„Rauken" ist ein begeisterndes Buch. Es erzählt die Geschichte der kleinen Vroni, die irgendwo im Allgäu aufwächst. Der Vater, ein Despot, die Mutter machtlos, die Geschwister ebenso leidend, wie Vroni. Eine Geschichte, die fesselt, die aber alleine das Buch nicht zu dem macht, was es ist: Kunst. Die Autorin Claire Beyer schreibt in einer Sprache, von der ich bis dahin nicht wusste, dass sie noch existiert. Sie liefert mit „Rauken" ein prosaisches Meisterstück ab. Wohl überlegt jeder einzelne Satz. Doch dieses grandiose Spiel mit der Sprache fordert auch den Leser. Nicht selten las ich, genießend und vergnügt, oder des besseren Verständnisses wegen, den einen oder anderen Satz mehrmals. Die Geschichte konzentriert sich auf sich selbst, kein Wort zu viel lenkt ab. Schade, dass somit schon nach 130 Seiten alles vorüber ist.