Alle Welt redet von Neo Rauch. Also habe ich mir die Ausstellung angesehen mit den Bildern, die in diesem umfangreichen Katalog abgebildet sind. Optisch ist das Buch für sich gut gesetzt und layoutet, fast keine geteilten Bilder und gut lesbar. Das ist angenehm und trifft leider für viele Kunstbände nicht zu. - Zu den Bildern: Die aus den späten 1980er und 1990er Jahre gefallen mir gut, auch die Farben. Die Stimmung ist ruhig; die Figuren scheinen, trotz aller Tätigkeit, auf etwas zu warten. Zu den Bildern ab den 2000er Jahren aufwärts habe ich nicht den richtigen Draht. Mir gefallen die Farben nicht, sie sind nicht klar, wirken wie Dispensionsfarbe. Zu sehen gibt es allerdings viel. Die Bilder sind riesengroß; es werden viele rätselhafte Geschichten erzählt, die man für sich selber deuten kann. Selbst in Jahren wird der Betrachter sicherlich noch Neues in den Bildern entdecken können. Der Künstler taucht in vielen seiner Werke selber auf. Manche Bilder wirken auf mich kalt, plakativ, manchmal abstoßend, meist surreal. Es wabern Riesenkraken, monsterhafte Gestalten, Mensch und Tier verschmelzen in eigene Wesen. Neo Rauch hat eine sensationelle Phantasie und scheint seine Alpträume in seinen Bildern zu verarbeiten. Dann gibt es aber auch wieder ruhigere Bilder, meist viele Ebenen, in denen verschiedene Geschichten erzählt werden.
Obwohl ich mir sicherlich kein Bild von Neo Rauch kaufen würde, haben mich sowohl Ausstellung als auch Buch beeindruckt.