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Schon nach wenigen Sätzen gelingt dem literarischen Neuling Piñol das Kunststück, uns in eine völlig irreale Welt zu verfrachten. Seine merkwürdig alptraumhafte und weltentrückte Erzählung führt in ein spukhaftes Zwischenreich fernab jeglicher Zivilisation, in dem Mensch und Kreatur buchstäblich schrankenlos aufeinandertreffen. Dem namenlosen Ich-Erzähler wird bald klar, warum Caffó seinen Leuchtturm über und über mit Nägeln und Glasscherben bewehrt hatte. Nachdem der erste nächtliche Angriff der amphibienartigen Wesen mit ihren Schwimmhäuten und langen Tentakeln abgewehrt werden konnte, besinnt sich der neue Wetterbeobachter und ehemalige irische Freiheitskämpfer früherer Kampftaktiken. Doch alles sollte anders kommen.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Wer bis hierher folgte, könnte sich leicht in ein literarisches Remake des John Carpenter-Horrorthrillers The Fog. Nebel des Grauens versetzt fühlen. Piñols Geschichte jedoch, mit der er in Spanien monatelang die Bestsellerlisten anführte, streift aber auch mit großer Sensibilität das Fachgebiet eines Joseph Conrad, den stets die großen existentiellen Fragen umtrieben, die sich in absoluter Einsamkeit einstellen.
Lassen wir uns also hineinsaugen in die Welt der Wasserwesen, streifen wir alle zivilisatorischen Hüllen für einen Moment ab -- und erleben wir manch unerwartete Wendung. Es erwartet Sie eine merkwürdige, traumverlorene Erfahrung. --Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
...faszinierender Pinol!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Rausch der Stille (Gebundene Ausgabe)
Man muss sich schon einlassen auf diesen wirklich großen Roman von Albert Sánchez Pinol. Erwarten Sie keinen Krimi, keinen Abenteuer- oder Liebesroman, obwohl "Im Rausch der Stille" von all dem ein wenig hat. Lassen Sie sich ein, auf ein geniales Werk, das zum Nachdenken und Diskutieren geradezu einlädt. Die Geschichte um den namenlosen Erzähler, der sich als Wetterbeobachter für ein Jahr auf eine Insel bringen lässt, die einsamer nicht sein könnte, ist skurril, beängstigend, teilweise sogar verstörend. Nacht für Nacht greifen Kreaturen aus dem Meer die Insel an und trachten dem Erzähler und dem einzigen weiteren Menschen auf der Insel, dem Leuchtturmwärter, nach dem Leben. Es ist ein zermürbender Kampf, aussichtslos, kräfteraubend. Jeden Abend, wenn die beiden unfreiwilligen Kampfgefährten sich bereit machen für die Eindringlinge, wissen sie, dass allein die ersten Sonnenstrahlen, und damit das Verschwinden der Kreaturen im Meer, sie für einen weiteren Tag retten."Im Rausch der Stille" ist große Literatur, ein Meisterwerk, dessen skurrile und desillusionierende Erzählweise mich ein wenig erinnert an Pablo de Santis "Die Fakultät". Unbedingt empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gekonnt gemacht!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Im Rausch der Stille (Broschiert)
Dass dieses Buch die Lesergemeinde spaltet, ist kein Wunder. Bei mir lag es lange auf dem Stapel der ungelesenen Bücher, bis ich mit der Lektüre anfing. Ich hatte einfach ein gespaltenes Gefühl zu dem Sujet. Ein einsamer Mann auf einer Insel, das fand ich verlockend, aber die Konfrontation mit Wesen, die es nicht gibt, das stieß mich ab. Ich bin nun mal kein Fantasie-Fan. Doch "Im Rausch der Stille" entwickelte bestürzend schnell einen Sog, der mich an der Lektüre festhalten ließ. Die Inselwelt, die nächtlichen Kämpfe mit den "Wesen" und schlussendlich die Liebesgeschichte zwischen dem Protagonisten und dem abtrünnigen Wesenweibchen, ich habe das alles wider Erwarten begierig verschlungen. Möglicherweise ist dies kein Buch für Frauen, denn der Umgang mit dem Wesenweibchen ist extrem chauvinistisch. Aber wenn man darüber hinwegsieht, lohnt die Lektüre allein wegen der umwerfenden Stimmungsschilderungen und der packenden Situation, in der sich der Protagonist befindet. Dies ist eine Situation, deren Engführung am Schluss des Romans nur eine Lösung möglich macht. Und trotzdem kommt man als Leser nicht darauf, das ist wirklich gekonnt gemacht!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Ein neuer H.P. Lovecraft?,
Von Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Im Rausch der Stille (Gebundene Ausgabe)
Ein außergewöhnliches Buch habe ich hier in Händen, so viel ist sicher. Das es mich bereits nach 20 Seiten fesselte, mag an dem Thema und dem Gegner der Protagonisten des Buches liegen, den ich bin mir sicher, der Autor Albert Sanchez Pinol hat in seinem Buch „Im Rausch der Stille" einige Eindrücke aus Leseerfahrungen mit „H.P. Lovecraft" und dessen „Cthulhu Mythos" verarbeitet, anders sind mir diese eindrücklichen Schilderungen der „Froschmenschen" nicht zu erklären.Doch nun zum Inhalt: ein irischer Freiheitskämpfer geht auf eine weit abgelegen Insel um dort naturkundliche Beobachtungen zu machen und trifft dort auf den Leuchtturmwärter, welcher sich später als sein Vorgänger herausstellt, den er eigentlich ablösen sollte. Die Eigenartigkeit und abweisende Haltung des Leuchtturmwärters verunsichern ihn, doch als er des Nachts von Fisch-/ Froschwesen aus dem Meer angegriffen wird, versteht er die Welt nicht mehr. Die Szenerien sind so surreal und die Handlungen so bizarr, das ich mich unweigerlich an H. P. Lovecraft erinnert fühlte. Die Angreifer hier sind zwar noch ein bißchen anders und es taucht zu allem Überfluß im Leuchtturm noch ein Froschmädchen auf, welches dem aktuellen Leuchtturmwärter zu gehören scheint, doch dessen sei nicht zuviel verraten. Es beginnt eine gnadenlose und grausame Metzelei, wobei keiner der beiden Protagonisten hinterfragt, warum sie angegriffen werden. Zu alledem verliebt sich der irische Freiheitskämpfer auch noch in das Froschmädchen, obwohl es ja schon in der Hand des Leuchtturmwärters ist, der auch des Nächtens den Beischlaf bei ihr sucht. Die ganze Handlung ist sehr bizarr, von innerer wie äußerer Gewalt und Brutalität erschüttert und zeigt die Zerrüttung beider Charaktere, moralisch wie auch charakterlich. Das unausweichliche Ende sei nicht verraten, der Buchstoff taugt aber sicherlich für eine gute Verfilmung im amerikanischem Stil. Dieses Buch war übrigens mehr als 100 Wochen auf den spanischen Bestsellerlisten und wurde bereits in 27 Sprachen übersetzt. Meine persönliche Wertung ist durchaus positiv und wenn man zusätzlich noch ein Leser der Geschichten von H. P. Lovecraft wäre, so macht dieses Buch doppelt Spaß. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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