Über die Go-Betweens und den Independent-Pop der 80'er bin ich irgendwann auch auf den mittlerweile in den USA lebenden, aus Schottland stammenden, Songwriter Lloyd Cole gestoßen. Im ersten Moment haben mich seine Commotions an die guten alten Smiths erinnert - die Rhythmusgitarren klingen nach Johnny Marr und auch Cole's Gesang erinnert häufig an das Falsetto von Morissey. Aber schließlich war's ja auch ungefähr dieselbe Zeit, die sonst so grottenschlechten 80er, in der gute Bands wie diese beiden die Ausnahme bildeten und umso mehr geschätzt werden dürfen.
Lloyd Cole ist ein intelligenter Songschreiber, nicht so bissig wie Morrissey, eher ein stiller Poet & zurückhaltender Beobachter, und er packt seine Texte in ungemein gefällige Melodien, die meist etwas "fröhlicher" klingen als bei den Smiths, aber dennoch zumeist als melancholisch bezeichnet werden dürfen. Die "Go-Betweens" fallen mir da noch am ehesten als Parallele ein.
"Perfect Skin", "Speedboat" "Mission Street" "2CV", "Are you ready to be heartbroken", "Patience"... können zweifelsohne als seine Klassiker bezeichnet werden, und das ganze Album enthält kaum einen Ausfall. Auch die 4 Bonus Tracks dieses Re-Issues sind allererste Gitarrenpop-Sahne (etwa das wunderbare "Sweetness").