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Ravel [Gebundene Ausgabe]

Jean Echenoz , Hinrich Schmidt-Henkel
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch EUR 7,90  

Kurzbeschreibung

1. Februar 2007
Echenoz' Roman zeichnet die letzten zehn Jahre im Leben des großen französischen Komponisten Maurice Ravel nach.
Alles ist von ihm da: seine 60 Hemden, 20 Paar Schuhe und 75 Krawatten in der Luxuskabine der "France", die ihn nach Amerika bringt, auf dem Gipel des Ruhms seine viermonatige triumphale Tournee 1928, Carnegie Hall, Boston, Detroit, Milwaukee, Seattle, die 53. Geburtstagsfeier mit Gershwin, Hollywood mit Douglas Fairbanks und Chaplin, in Wien der kriegsversehrte Paul Wittgenstein, für den er das Konzert "Für die linke Hand" komponiert, der gefeierte, aber introvertierte Dandy an den mondänen Orten der Welt, seine Schlaflosigkeit, die ohne Ende gerauchten Gauloises, seine Manie, nicht ohne Lackschuhe auftreten zu können, der griesgrämige, allein lebende Sonderling, der geniale Musiker, seine notorische Vergesslichkeit, die ihm von König von Rumänien noch verziehen wird, aber an seinem tragischen Ende muss er nach dem Namen des Komponisten seines "Streichquartetts" fragen, und die Welt kommt ihm abhanden, bis er 1937 an einer Gehirnkrankheit stirbt - all dies sind biographische Elemente, recherchierte Zeugnisse, aber alles zusammen ist alles andere als eine Biographie. Sondern ein funkelnder "Echenoz", dessen fiktiver Held den Namen eines der berühmtesten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts trägt: Maurice Ravel.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 109 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (1. Februar 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827006937
  • ISBN-13: 978-3827006936
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 447.596 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pressestimmen

"Ein sehr geistreiches Buch, das komponiert ist wie ein Stück in Moll. Eine gescheite, schöne Raffinesse." (Elke Heidenreich, Lesen!) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Der Verlag über das Buch

Alles ist von ihm da: seine 60 Hemden, 20 Paar Schuhe und 75 Krawatten in der Luxuskabine der "France", die ihn nach Amerika bringt, auf dem Gipel des Ruhms seine viermonatige triumphale Tournee 1928, Carnegie Hall, Boston, Detroit, Milwaukee, Seattle, die 53. Geburtstagsfeier mit Gershwin, Hollywood mit Douglas Fairbanks und Chaplin, in Wien der kriegsversehrte Paul Wittgenstein, für den er das Konzert "Für die linke Hand" komponiert, der gefeierte, aber introvertierte Dandy an den mondänen Orten der Welt, seine Schlaflosigkeit, die ohne Ende gerauchten Gauloises, seine Manie, nicht ohne Lackschuhe auftreten zu können, der griesgrämige, allein lebende Sonderling, der geniale Musiker, seine notorische Vergesslichkeit, die ihm von König von Rumänien noch verziehen wird, aber an seinem tragischen Ende muss er nach dem Namen des Komponisten seines "Streichquartetts" fragen, und die Welt kommt ihm abhanden, bis er 1937 an einer Gehirnkrankheit stirbt - all dies sind biographische Elemente, recherchierte Zeugnisse, aber alles zusammen ist alles andere als eine Biographie. Sondern ein funkelnder "Echenoz", dessen fiktiver Held den Namen eines der berühmtesten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts trägt: Maurice Ravel.

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Kundenrezensionen

4.2 von 5 Sternen
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 'Wie eine eilige Skizze! 21. Mai 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Den Kunstgriff, aus biographischen Eckdaten, bzw. aus einem biographischen Ausschnitt eine literarische Erzählung zu machen, haben schon andere Autoren angewandt. Ihn zu beherrschen gelingt nur wenigen. Jean Echenoz Erzählung über den französischen Komponisten Maurice Ravel hält ein konstant literarisch hohes Niveau, bleibt aber dennoch im Ungefähren.

