichen Literatur um Magier und Krieger los, und beschreitet völlig neue Wege. Die Saga ist innovativ, stilistisch brilliant und einfach ein Muß für einen jeden Leser, welcher phantasievolle Stories schätzt. Das Schloß der Vampire bildet einen schlichtweg genialen Auftakt zu einer bahnbrechenden Serie. Danke Christie Golden, für dieses außergewöhnliche Meisterwerk!