Um die Figur des Eppelein von Gailingen ranken sich in der Region um Nürnberg sehr viele Sagen. Da ich mit genau diesen aufgewachsen bin (gefangen wurde Eppelein in meinem Heimatort Postbauer), habe ich mir diesen Film angesehen und bin im Anschluss nicht enttäuscht. Genau diese Sagen greift der Film geschickt auf "die Nürnberger hängen keinen..", um dann bewusst die Realität des ausgehenden Mittelalters zu erzählen und am Ende eine charmante, aber sicherlich erfundene Geschichte zu liefern, wie der Raubritter Eppelein zu einem fränkischen Robin Hood werden konnte.
Als sehr gelungen empfinde ich dabei die Figur des Konrad, der innerhalb der Realität von Pest, Hunger und Untergang des Ritterstandes an ein Ideal des Rittertums und der Ehre glaubt, dass auch dem Betrachtern zu Beginn des 21. Jahrhunderts im Kopf herumspuken wird. Auf der Suche nach diesem Ideal schliesst sich Konrad Eppelein an und folgt ihm auf seinem langsamen Abstieg, bis zum brutalen Tod auf dem Rad.
Ich finde den Film sehenswert und empfehle ihn mit einigen Einschränkungen weiter. Man merkt dem Film deutlich an, dass er keine "große" Produktion ist. Die Kostüme und Kulissen sind sehr gelungen für das geringe Budget und die Kampfzenen wirken nur sehr selten wie Schultheater. Die Bildqualität schwankt aber stark zwischen Homevideo und TV-Qualität und die Schauspieler lassen vor allem bei den "bedeutenden" Dialogen immer wieder deutlich werden, dass sie eben doch meistens Laiendarsteller sind.
Fazit: Ein gelungenes regionales Projekt, an dem Fans des historisch korrekten Mittelalters, Fans von low budget Filmen und alle die mit Geschichten von Eppelein aufgewachsen sind Freude haben werden.