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Pop meets Rock meets Punk meets NDW meets Elektro. Und das alles mit treibenden Beats, die einen fast schwindelig machen, mit Texten, in denen man sich mehr als einmal 100%ig verstanden fühlt. Gerade die Texte sind es, weshalb man Spillsbury einfach lieben muss. In einer Plattenkritik war zu lesen "in jedem ihrer Songs steckt mindestens ein Satz, den man revolutionär an eine Hauswand sprühen könnte". Passt genau.
Lieder wie "Raus" ("...raus aus dieser Stadt, sie frisst euch alle auf, ihr werdet schon sehen. Schnapp dir das Auto, ich hab Geld und einen Rucksack voll Ideen, mit 180 Richtung weiss-noch-nicht, lass uns einfach geh'n....") oder "Was wir machen" ("...alles was wir tun und lassen geht euch überhaupt nichts an, wir wollen nicht mehr länger für euch da sein, kein Stück näher an euch ran, also lasst uns in Ruhe, lasst uns geh'n und unseren Weg alleine machen, wir bleiben lieber einsam als mit euch über eure schlechten Witze zu lachen...") schreien vor Sehnsucht, der Bass beginnt bei Lied 1 und endet zuletzt. Kein Platz für Balladen, wozu auch, wenn doch vom Text her fast jedes Lied eine sein könnte. Ruhig wird's erst beim "Hidden track", einer ungewohnten, aber auch wunderschönen Akustik-Version von "Raus".
Fazit: Neue deutsche Musik, die zwar nicht jeder kennt, aber jeder kennen sollte. Hört sie. LAUT !
Anspieltips: "Jona", "Die Wahrheit", "Kurz vor vier", "Schlagziele", "Dritter", "Raus", "Ruhestörung".
Natürlich ist aus der Nörglerecke wieder zu hören, dass alles sei nur ein weiterer Beitrag zum sowieso völlig überflüssigen 80er-Revival. Was soll's? Die Zutaten sind vielleicht ähnlich, die Zubereitung aber macht Appetit auf mehr. Und überhaupt. Es ist 2003, das ist gut so und macht jetzt sogar richtig Spaß!
Aber darf man Musik innovativ nennen, die sich bei vielen bekannten Elementen bedient und diese "lediglich" zu etwas Neuem vermengt? Kann man drüber streiten, ist aber letztlich völlig wurscht. "Raus" macht Spass, reisst mit, begeistert, zieht einen magisch auf die Tanzfläche, lädt zum Mitsingen bzw. Mitshouten ein, trifft einen gelegentlich aber auch mitten ins Herz ("Ruhestörung") - kurz: ist einfach nur rundum gelungen.
Sicherlich mag die Musik nicht jedermanns Sache sein. Sie in die 80er-Revival-Schiene einzuordnen würde ihr nicht ansatzweise gerecht. Ihre Zutaten bestehen (ohne besondere Reihenfolge) aus NDW, Wavepop, Blondie, Chris Hülsbeck (dem C64-Soundguru), melodischem Shoutpunk, den Sternen, Kraftwerk, Dancefloor und vielen weiteren Influenz-Igredienzien, die ich bislang überhört habe oder einfach nicht kenne.
Wer in dieser Liste ein "oh ja" findet, muß deswegen reinhören, der Rest sollte es trotzdem tun. "Raus" ist ein Album ohne wirkliche Schwachstellen (von den manchmal etwas überzogenen Repeats am Ende der meist ohnehin schon nicht sehr langen Songs einmal abgesehen). Der "Überhört"-Faktor ist extrem niedrig, dafür eignet es sich aber bestens als Überraschungsfaktor auf jeder Party mit Publikum zwischen 14 und 40.
Bleibt lediglich abzuwarten, ob Zoe Meißner und Tobias Asche da noch einmal nachlegen können. Unabhängig davon hat "Raus" aber seinen Ehrenplatz in meinem CD-Regal sicher und wird garantiert nie bei eBay landen.
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