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Ratgeber Pflegekinder: Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven
 
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Ratgeber Pflegekinder: Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven [Taschenbuch]

Irmela Wiemann
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 256 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 7. (2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499195682
  • ISBN-13: 978-3499195686
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 14,9 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.131 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Irmela Wiemann
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Dieses Buch gibt Orientierung für alle, die planen oder sich wünschen, ein Pflegekind aufzunehmen. Es gibt Impulse, Anregungen und Hilfe für jene Menschen, die mit Pflegekindern leben oder arbeiten. Nur wenn Pflegeeltern, Herkunftseltern, Jugendämter und Vormundschaftsgerichte im Interesse der Kinder zusammenarbeiten, können Pflegekinder zufrieden und glücklich aufwachsen. Deshalb ist die frühe Weichenstellung für das spätere Gelingen von Pflegeverhältnissen von entscheidender Bedeutung.

Über den Autor

Irmela Wiemann, Jahrgang 1942, Diplom-Psychologin und Familientherapeutin, arbeitet in einer Kinder-Jugend-Eltern-Beratung der Stadt Frankfurt am Main. Sie hat langjährige Praxiserfahrung in der psychologischen Beratung und Begleitung von Pflege-, Adoptiv- und Herkunftsfamilien und Kindern in familiären Ausnahmesituationen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Pflegekind: Was nun?, 4. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Ratgeber Pflegekinder: Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven (Taschenbuch)
Da ich mich seit nunmehr neun Jahren mit dem Thema Pflegekind beschäftige und auch auf viele Erfahrungswerte zurück blicken kann, muss ich sagen, dass das Buch sich informativ mit der Thematik beschäftigt, ob es ein gutes Einstiegsbuch ist, das wage ich zu bezweifeln. Die angehenden Pflegeeltern werden mit möglichen Situationen nur so überschüttet, Fallbeispiele können oft nicht auf die eigene Geschichte umgelegt werden und vieles wird einfach zu kühl vorgebracht. Sicher, die Informationen stimmen, aber hätte ich dieses Buch gelesen, bevor ich unsere Pflegekinder bekommen habe, weiß ich nicht, ob es mir wirklich dazu verholfen hätte, dieses risikoreiche Abenteuer einzugehen. Die Gefühlslage der frischen Pflegeeltern wird zwar angesprochen, doch fehlt mir persönlich generell der Respekt, der Pflegeeltern entgegengebracht werden sollte.

Irmela Wieman schreibt oft über den Gesetzeszustand, da beschreibt sie einerseits den Idealzustand, andererseits spricht sie viele Missstände an, die vor allem vom Jugendamt verschuldet sind. Sie spricht Sicherheit, Vernunft und Gedankenwelt der Pflegeeltern an, aber die Realität sieht dann doch anders aus.

Was dem Buch zugute kommt, ist die vergleichsweise einfache Sprache, die Irmela Wieman in ihrem Buch verwendet. So ist alles gut durchdacht und sie zeigt viele mögliche Situationen auf und bietet auch Lösungsansätze. Natürlich kann man die nicht 1 : 1 übernehmen, aber dennoch schaffe ich es persönlich dadurch ganz gut, neue Perspektiven und Möglichkeiten für mich zu erkennen und meinen starren Blick abzuwenden. Mir persönlich ist es wichtig zu erwähnen, dass man die hier erwähnten Fallbeispiele keinesfalls genau so übernehmen darf, man kann sich aber sehr wohl das für einen Bedeutende heraussuchen und auf seine Situation umlegen.

Wirklich positiv ist auch, dass es mit Klischees über Pflegekinder aufräumt. Pflegekinder kommen nicht automatisch wieder zur Herkunftsfamilie, doch Pflegekinder machen auch ganz sicher nicht reich. Dies sind meines Erachtens die zwei häufigsten Vorurteile, denen Pflegeeltern bei Inobhutnahme ausgesetzt sind - zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.

Das Thema ist sehr komplex und Irmela Wieman schafft es, einen Querschnitt der möglichen Herausforderungen zu geben, die auf Pflegeeltern zukommen könnten - das kann einerseits helfen zu erkennen, dass niemand perfekt ist, allerdings kann es auch die Unsicherheit von Pflegeelternwerbern verstärken.

