Auf dieses Buch hat die Euro-Welt vielleicht nicht gewartet, untermauert es doch viele jener kritischen Ansichten über die EU-Bürokratie und ihre Auswüchse, die man bislang als unbegründete Vorurteile ab zu tun pflegte. Aber wer gerne mal wirklich etwas mehr vom Innenleben des Brüsseler EU-Räderwerkes wissen möchte als gemeinhin in den (oft servilen) Medien verbreitet wird, der bekommt mit Oldags und Tillacks "Raumschiff Brüssel" ein sauber recherchiertes und vor allem flüssig geschriebenes Buch geliefert.
Zwar lassen die beiden Brüssel-Journalisten kein noch so kleines Skandälchen aus (ist schließlich ihr täglich Lohn und Brot), und legen auch kein Gesamtkonzept vor, wie die vielen Missstände denn nun beseitigt werden können.
Aber sie belegen Punkt für Punkt, wie im Brüsseler Selbstbedienungsladen die Milliarden versickern, wie die hochbezahlten und selbstbewussten Eurokraten unwillig und unfähig sind, ein transparentes und demokratisches System zu organisieren, und warum die EU ein so undurchschaubares Gebilde ist und wohl auch bleiben wird.
Man kann diesem Buch nur viele Leser wünschen - und bitte eine Übersetzung ins Englische - obwohl es der euroskeptischen Haltung der Briten sicher neue Nahrung geben würde.
Doch das beliebte Vertuschen von Skandalen mit dem Hinweis darauf, das eine Aufklärung nur Wasser auf die Mühlen der Europagegner sei, dass muss endlich aufhören! Nicht jeder, der Brüssel kritisiert, ist gegen die EU. Im Gegenteil: Die Vertuscher, Absahner und Hinterzimmerdemokraten sind die wahren Totengräber der EU.