Ich weiß, dass dieses Buch sehr konträr diskutiert wird. Mir hat es gefallen, ich kann kaum sagen warum.
Vielleicht, weil ich gerne an die Zeit denke, in der ich Rockmusik als Lebensgefühl entdeckt habe oder weil ich es spannend fand, wie Ratze sich auf den Weg macht, um irgendwie widerwillig, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen, womöglich auch weil die Tante so gar nicht dem Klischee einer Tante entspricht oder vielleicht auch weil ich den Schwarzwald kenne und die Muffigkeit kleiner Dörfer, die aber genauso Heimat sein können wie eine Großstadt?
Jedenfalls konnte ich die von meinen Vorrezensenten als störend und provokativ empfundenen schlüpfrigen Szenen gut verschmerzen, schließlich gehören sie ja zu Ratzes Suche nach dem, was ihn einmal glücklich machen soll, sei dies, als anerkannter Musiker leben zu können oder sein Besinnen auf seine Wurzeln oder das Eingestehen, wie wichtig es ihm ist, seinem Vater verzeihen zu können, der ihn als Waise zurück gelassen hat.
Ratze m u s s so um sich hauen, um am Ende zu dem zu kommen, was ihn befreit.
Bachmann hat in seinem Roman eine Stimmung geschaffen, die sowohl an die 68er erinnert wie auch an das Jungsein mit all seinen Problemen und Flausen im Hirn und dabei läuft im Hintergrund ständig die Musik, die einen selbst beim Erwachsenwerden begleitet hat.
Speziell, aber lesenswert!