Irmela Wieman beschreibt Pflegeeltern "eher als Beruf", doch das ist es nur in ganz wenigen Fällen. Um Pflegeeltern zu sein braucht man neben Fortbildung zu diesem Thema und der Bereitschaft, sich mit allem, was kommen will, vorurteilsfrei auseinanderzusetzen, vor allem eine ganz gehörige Portion Idealismus und das kommt in diesem Buch einfach zu kurz, zu nüchtern wird beschrieben, was Pflegeeltern zu leisten haben und womit sie klarkommen müssen und da fehlt mir einfach das Herz. Pflegeverhältnisse können durchaus gut gelingen, doch dieser Tatsache wird hier sehr wenig Bedeutung geschenkt.

Die Pros und Kontras bringen mich auf 3 von 5 Sternen, eher ein 3,5, aber das kann man hier nicht vergeben. Grundsätzlich gebe ich den Rat, Hilfe, Information und Perspektiven bei Selbsthilfegruppen zu suchen, da gibt es unterschiedliche Erfahrung hautnah und es kann auf die eigene Problematik sehr gut eingegangen werden.
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43 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Pflegeeltern zu sein muss man lernen, 20. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Ratgeber Pflegekinder: Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven (Taschenbuch)
Pflegekinder sind hochtraumatisierte Kinder, die sehr oft den festgesetzten Vorstellungen "üblicher" Eltern, wie Kinder zu sein haben, welche entwicklungspsychologischen Fortschritte sie im Vergleich zu permanent behüteten Kindern zu tätigen haben und wie Kinder „gefälligst“ den elterlichen Vorstellungen Folge leisten sollten, nicht gerecht werden können. Das entsetzlichste, was einem Pflegekind passieren kann, ist, noch einmal aus einem Nest zu fallen, weil Pflegeeltern und Pflegekind (vice versa) nicht zusammenpassen. Diese Konstellation ist legitim, aber ein Horror für das Kind, wenn sie sich erst im Laufe der Wochen, Monate des Zusammenlebens herauskristallisiert. Und dieses Buch zielt darauf ab, genau jene Anbahnung zw. Pflegekind und Pflegeeltern schonungslos aufzudecken und ihr größtmöglichstes Gewicht zu geben. Oder setzen Sie sich auf einen klapprigen Sessellift ohne zu vertrauen, dass er Sie sicher trägt? Eben. Erst die Tragfähigkeit, die Balance erfahren, erlernen, die eigenen Fähigkeiten und Grenzen abtasten und dann erst bereit sein, als Pflegemutter, Pflegevater jenes Kind abzuholen, das sich in das Familiengefüge so gut wie man´s prognostizieren kann einfügen möge. Das neue Nest muss ein gewähltes, sicheres, stabiles sein.
Es ist unfair, angehende Pflegeeltern nicht darüber zu informieren, welche Schwierigkeiten auftreten können, es ist genauso unfair, sie dann im Regen stehen zu lassen. Pflegeelternschaft ist kein bequemer Ersatz für Kinderlosigkeit oder der Versuch, auf die Schnelle eine Herzeige-Familie zu kreieren. Pflegeelternschaft heißt nicht, sich Kinder abzuholen wie eine Ware vom Supermarkt. Pflegeelternschaft bedeutet, die Last dieses Kindes gemeinsam zu tragen, über die Zeit der gegebenen Betreuung, zu erfahren, zu stützen, vor allem an sich selber enorm viel zu arbeiten. Vielleicht trifft das Wort >>Flexibilität<< es hier am besten. Und dann siehe man sich die „Wunschvorstellungen“ an, mit welchen viele Paare herantreten. Nichts gegen den Wunsch, diesem Kind die Sterne vom Himmel zu holen, aber es ist nur nicht so einfach, und die Realität knallt einen schnell auf den Boden. Somit, der Beginn ist eine gute Vorbereitung. Bloß das Kinderl in den Arm zu schließen und gemeinsam vor Mitleid zu rotzen, bringt keinen Fortschritt.
Deswegen mag vielleicht dieses Buch manche nicht zu begeistern, die einen sonderlichen, vorschnellen Zugang zu einer Pflegeelternanwartschaft haben, der entweder auf einer Wunschvorstellung, Traumwelt basiert oder aber (unbewusst) ihren eigenen Bedürfnissen und Befriedung derselben eher zugeschneidert ist als der Aufgabe, aus einem gekränkten Kinderherz ein gesundes, glückliches, stabiles zu machen.

