Die Irrlichter sind weit mehr als eine fröhliche Mädelscombo, die Stimmung beim Mittelaltermarkt machen kann. Schon beim Ougenweide-Tribut-Wettbewerb im Sommer 2010, bei dem sie alle 3 Preise bekamen, verblüfften sie gestandene Kollegen mit ihrer musikalischen Klasse. Und sie arbeiten, arbeiten, arbeiten weiter! Die Premiere der Rauhnächte-CD findet nicht von ungefähr in einer Kirche statt. Ein feierlicher, gemessener Ton durchströmt das ganze Album, das Wärme in die kalte Winterszeit bringen soll. Gesanglich nehmen sich die Damen trotz schöner Stimmen diesmal sehr zurück, und wenn, dann klingt's wie ein stimmungsvoller Kammerchor. Instrumental wird dagegen voll aufgetrumpft mit dem gesamten mittelalterlichen Arsenal, das erfreulich flexibel und stilgerecht eingesetzt wird. Das Klangbild liegt irgendwo zwischen mediterraner Folklore und inspirierter Mittelalterklassik und hat damit hoffentlich stilprägende und wegweisende Wirkung in der etwas flach gewordenen Mittelaltermusikszene. Anspieltipps sind das englische Renaissancestück "Lully Lullay" aus dem "Coventry Carol", die italienische "Lauda" aus dem 15. Jh. und ein "Gaudete", das als eigenständige Version neben Ougenweide und Steeleye Span durchaus bestehen kann!