|
Produktinformation
|
Die 16-jährige Agnes (Rebecca Liljeberg) ist vor kurzem mit ihren Eltern in die Kleinstadt Åmål gezogen. Sie findet keine Freunde und das Mädchen, in das sie sich verliebt hat, die ebenso schöne wie wilde Elin (Alexandra Dahlström), würdigt sie nicht eines Blickes. Erst ein zynischer Scherz verändert alles für Agnes. Elin erscheint zu der ihr von den Eltern aufgedrängten Geburtstagsparty. Und nicht nur das, sie gibt Agnes auch noch einen Kuss. Das ist zwar nur ein grausames Spiel, eine gemeine Wette, die Elin mit ihrer älteren Schwester abgeschlossen hatte, aber noch in der gleichen Nacht werden die beiden Freundinnen.
Selten hat ein Film die Verwirrungen des Erwachsenwerdens, den inneren Tumult der Jugend, dieses Schwanken zwischen tiefstem Weltschmerz und rauschhafter Lebensfreude, so ungeschminkt und doch mit so viel Feingefühl dargestellt wie Raus aus Åmål. Lukas Moodysson beobachtet einfach seine beiden Heldinnen und verzichtet dabei auf jede Distanz zu ihnen. Agnes scheue Introvertiertheit und Elins ständig zur Schau gestellte Härte, hinter der sich ein äußerst verletzliches Mädchen verbirgt, sind ganz und gar wahrhaftig. Moodyssons unendlich liebevoller, aber nie verklärender Blick auf das emotionale Chaos der ersten Liebe, lässt Rebecca Liljeberg und Alexandra Dahlström einen eindrucksvollen Freiraum. Sie wirken in ihren komplexen, doppelbödigen Rollen so natürlich und echt, dass man zu jeder Zeit ihre Gefühle und ihre Freude genauso wie ihre Schmerzen, teilt. --Sascha Westphal
Der Amazon-Rezension von Sascha Westphal ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen, der Kurzbeschreibung schon: Es ist mir völlig schleierhaft, wie man dieses Juwel mit einem Hollywood Mainstream-Streifen wie American Pie - für den das Wort "flach" noch zu "hoch" ist - vergleichen kann!
Dieser Film schafft es, gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen zu sein! Eine dramatisch-komisch-ernsthafte Auseinandersetzung, die völlig zu Recht wochenlang Skandinavische Kinocharts anführte (erfolgreicher als Titanic, z.B.) und die völlig zu unrecht in Deutschland auf Programm-Kinos und Festivals beschränkt war.
Obwohl ich den Film schon 4 Mal im Kino gesehen habe, zieht er mich immer wieder in die Handlung hinein und es gibt kaum einen Film, der Gefühle so transparent herüberbringt, dass man mit den Figuren eins wird: man leidet mit ihnen und freut sich (nicht nur für, sondern) mit ihnen!
Ich weiß gar nicht, was ich mehr loben soll: die grandiosen jungen Schauspieler (besonders Rebecca Liljeberg als Agnes ist einfach zauberhaft), das mutige und realistische Drehbuch, die immer passende Musik,... - hatte ich schon erwähnt, dass das einer meiner Lieblingsfilme ist ;-)
Dass muss reichen! Wer sich diesen vielfach Premierten Film (z.B. zweifach auf der Berlinale'99 ausgezeichnet, darunter "Best Feature Film") jetzt nicht holt, ist selber schuld!
Das besondere daran ist, das hier die beginnende Liebesbeziehung zwischen zwei Mädchen, dazu noch in einer schwedischen Kleinstadt in der jeder jeden kennt, beschrieben wird. Und das besondere an dem Film ist, das er ganz ohne den typischen moralischen Zeigefinger auskommt, der dem Zuschauer Gut und Böse deutlich macht. Hier im speziellen bedeutet das: Eine lesbische Liebesbeziehung wird absolut wertfrei dargestellt. Es wird weder gesagt, das dies ja eine ganz naürliche Sache ist und ebenfalls bleibt man mit der Aussage: "Naja, etwas komisch ist es zwischen zwei Mädchen vielleicht doch" hinter'm Berg.
So beschränken sich die Wahrnehmung ganz auf die Gefühlswelt der beiden Mädchen Agnes und Elin, die wirklich zauberhaft und humorvoll die Empfindungen der ersten Liebe darstellt (Bis zum ewigen Warten auf einen Anruf der Angebeteten).
Schade nur, das die Synchronisation an mehreren Stellen kräftig danebengeraten ist, was sowohl die Bewegung der Lippen in ihrer Zeitbeziehung zum zu hörenden Ton als auch für die Übersetzung aus dem Schwedischen selbst gilt.
|
|
|