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Ratgeber Kaninchen

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Kaninchen

Informieren Sie sich bei uns über Kaninchen - Haltung, Ernährung, Pflege, Kosten und worauf Sie bei Kaninchen als Haustiere achten sollten.

Inhaltsübersicht Ratgeber Kaninchen

Haltung von Kaninchen

Kaninchen als Haustiere

Ernährung von Kaninchen

Pflege von Kaninchen

Kosten und Anschaffung von Kaninchen

Einkaufsliste Grundausstattung

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Haltung von Kaninchen

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere, die nicht nur psychisch darunter leiden, alleine gehalten zu werden, sondern Artgenossen auch zur gegenseitigen Fellpflege und zur Entwicklung eines gesunden Sozialverhaltens brauchen. Menschen oder andere Nagetiere (wie beispielsweise Meerschweinchen oder Hamster) sind kein geeigneter Ersatz für ein anderes Kaninchen. In einigen Ländern, beispielsweise Österreich oder der Schweiz, ist die Haltung einzelner Kaninchen sogar verboten.

Wer sich zwei Kaninchen anschaffen möchte, sollte ein Weibchen und ein kastriertes Männchen auswählen, da sich zwei Weibchen (auch Geschwister) oder zwei Männchen nach der Geschlechtsreife selten vertragen. Wer bereits zwei gleichgeschlechtliche Tiere besitzt, die nach der Pubertät nun nicht mehr miteinander auskommen, kann die Situation unter Umständen dadurch entspannen, ein weiteres Tier anderen Geschlechts zum Rudel hinzuzufügen.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Kaninchen bräuchten wenig Platz, benötigen Kaninchen sehr viel Auslauf – ihr Bewegungsdrang entspricht in etwa dem einer Katze. Pro Kaninchen sollten ständig mindestens 2 Quadratmeter zur Verfügung stehen, zusätzlich sollte für die Kaninchen jedoch auch die Möglichkeit bestehen, sich häufig (je häufiger, desto besser) außerhalb des Käfigs aufzuhalten, um zu rennen, Haken zu schlagen, zu hüpfen und die Umgebung zu erkunden.

Neben dem Bewegungsdrang sollte man bedenken, dass Kaninchen sehr neugierig sind und sich schnell langweilen –man sollte daher durch Spielzeug, Variationen in der Fütterung (Futterbaum, Futter „erarbeiten“ lassen etc.) oder Veränderungen im Auslauf immer wieder dafür sorgen, dass es etwas Neues zu erkunden gibt.

Falls kein geeigneter, fester Auslauf zur Verfügung steht, sollte man Kaninchen nur unter Aufsicht in der Wohnung laufen lassen und vor allem dafür sorgen, dass sie nicht an elektrischen Kabeln nagen können. Idealerweise stehen für die Kaninchen Zweige oder Korbgegenstände wie Weidentunnel zur Verfügung, an denen Sie Ihren Nagetrieb ausleben können.

Kaninchen als Haustiere

Kaninchen sind Fluchttiere und lassen sie sich nicht gerne hochheben und tragen – das gibt Ihnen das Gefühl, in den Klauen eines Fressfeindes zu sein und dem sicheren Ende entgegenzusehen. Entsprechend macht sie häufiges Herumtragen aggressiv und sie können darauf auch mit Bissen reagieren. Daher sind Kaninchen eigentlich keine geeigneten Haustiere für kleine Kinder.

Wenn man sich viel mit ihnen beschäftigt – und dazu gehört nicht regelmäßiges, erzwungenes Streicheln, das Kaninchen in vielen Fällen allenfalls dulden – können Kaninchen sehr zutraulich werden und kommen dann von sich aus auf den Menschen zu, stupsen zur Begrüssung und zeigen durch senken des Kopfes den Wunsch nach „Fellpflege“ an. Kaninchen sind allerdings nicht so menschenbezogen wie beispielsweise Hunde oder Katzen und werden vermutlich nie ein ähnliches Verhältnis zu „ihren“ Menschen aufbauen.

Ernährung der Kaninchen

Stets Heu zur Verfügung stellen

Kaninchen sollte immer in ausreichender Menge Heu zur Verfügung stehen, das reich an Rohfasern und relativ energiearm ist, also die Kaninchen beim Verzehr von größeren Mengen nicht dick macht.

