Rauchen und Yoga
Eruiert: Auch motorikgestörte Einzelkinder verwehren sich der Mitwisserschaft am Holocaust
Wien / Essen (APA) Basierend auf den Ergebnissen einer bundesweiten Umfrage des renommierten Marktforschungsinstitutes BruView an deutschen Volksschulen und ländlichen Kleinst- und Mittelbetrieben musste von der Deutschen Bundesregierung den Ärzten im Blitzverfahren der Titel Die beste Band der Welt zugunsten der Krefelder Formation Japanische Kampfhörspiele aberkannt werden.
Der Grindpunk ist dem Popgrind gewichen, Gründungsmitglied Christof Kather folgend stellt die neue Platte Rauchen und Yoga (Bastardized, 12.10.) das Bindeglied zwischen melancholischer Liedermacherei und kompromisslosem Haudraufmetal dar poppig, aber sehr böse.
Ob an der progressiveren Schlagseite, welche es ebenfalls zu vermelden gibt, Studiodebütant Martin Freund Mitschuld trägt, konnte noch nicht eindeutig geklärt werden. Klar ist bisher nur: Auch wenn Autodidakt Robert Adam von der Hannoveraner Spaßkapelle Excrementory Grindfuckers für Mix und Mastering zuständig war, ist dem Sextett noch lange nicht zum Lachen zumute. Eine gewohnt bissig-zynische Gesellschaftskritik, welche hinter vorgehaltener Hand sogar brandheiße Themen wie Sexualität und Orthographieprobleme anschneidet, verspricht schon jetzt, der Topp-Aufreger des Jahrzehnts und gegebenenfalls ein Fall für die geschärften, wachsamen Augen und Ohren der BPJM zu werden, damit nachfolgende Generationen nicht erneut in Erklärungsnotstand ob jener geschichtlichen Last versetzt werden.
Jegliche (Norm-)Ästhetik und Moral verachtend um die Band frei, jedoch selbst zu zitieren ist Rauchen und Yoga definitiv mit Handkuss und somit alles andere als nonchalant zum Erfolg verdammt; Auch wenn Schritte nach vorne gewagt wurden, eine Kopie des eigenen Ichs energisch abgelehnt wurde und man sich vielmehr dem dynamischen Ich-Begriff Sigmund Freuds, nach welchem sich im Ich Trieb und Moral in ständiger, reger Auseinandersetzung befinden, annäherte, so sprechen wir hier dennoch oder vielmehr gerade deshalb von einer ausgezeichneten, klar der ausführenden Instanz JaKa zuordbaren Soundcollage, welche sowohl vor- als auch rückwärts abgespielt zwar abwechslungsreich, aber dennoch stets eingängig geraten ist.
Der Gesamtaspekt des akustischen, grafischen und soundtechnischen Prüfstandes bei der KMK ergab somit eindeutig das Prädikat Sehr gut unter anderem auch dank der zu 100% biovegan recycelbaren Stoffe der Verpackung und dem Axe-Effekt der auf Bonys Eintopf zurückzuführenden Flatulenz.
Die Haute Couture von Paris, London und Mailand ist sich jedenfalls erstmals einig: das neue Schwarz des Herbstes ist Gelb.
Das schicke Digipack kommt übrigens mit Bonusvideo, der Schellack mit barely eighteen statt siebzehn Stücken dafür ganz jugendfrei, und auf beiden Formaten finden wir wenn wir auch ganz genau hinhören zudem noch den altbekannten Paule (nicht aus Sachsen) als Gast, möge die Schnitzeljagd beginnen. (cdm)