Ravel bleibt dem Leser auch nach der Lektüre dieser Skizze ein Fremder.

Echenoz wählt für sein gelungenes Experiment die letzten zehn Lebensjahre des französischen Komponisten. Die Handlung setzt in den letzten Tagen des Jahres 1927 ein, Ravel trifft letzte Reisevorbereitungen für eine Amerika-Reise, die zum Triumphzug wird.

Die Überfahrt auf einem Luxusdampfer wird minutiös und detailgetreu beschrieben, eindrücklich bleibt mir vor allem eine Szene, in der der Kapitän Ravel eine Freude machen möchte und eine Komposition von ihm spielt. Ravel windet sich vor Ärger, macht aber doch gute Miene zum vermeintlich bösen - besser schlechten - Spiel.

Die vier Monate lange Reise, in der Auftritt Auftritt folgt, Ravel vielen Berühmtheiten vorgestellt wird, seine Lust und zugleich sein Überdruss gegenüber allem Schönen und die Jahre danach, die schließlich in geistiger Umnachtung und einem grausigen Tod enden, beschreibt Echenoz leichtfüssig-elegant.

Wie Colum MacCann in seinem grandiosen Buch "Der Tänzer" - einem Roman über den Ballettkünstler Nurejev - ist Echenoz ein kühler, manchmal fast unbeteiligt wirkender Erzähler. Aber immer dann, wenn man es nicht vermutet, gelingen ihm so anrührend zarte Schilderungen, dass Ravel für einen flüchtigen Moment ganz nahe kommt, um dann wieder in einer Aura aus Unnahbarkeit zu entschwinden.

Ein interessantes Buch!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfektionisten der kleinen Form 9. Mai 2007
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die letzten zehn Lebensjahre des weltberühmten französischen Komponisten Maurice Ravel und sein Meisterwerk der "Boléro" hat Jean Echenoz in seinem Buch "Ravel" festgehalten oder besser gesagt: wunderbar elegant, lebendig und feinfühlig darüber geplaudert...

Detailreich beschreib Echenoz den Stil und die Atmosphäre der Jahre um 1930 - zeitgenössische Autos, Eisenbahnlinien, Luxusdampfer oder Anzüge, aber vor allem die Macken, Vorlieben und die Lebensart des Künstlers: "Liebhaber blutigen Fleisches", "24 Stunden von 24 wie geleckt" gekleidet, vornehmlich mit Lackschuhen - obwohl er nur einen Meter einundsechzig groß war und nur ganze 45 Kilo wog.
Wir lernen ihn in der Badewanne kennen, die er am liebsten nicht verlassen will, weil beim Aussteigen immer das Risiko besteht, sich "am Wannenrand den Schritt zu prellen". Aber es muss halt sein, man will ja nach Amerika.
In den vier Monaten in Amerika sammelt der blasierte Franzose Konzerttriumphe, langweilt sich bei Gesellschaften der Reichen und Musikbegeisterten und leidet am schlechten Essen. Aber diese Reise brachte ihn schließlich auf den Gipfel seines Schaffens, seiner Berühmtheit und Beliebtheit. Nun teilte er sich mit Strawinsky "die Rolle des meist geachteten Musikers der Welt".
Auch nach seiner Rückkehr ebbt der Erfolg nicht ab, nicht zuletzt durch seinen weltberühmten "Boléro".
Die andere Seite dieser modernen Halt- und Rastlosigkeit dürfte die Langeweile sein, die ihn immer wieder befällt.
Ein paar Jahre später wird es jedoch ruhig um ihn. Ravel leidet an einer Gehirnerkrankung, sein Körper gehorcht ihm nicht mehr, das Gedächtnis setzt aus. Im Dezember 1937 wird ihm von einem berühmten Chirurgen der Schädel geöffnet. Wenige Tage darauf stirbt er.

Äußerst lebendig und exakt stellt Echenoz dem Leser diesen Lebensabschnitt Ravels dar. Jedoch statt "Ikonographie" zu betreiben, erschafft Echenoz auf meisterhafte Art eine eigenständige Figur: Einen berühmten und beliebten Komponisten, der die Gründe für seinen Ruhm eigentlich nie begreift.
Im Grunde handelt der Roman vom Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Kunst.

