Kurzbeschreibung
Förderung von Familien erfordert umfassende Reorganisation Die traditionelle Lebensform Familie zerfällt. Eine neue Form von Familie bildet sich heraus mit neuen Funktionen für persönliche Entfaltung, Liebesfähigkeit, soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement. Für die Mehrzahl der jungen Menschen gehören Familie, verlässliche Partnerschaft, Generationenzusammenhalt und Kinder zu den zentralen Zukunftswünschen. Was ist zu tun, um Familien auf ihrem neuen Weg effektiver zu unterstützen? Das bremische Modellprojekt „Strukturkonzept Familienbildung" versuchte eine umfassende Reorganisation des vielfältigen Institutionengefüges im Bereich Familienförderung und Elternbildung. Jetzt liegt der wissenschaftliche Begleitbericht vor. Die Autoren, Prof. Dr. Ursula Carle und Dr. Heinz Metzen vom Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften der Universität Bremen analysieren die Gelingensbedingungen eines solchen Vorhabens und konzipieren vor diesem Hintergrund ihren „Quartieransatz". Der „Quartieransatz" orientiert seine Förderangebote an den Perspektiven der Kinder und Eltern. Allerdings sehen die Erziehungswissenschaftler Carle und Metzen auch die großen Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Vorschläge. Ein Hauptproblem aller familienbezogenen Reformbestrebungen besteht darin, dass zwar Teilstrukturen reorganisiert werden, aber niemals das gesamte Gefüge der Bildungs- und Hilfsmaßnahmen entwickelt wird. Wer mehr über zielgruppengerechte Familienförderung und Elterbildung sowie über den dornigen Weg dorthin erfahren will, sollte dem anschaulich dokumentierten und bebilderten Projektverlauf folgen, um die "Flucht" in die systemischen Konsequenzen verstehen zu lernen.
Der Autor über sein Buch
Die Projektverantwortlichen und Projektmitwirkenden aus Bremen haben uns mit ihrem Engagement nicht nur das Lern- und Arbeitsfeld der Familienförderung und Elternbildung bereitet, d.h. uns bei der Veränderung dieser zentralen gesellschaftlichen Praxis in ihre Labors gelassen. Damit und mit jeder nur erdenklichen Gesprächsbereitschaft haben sie unsere Begleitforschung ausnahmslos unterstützt und zudem unser Lernen und Arbeiten persönlich sehr angenehm gestaltet. Die Begleitforschung und das Bremer Elternnetz wurden nicht nur vom Bundesfamilienministerium finanziert, sondern auch fachlich unterstützt. Dieser Hilfe verdanken wir und verdankt das Projekt seinen nachhaltigen Lernerfolg. Sehr viel gelernt für die Zukunft der Familienförderung und Elternbildung haben wir auch von den Kolleginnen und Kollegen der Ringvorlesung "Familie als wichtigste Bildungsinstitution?!": Wir wissen nun, was wie gehen könnte. Nicht minder lehrreich waren die von E&C arrangierten Gedankenaustausche über das, was alles möglich ist und was wie nicht geht. Ihnen allen danken wir von ganzem Herzen und wir verbinden diesen Dank mit dem Wunsch, dass die Bedankten uns unsere Irrtümer nachsehen und dafür unsere Einsichten und Gestaltungsempfehlungen ihrer weiteren Projektarbeit zugute kommen lassen.