In viele Fallbeispielen spricht die Autorin Fakten an, vermeidet es, auf die Tränendrüse zu drücken, denn Mitleid allein reicht zur Unterstützung des Kindes nicht aus.
Wer sich als PflegeelternschaftsanwärterIn nach Durchlesen dieses Buches befremdet fühlt, möge seine Bereitschaft noch einmal überdenken, einem Kind ein neues Zuhause zu geben. Wer nicht bereit ist zu akzeptieren, dass ein Pflegekind ein Kind mit 2 (!) Elternpaaren ist, nicht bereit ist anzunehmen, dass emotionale Gleichwertigkeit hier durchwegs gegeben sein kann, bloß die Rollenverteilung eine andere, dem empfehle ich - brutal gesagt - ein Stofftier. Das kann man herzeigen, wenn´s gerade passt und angenehm ist, und verstecken, wenn es einem überdrüssig ist.

Nestwärme zu geben, zu vermitteln, Sicherheit aufzubauen, Distanzen zu verringern, Zweifel zu begraben, Rückschläge zu erdulden, sich schon an Minimalschritten zu erfreuen, sich selber zurücknehmen in den Erwartungen, ... muss man lernen, auch wenn man viele gute Vorraussetzungen oder Vorsätze schon á priori mitnimmt. Dieses Buch beschönigt nichts, erklärt in einfach strukturierter Weise, was auf Pflegeeltern zukommt, zukommen kann und wie man durch gute, adäquate Vorbereitung auf das Amt einer Pflegemutter, eines Pflegevaters genau das Horrorszenario vermeidet, dass das Kind erneut unverstanden abgelehnt, abgestoßen, und schließlich weggegeben wird. Traumatisierte Kinder haben hochsensible Antennen, die Kinder, die in einem gesunden Gefüge aufwachsen dürfen, niemals auszufahren haben, dieses nie bedürfen, weil ihnen diese spezielle Form der Urangst nie zuteil wurde, verlassen zu sein.

Will man nur lesen und dafür Bestätigung haben wie problemlos und einfach es in einer Pflegefamilie abgeht, dann "nicht kaufen". Es könnte den Leser verwirren und von liebgewonnenen Trugbildern ablenken. Will man schon in der Vorbereitungsphase hinter die Kulissen schauen, wie komplex ein innerer seelischer Konflikt eines verletzten Kindes sein kann, dann unbedingt empfehlenswert. Ein Kind wird Mama und Papa immer lieb haben, auch wenn wir aus unseren Erwachsenenaugen heraus erkennen, wie vielleicht unfähig diese biologischen Eltern sind.
Ein Kind wird, wenn seine Eltern es weggeben oder es ihnen weggenommen wird, immer die Schuld zuerst bei sich selber suchen. Pflegekinder sind Küken mit kaum noch Federn - sie zu wärmen, zu füttern, sie das Fliegen zu lehren, Angst zu nehmen, mutig die Schritte hinaus ins Leben zu wagen, Vertrauen zu geben, und zur richtigen Zeit loszulassen, sie nicht an sich zu ketten, muss gelernt sein, um die edle Funktion einer Pflegefamilie auch für alle Beteiligten positiv zu erfüllen. Dazu trägt dieses Buch zweifellos bei, auch wenn die Geschichte eines jeden Pflegekindes individuell anders ist, man nichts übertragen oder vereinheitlichen kann. Aber das Buch ist hervorragend geeignet, um uns genau diese Komplexität vor Augen zu führen. Ehrlich, offen, ohne Trapez oder doppelten Boden.
Mit Gruß aus Österreich

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20 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Sehr kritisch, aber ehrlich, 15. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Ratgeber Pflegekinder: Erfahrungen, Hilfen, Perspektiven (Taschenbuch)
Die Autorin beschreibt anhand von Fällen, was auf einen zukommen kann(!). Sie schreibt von unterschiedlichen Kindern aus unterschiedlichen Herkunftsfamilien mit unterschiedlichen Problemen die in unterschiedliche Pflegefamilien kommen und ganz normal vom Jugendamt betreut werden. Sie berichtet über Fehler, die schon bei der Auswahl der Kinder und der zukünftigen Pflegefamilie passieren können, über Fehler in der Betreuung des Jugendamtes - zB. Unehrlichkeit.

Es werden demjenigen die Augen geöffnet, der aus der Motivation "Geld" oder "Mitleid" ein Pflegekind aufnehmen will.

Aber es wird nicht über Erfolge berichtet, darüber, dass vielleicht doch ein Kind in seiner Pflegefamilie glücklich geworden ist und mit ihm seine Pflegefamilie und vielleicht auch die Herkunftseltern. Denn das passiert auch!

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