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Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch vom Feinsten, Extras
Bild: Auch in Bewegungen bleibt das Bild stabil und ruckelt nur ansatzweise in horizontalen Schwenks über den Sternenzerstörer. In Nahaufnahmen gelingt der Disc eine beeindruckende Schärfe, die bis in die die Hintergründe anhält. Hier mit geringen Einschränkungen in der Kantenschärfe, z.B. von Konsolenteilen, oder Publikum während der Ritterspiele. Der oft zu sehende Weltraum ist von perfekter Schwarzheit und verschluckt auch kleinste Sternchen nicht. Lediglich der ritterliche Himmel ist gelegentlich durch einen zu hohen Gammawert nicht blau, sondern weiß. Rauschen oder damit einher gehende Kompressionsmängel sind nicht vorhanden, bzw. nur im meßbaren, aber unsichtbaren Bereich. Die Farben sind sehr hoch gesättigt, in manchen Szenen, z.B. dem Eintreffen des Taxis oder bei den Rettungswesten, ist eine Übersättigung von Gelb-/ und rotwerten erkennbar, die der Szenerie etwas Comicartiges verleiht.
Ton: Beide Tonspuren bieten ein enormes Maß an künstlich erzeugter Räumlichkeit. Ist ja auch klar, wer nimmt schon Atmo im Weltraum auf... Die Verfolgungsjagden erinnern nicht nur optisch, sondern auch akustisch an die Star Wars Vorbilder. Es kracht mit kurzen, knackigen Baßschlägen, Lasersalven verfehlen ihr Ziel und zischen links und rechts am Zuschauer vorbei. Hier gibt es klar die Höchstnote für den DTS-Sproß, der einen Hauch mehr Druck aufbaut. Unterschiede zwischen diskretem und gematrixten Backsurroundkanal sind nicht auszumachen gewesen. Der Raumeindruck hinten ist enorm und wird durch eine Vielzahl kleinerer Effekte unterstützt. Sehr gefällt beispielsweise die Einstreuung von johlendem Pöbel hinter dem Sitzplatz, der sogar eindeutig stereophon wahrnehmbar ist. Die Sprachverständlichkeit ist in beiden Tonspuren excellent. Die Nutzung des natürlichen Grundtonbereiches macht sich vor allem bei Sky Dumonts sonorem Bariton ausdrucksvoll bemerkbar.
Extras: Die Extras sind teilweise schon während der Dreharbeiten mitproduziert worden und sind fast ausnahmslos Unterhaltung. Hintergrundmaterial für den Technikbegeisterten gibt es aber dennoch in akzeptablem Umfang. Der Audiokommentar von Bully und Rick gibt immer mal wieder etwas Einblick über die Dreharbeiten. Sehr gut ist der Einfall, die Verfolgungsjagd in 7 separierten Tonspuren anzuhören, was einen einigermaßen Eindruck über die Zusammensetzung modernen Kinotons gibt. Der Surprise Mode ist der alte Bekannte "Intellimode", via dem an gekennzeichneten Punkten durch Knopfdruck in das passende Extra zur gewählten Szene geskippt werden kann. Ist nett, aber das zusammen hängende ansehen der Extras und des Filmes ist dann doch harmonischer. Die Outtakes und die einminütige Erklärung einer Zeitreise sind der Hammer, das Making of ist das auf Pro7 bereits ausgestrahlte Bully Special. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Mastermind 'Bully', mit Drehbuch, Produktion, Regie und einer Hauptrolle wohl ausreichend ausgelastet, tat gut daran, frühzeitig die Tarnvorrichtung über sein tuckiges Spaßvehikel zu stülpen. Mit 11,5 Millionen Zuschauer für den Vorgänger 'Der Schuh des Manitu' schleppte er eine enorme Hypothek mit sich herum. Jede weitere Information über die Handlung hätte seiner 87-minütigen All-Nummer Spannung und Drive genommen. So jedoch präsentiert sich das '(T)Raumschiff' nicht nur als bloße Abfolge von Gags und Pointen, sondern wartet mit einigen Überraschungen sowohl in Sachen Personal als auch Plot auf.
In bester 'Star Trek'-Manier müssen nämlich die aufreizend affektierten Besatzungsmitglieder der 'Surprise', Käpt'n Kork (Christian Tramitz), Schiffstechniker Schrotty (Rick Kavanian) und Vulcanette Spuck (Herbig), per Zeitreise die Invasion der Erde durch wild gewordene Marsianer verhindern. Unterstützung erhalten sie dabei von Weltraum-Taxler Til Schweiger und Erdenkönigin Anja Kling. Der ultraböse Sith-Lord-Helmchen Jens Maul (ebenfalls Kavanian) macht ihnen dabei mittels Zeitmofa und sächsischem Dialekt das Leben schwer. Die große Leistung des gesamten Filmteams bestand zweifelsohne darin, bis zuletzt geheim zu halten, dass es eben nicht bei einem Zeitsprung bleibt.
Ehe man sich jedoch zu viele Gedanken über die Folgen für das Raumzeitkontinuum und gehirnerweichende Zeit-Paradoxen macht, schaltet 'Bully' schnell einen Gang nach vorn und dreht den Slapstick-Regler auf Maximum, beizeiten ohne Rücksicht auf Verluste. Denn so mancher Witz kann sich vielleicht nicht zwischen Hommage und ironischer Brechung der Vorlage entscheiden, so manche Zote hat man vielleicht sogar bereits gesehen.
Die tricktechnische Perfektion des '(T)Raumschiffs' hat man jedoch mit Sicherheit noch nicht in einem deutschen Film erlebt - sie stehen den großen Vorbildern aus dem Hause Lucas in nichts nach. Die Fans der Fernseh-'Surprise' werden sich verwundert die Augen reiben, wurden doch Medizinball und Propeller-Enterprise durch grandios designte, schnittige CGI-Modelle ersetzt. Gigantische Raumflotten gleiten da majestätisch durchs All, Laser-Blitze zucken wild über die Leinwand und fulminante Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsjagenden in der oberen und unteren Atmosphäre lassen nicht nur Kork nach der Spuktüte greifen. Dass das Budget dabei trotzdem nicht neun Millionen Euro überschritten hat, ist umso erstaunlicher.
Glücklicherweise gelingt es Herbig trotz aller technischen Großtaten, nicht seine eigentliche, selbst definierte Aufgabe zu vergessen: das Publikum zu unterhalten - und zwar mit den Figuren, die dieses sich für diesen Film ausgesucht hat. So rücken dann auch folgerichtig Kork und Spuck im entscheidenden Moment ob als zankendes Pärchen oder im Showdown als die inniglich Liebenden in den Vordergrund. So bedient in letzter Instanz das '(T)Raumschiff Surprise' doch wieder den breiten Fächer an Erwartungen der'Bully'-Fans und weist viele der Qualitäten auf, die den 'Schuh des Manitu' zu Deutschlands erfolgreichstem Film machten. Diesen zu überflügeln, wird dem '(T)Raumschiff' schwer fallen. Anschließen an den Erfolg wird es auch wegen des veritablen Marketingaufwands jedoch sicher können. tw.