Die „Message" des vorliegenden Buches ist eigentlich ganz einfach, doch nicht weniger fundamental. Innere Zufriedenheit und Gelassenheit, die beiden Erscheinungsformen des persönlichen Glücks, erreicht man nur, in dem man seine positiven Qualitäten wie Liebe, Mitgefühl und Einfühlungsbereitschaft so gut es nur geht trainiert und für andere einsetzt. Sogar der Egoist ist gut beraten, sich nach dieser Regel zu verhalten, denn es gibt nichts, was ihm langfristig mehr nutzt. Menschen, die dieser Maxime nicht folgen, verwildern - in ihrem Innern entstehen Neid, Zorn, Eifersucht, Stolz - lauter Zeichen der Not, denen gegenüber der Weise nachsichtig sein sollte, um diesen Irregeleiteten den Weg zurück zu erleichtern.
Dieser Grundgedanke wird seiner Heiligkeit, dem 14. Dalai Lama, in dem vorliegenden Buch in vier Kapiteln exemplifiziert, die sich mit den Lebensaltern, den Funktionen in der Gesellschaft, der allgemeinen Lebensweise und der Spiritualität beschäftigen. Jede dieser wieder in zahlreiche kleinere Abschnitte unterteilte Abhandlung liest sich wie ein Trostbrevier für den gestressten Menschen unserer Tage - auch und gerade, weil sich seine Heiligkeit nicht scheut, dem libertinistischen Zeitgenossen, was das Ausleben von Sexualität und schrankenloser Freiheit betrifft, gehörig die Leviten zu lesen. Es sind lauter einfache und uralte Wahrheiten, die der Dalai Lama seinen Lesern verkündet, doch die unprätentiöse und zugleich zutiefst weise Diktion, in der das geschieht, verleiht dem Buch eine erstaunliche prägende Kraft.