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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was bleibt am Ende übrig, wenn das Lied der Stille weicht ?", 14. Juli 2003
Am Anfang war eine EP. Vollgepackt mit 6 Songs, einer toller, geiler, schneller, ehrlicher und ergreifender als der andere. Jetzt, knapp ein dreiviertel Jahr nach ihrem Debuet "2 Sekunden", gibt's das mit grosser Spannung erwartete erste Album der beiden Hamburger. Pop meets Rock meets Punk meets NDW meets Elektro. Und das alles mit treibenden Beats, die einen fast schwindelig machen, mit Texten, in denen man sich mehr als einmal 100%ig verstanden fühlt. Gerade die Texte sind es, weshalb man Spillsbury einfach lieben muss. In einer Plattenkritik war zu lesen "in jedem ihrer Songs steckt mindestens ein Satz, den man revolutionär an eine Hauswand sprühen könnte". Passt genau. Lieder wie "Raus" ("...raus aus dieser Stadt, sie frisst euch alle auf, ihr werdet schon sehen. Schnapp dir das Auto, ich hab Geld und einen Rucksack voll Ideen, mit 180 Richtung weiss-noch-nicht, lass uns einfach geh'n....") oder "Was wir machen" ("...alles was wir tun und lassen geht euch überhaupt nichts an, wir wollen nicht mehr länger für euch da sein, kein Stück näher an euch ran, also lasst uns in Ruhe, lasst uns geh'n und unseren Weg alleine machen, wir bleiben lieber einsam als mit euch über eure schlechten Witze zu lachen...") schreien vor Sehnsucht, der Bass beginnt bei Lied 1 und endet zuletzt. Kein Platz für Balladen, wozu auch, wenn doch vom Text her fast jedes Lied eine sein könnte. Ruhig wird's erst beim "Hidden track", einer ungewohnten, aber auch wunderschönen Akustik-Version von "Raus". Fazit: Neue deutsche Musik, die zwar nicht jeder kennt, aber jeder kennen sollte. Hört sie. LAUT ! Anspieltips: "Jona", "Die Wahrheit", "Kurz vor vier", "Schlagziele", "Dritter", "Raus", "Ruhestörung".
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Haut rein, 8. September 2003
Alles nur geklaut? Mag sein. Aber so frisch und rotzig, dass alte Säcke wie ich, die näher an der 40 als an der 30 sind, sich plötzlich wieder wie 15 fühlen. Und das obwohl genau dieser „Ach, das waren noch Zeiten"-Mentalität kräftig ans Bein gepisst wird, wenn es heißt: „Die alten Fotos sind nur noch der Hauch von einem Beweis, wie schnell ging es vorbei, ... er packt den ganzen Kram in eine Kiste auf dem Schrank und setzt sich hin und weint." Überhaupt die Texte. Ein paar hingeworfenen Worte und schon steht das Bild ohne nerviges Reim-dich-oder-fress-dich-Getue im Kopf. Angetrieben von einer rasenden Drummachine, schnellen analogen Synthsequenzen (Ideal lässt grüßen) schlägt das Ganze im 2 Minuten Abstand zwischen den Ohren ein, bringt die Beine zum Zucken und lässt einen wie verrückt rumspringen.Natürlich ist aus der Nörglerecke wieder zu hören, dass alles sei nur ein weiterer Beitrag zum sowieso völlig überflüssigen 80er-Revival. Was soll's? Die Zutaten sind vielleicht ähnlich, die Zubereitung aber macht Appetit auf mehr. Und überhaupt. Es ist 2003, das ist gut so und macht jetzt sogar richtig Spaß!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Elektro-isierend, 16. April 2004
Wie schön es doch immer ist, abseits der grossen Namen auf ein echtes Hammer-Album zu stoßen. Noch dazu, wenn es aus Hamburg kommt auf auf Deutsch eingesungen wurde.Aber darf man Musik innovativ nennen, die sich bei vielen bekannten Elementen bedient und diese "lediglich" zu etwas Neuem vermengt? Kann man drüber streiten, ist aber letztlich völlig wurscht. "Raus" macht Spass, reisst mit, begeistert, zieht einen magisch auf die Tanzfläche, lädt zum Mitsingen bzw. Mitshouten ein, trifft einen gelegentlich aber auch mitten ins Herz ("Ruhestörung") - kurz: ist einfach nur rundum gelungen. Sicherlich mag die Musik nicht jedermanns Sache sein. Sie in die 80er-Revival-Schiene einzuordnen würde ihr nicht ansatzweise gerecht. Ihre Zutaten bestehen (ohne besondere Reihenfolge) aus NDW, Wavepop, Blondie, Chris Hülsbeck (dem C64-Soundguru), melodischem Shoutpunk, den Sternen, Kraftwerk, Dancefloor und vielen weiteren Influenz-Igredienzien, die ich bislang überhört habe oder einfach nicht kenne. Wer in dieser Liste ein "oh ja" findet, muß deswegen reinhören, der Rest sollte es trotzdem tun. "Raus" ist ein Album ohne wirkliche Schwachstellen (von den manchmal etwas überzogenen Repeats am Ende der meist ohnehin schon nicht sehr langen Songs einmal abgesehen). Der "Überhört"-Faktor ist extrem niedrig, dafür eignet es sich aber bestens als Überraschungsfaktor auf jeder Party mit Publikum zwischen 14 und 40. Bleibt lediglich abzuwarten, ob Zoe Meißner und Tobias Asche da noch einmal nachlegen können. Unabhängig davon hat "Raus" aber seinen Ehrenplatz in meinem CD-Regal sicher und wird garantiert nie bei eBay landen.
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