Die Verfügbarkeit von ausreichend Heu ist für Kaninchen aus zwei Gründen wichtig: zum einen haben Kaninchen einen sogenannten Stopfmagen. Die Verdauung funktioniert bei Kaninchen also nur, wenn durch Fressen genügend Masse nachgestopft wird, da die Muskeln im Verdauungstrakt nicht ausreichen, um die Nahrung ohne diese Hilfe weiterzutransportieren. Der zweite Grund für die stetige Fütterung mit Heu sind die Zähne. Anders als beim Menschen wachsen die Zähne von Kaninchen immer weiter, weshalb sie durch Nahrungsaufnahme (und hier ist Heu aufgrund der Menge an Rohfasern am Besten geeignet) abgenutzt werden müssen.

Sowohl die Funktion des „Stopfens“ als auch die der Abnutzung der Zähne kann von Frisch- oder Fertigfutter nicht in ausreichendem Maß gewährleistet werden. Die Substitution von Heu durch Fertignahrung oder Getreide ist sogar gefährlich, weil es die Kaninchen zu schnell sättigt und sie daher vom Volumen zu wenig zu sich nehmen, der Stopfeffekt also nicht eintritt.

Manche Kaninchen sind, was das Heu angeht, sehr wählerisch – hier muss man unter Umständen mehrere Sorten durchprobieren, bis man eine findet, die den Tieren schmeckt. Für wählerische Kaninchen sollte man eventuell weniger grobe Bergwiesenheusorten ausprobieren. Auch hier kann es aber sein, dass sich die Feinschmecker unter den Kaninchen nur die besten Halme aussuchen.

Zweimal am Tag Frischfutter (Gemüse, Obst, Kräuter)

Zusätzlich zum Heu, das immer vorhanden sein sollte, sollte man Kaninchen zweimal am Tag frisches Futter anbieten - also Gemüse, Obst oder Kräuter. Im Folgenden eine kurze (nicht vollständige) Auflistung, welche Sorten Frischfutter für Kaninchen geeignet sind.

Als Frischfutter, das man Kaninchen auch in größeren Mengen anbieten kann, kommen Blumenkohl, Broccoli, Chinakohl, Eisbergsalat, Feldsalat, Fenchel, Knollensellerie, Möhren, Löwenzahn, Pastinaken, Steckrüben, Stielmus/Rübstiel, Äpfel, Basilikum, Dill, Kerbel, Petersilie oder Pfefferminze in Frage.

In geringem Mengen kann man auch Auberginen, Grünkohl, geschälte Gurken, Kürbis, Mangold, Paprika ohne Grünteile, Radieschenblätter, Romanescu, Rote Beete, Spargel, Topinambur, Ananas, Bananen, Birnen, Cranberry, Erdbeeren, Hagebutten, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Kiwis, Mandarinen, Orangen, Weintrauben, Oregano und Thymian füttern, hier sollte man aber besonders auf eventuelle Unverträglichkeiten achten, die sich in erster Linie in Form von Durchfall und in extremen Fällen in Form von Blähungen bemerkbar machen. (Bei Blähungen sofort zum Tierarzt, dies kann bei Kaninchen lebensbedrohlich sein!) Neue Futtermittel sollten immer erst vorsichtig, in geringen Mengen angefüttert werden.

Was das Füttern von Kräutern (aber auch generell Obst und Gemüse) angeht, so sollte man sich hier auf jeden Fall zusätzlich informieren – viele der Kräuter haben eine positive, heilende Wirkung, andere jedoch auch Nebenwirkungen, generell oder zum Beispiel auf schwangere Kaninchen.

Zusätzliches Futter und Leckerli

Zur Abnutzung der Zähne sollten Kaninchen regelmäßig auch Zweige angeboten werden, hier eignen sich besonders die Zweige von Apfel- und Birnbäumen, aber auch von Haselnusssträuchern oder Johannisbeerbüschen. In sehr geringen Mengen können auch die Äste von Ahorn, Birke, Buche, Erle, Kiefer, Pappel, Ulme oder Weide zum Nagen zur Verfügung gestellt werden.

