Nach seinem Durchbruch von 1984 mit "Schweißperlen" ist es für Klaus Lage gut weitergegangen. Ein Jahr später kam mit "Heiße Spuren" eine bunte Mischung aus Powerpop und Rock, dann ein Livealbum und zuletzt die leicht resigniert klingenden Rocksongs auf "Amtlich!".
Für "Rauhe Bilder" trat er mit fast neuer Band an und schien sich damit sehr wohl zu fühlen. Die Opener "Dein Gang" und "Sooo lacht nur sie (Die Malerin)" klingen charmant und sommerlich und "Zwei Wolken" schlägt zarte folkige Töne an. Die schwebende Ballade "Schnell oder nie mehr" verblüfft, weil man fast schon an Roxy Music oder einen sanften Eric Clapton denken muss. Eines von Lages Meisterwerken ist hier auch zu finden, seine 'Ballade an den verlorenen Sommer' "Zurück zu dir" (hier auch in der Maxiversion). Seine etwas steife Bogart-Hommage "Die Liebe bleibt" soll nicht fehlen, doch viel besser ist "Schauer auf der Haut", mit Powerpop in guter alter Manier. Die türkisch-deutsche Romanze "Pioniere" bietet soliden Rocksound. Das depressiv bis apokalyptisch klingende Finale "Ohne dich verlier' ich" fällt danach schon sehr aus dem Rahmen, und der verkopfte Sprechgesang mag nicht jedem gefallen.
Fans der 'Klaus Lage Band' mussten sich an "Klaus Lage & Members" ein bisschen gewöhnen. Zum einen klingen die Sechs wie eine gute Schülerband, die zum ersten Mal zusammen richtig losrockt; dann wieder klingen sie heiterer, zarter und jazziger als man erwartet hätte. "Rauhe Bilder" war ein Album, mit dem viele der Fans erwachsen wurden - und mit dem Li-la-Laune-Bären Lage machte das sogar Spaß.