Kurzbeschreibung
Aufgewachsen im kleinbürgerlich-katholischen Mief eines saarländischen Dorfes der 50er und 60er Jahre, von ihrem Vater mißhandelt und gedemütigt, von ihrer Mutter ungeliebt und im Stich gelassen, erlebt die Autorin eine wahrhaft grausame Kindheit und Jugend, die nur durch wenige Lichtblicke erhellt wird. Nach der Lehre zur Hauswirtschafterin in einem rheinischen Ordensstift zurückgekehrt, flüchtet sie in eine Beziehung und die Gründung einer eigenen, intakten Familie, mit der sie ihre traumatischen Kindheitserlebnisse zu kompensieren versucht. Doch längst haben tiefste Depressionen Spuren in ihr hinterlassen: Erst im Verlauf ihrer bitteren Karriere von Alkoholabhängigkeit, Trennung, drohendem sozialen Absturz und Therapieversuchen erkennt sie, wer sie wirklich ist; dem Aufbruch in eine neue, wenn auch ungewisse Zukunft steht nichts mehr im Wege. Christine Graetschel versteht es, in ihrem autobiografischen Werk trotz (oder vielleicht wegen?) der oft traurigen, skurril anmutenden Begebenheiten in ihrer Lebensgeschichte neben dem weinenden auch das lachende Auge nicht zu kurz kommen zu lassen.