Wie bereits zuvor erwähnt, sollte man bei der Fütterung von Kaninchen auf Getreide und Brot verzichten, da dies der Verdauung schadet und die Tiere sehr schnell fett macht. Stattdessen sollte man auf Kräuter und Blüten als Leckerli zurückgreifen. Manche Kaninchen fressen auch gerne getrocknete Bananenchips.

Vorsicht: Unverträglich oder Giftig

Die folgenden Lebensmittel sind für Kaninchen entweder unverträglich oder sogar giftig und sollten nicht verfüttert werden: Zwiebeln, Porree, Schnittlauch, Hülsenfrüchte, Bohnen, Kartoffeln, Rhabarber, exotische Früchte, Avocado, Bärlauch, Efeu, Farne, Holunder und Pepperoni. (Diese Liste ist nicht abschließend, auch hier ist es von Vorteil, sich zusätzlich zu informieren!)

Da Kaninchen wie oben beschrieben einen Stopfmagen haben, können sie sich auch nicht erbrechen, wenn sie etwas gefressen haben, das ihnen nicht bekommt. Unverträgliche und giftige Futtermittel können daher sehr schnell zu Koliken und zum Tod führen.
Pflege von Kaninchen

Kaninchen sollten regelmäßig beim Tierarzt vorgestellt werden – zum Impfen und Krallen schneiden und um die Ohren und die Zähne zu überprüfen. Zahnfehlstellungen sind recht häufig bei Kaninchen und haben zur Folge, dass sie nicht mehr fressen können, was dann zum Tod führt.

Zur Vorbeugung von Krankheiten sollten Sie außerdem regelmäßig Augen, Ohren, Nase, Gesicht, Zähne, Fell und Haut des Kaninchens untersuchen. Ebenfalls sollten Sie auf Veränderungen im Fressverhalten, sowie im Urin- und Kotabsatz achten, um Krankheiten frühzeitig erkennen zu können. Weiterhin ist eine regelmäßige Überprüfung der Krallenlänge wichtig, vor allem bei Kaninchen, die in der Wohnung gehalten werden. Auch hier ist es sinnvoll, sich zusätzlich zu informieren, um eventuelle Krankheiten frühzeitig erkennen zu können.

Kosten und Anschaffung von Kaninchen

Bevor Sie sich ein Kaninchen anschaffen, sollten Sie sich auch über die damit verbundenen Kosten im Klaren sein.

Der Kaufpreis für ein Kaninchen liegt bei 30 bis 60 EUR, je nachdem, ob Sie das Tier bei einem Züchter oder im Tierheim erwerben. Männliche Kaninchen sind in der Regel bereits kastriert, bei einem Rammler vom Züchter kommt dann noch die Kastration hinzu.

Zur einmaligen Grundausstattung gehört ein Gehege, das zwischen 100 und 300 EUR kosten kann – die Kosten hier sind auch abhängig davon, ob es ein Innen- oder Außengehege ist. Für die Innenausstattung des Geheges können Sie noch einmal zwischen 60 und 80 EUR ansetzen.

Zu den einmaligen Anschaffungskosten kommen monatliche Kosten für Futter und Leckereien – zwischen 30 und 150 EUR pro Monat – und Kosten für den Tierarzt – etwa 100 EUR pro Jahr ohne Krankheitsfälle – hinzu.

Für die Unterbringung Ihrer Kaninchen in der Zeit, die Sie im Urlaub verbringen, kommen in etwa weitere 5 bis 10 EUR pro Tag hinzu.

Insgesamt kommen Sie also auf Anschaffungskosten zwischen 190 und 440 EUR und pro Jahr auf Kosten zwischen 510 und 2.050 EUR für den Unterhalt – eine nicht ganz unerhebliche Summe.

Einkaufsliste Grundausstattung

Hier finden Sie eine Aufstellung aller Artikel, die wir Ihnen für die Grundausstattung empfehlen.
Weitere Informationen zum Thema Kaninchen

Wenn Sie weitergehende Informationen oder Beratung zu Kaninchen wünschen, möchten wir Ihnen die Top-Seller-Bücher rund um das Thema Kaninchen ans Herz legen.