Auch sprachlich ist dieses Buch ein Vergnügen. Da ist kein Wort zuviel, aber dennoch kann man sich genau einfühlen und sogar Verständnis für die ausgeprägten Marotten der Figur entwickeln.

Fazit:
Ein wunderbarer Zeitvertreib und ein außerordentlich kurzweiliges Lesevergnügen ist dieser kleine Roman, der die Überempfindlichkeit eines einsamen Genies zeigt, mal schnoddrig, mal overdressed wie sein Held, aber stets kultiviert.

Das Ravel-Büchlein schmiegt sich zudem ganz virtuos der Musik an. Es beginnt ganz langsam, nimmt Fahrt auf und gerät am Ende in einen wahren Geschwindigkeitsrausch - ganz wie der "Boléro".

Echenoz' "Biofiction" steckt von der ersten bis zur letzten Zeile voller feinster Literatur.

Lesen Sie dieses 100seitige Büchlein am besten mit der Musik des wunderbaren "Boléro" im Hintergrund.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein kauziger Komponist 24. Mai 2007
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der französische Schriftsteller Jean Echenoz hat voller Enthusiasmus Schriften, 'riefe, Fotos gesichtet, Gespräche hinterfragt und hat damit in einem Buch, das eigentlich mehr ist als eine Biographie, postum einen "fiktiven Helden" geschaffen. Es gibt nur ganz wenige Zeugnisse von Ravel, kaum Briefe, keine Berichte über Liebesaffären, weder mit Männern noch mit Frauen. Mit Bestimmtheit weiß man nur, dass er Tiere inniglich geliebt hat.

Mit dem Buch "Ravel" verleiht Jean Echenoz diesem kleinen, nicht einmal 1,60 Meter großen, leichtgewichtigen Mann neue Konturen. Maurice Ravel gehört zweifelsohne zu den populärsten Musikern des 20. Jahrhunderts, zu den berühmtesten Komponisten Frankreichs. Durch den Bolero ist er berühmt geworden, aber eine ebenso große geniale Meisterleistung ist sein "Konzert für die Linke Hand" welches er für den kriegsversehrten Paul Wittgenstein komponierte.

Ravel war zeitlebens ein alleine lebender, missmutiger Sonderling von dem bekannt ist, dass er Gauloises Zigaretten Kette geraucht hat, sein ganzes Leben von Schlaflosigkeit gepeinigt wurde und von einer zwanghaften Passion, nur in Lackschuhen auftreten zu können, besessen war.

Man weiß, dass er 1928 in einer Luxuskabine des Ozeanriesen "France" nach Amerika gereist ist. Für die viermonatige, begeistert gefeierte Tournee hatte er 60 Hemden, 75 Krawatten und 20 Paar Schuhe mitgenommen. Schlafanzüge konnte er nur in Grüntönen ertragen. Zu seiner 53. Geburtstagsfeier kamen unter anderem Chaplin und Gershwin.

Kurz vor seinem Tod überlebte Ravel einen Autounfall. Danach litt er an zunehmender Vergesslichkeit, vergaß die Namen namhafter Komponisten, konnte kein Klavier mehr spielen.

Und diesem eigenartigen Mann ohne Eigenschaften, diesem Phänomen Ravel, diesem genialen Künstler nähert sich nun Jean Echenoz mit viel Neugier und Herzlichkeit.

Sicher, es ist ein seltsames, etwas verrücktes, kleines Buch, aber ohne Frage wunderbar gemacht. Es ist sicher nicht einfach über solch einen verschlossenen, eigensinnigen Menschen zu schreiben. Das Buch hat viele verschlüsselte Leitmotive und Metaphern, die immer wieder hineinspielen. Es ist ein geistreiches Buch, zu Ehren des Musikers Ravel, als Komposition angelegt. Ein raffiniertes, interessantes, fesselndes Lesevergnügen über diesen genialen "Magier der Musik".
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