Ich hätte nicht gedacht, dass PIXAR (finanziert durch Disney) so viel Wert auf Musik legt, aber anscheinend ist es so. Der Soundtrack ist genau so aufgebaut, wie ich ihn mir nicht vorgestellt habe: Perfekt! Michael Giacchino versteht es zauberhafte Melodien zu komponieren, die sogar von der Harmoniefolge etwas anspruchsvoller sind (allerdings sind die von John Williams wesentlich besser). Das Besondere an dieser Musik ist, dass sie mit dem Film außergewöhnlich sehr gut harmoniert, sprich die Musik und der Film gehören einfach zusammen. In der Musik wird die Leichtigkeit, der Spaß und das Französische haargenau erläutert, was den Film glänzen lässt. Hört man sich diese CD an, schwebt man regelrecht vor Leichtigkeit. Giacchino hat ein sehr gutes Hauptthema (Main-Theme) entwickelt, dass er ständig abwandelt, genau so muss ein sehr guter Soundtrack aufgebaut sein. Überhaupt wiederholt sich Giacchino ständig, was aber nicht stört, denn zwischendurch wird man immer wieder von interessanten neuen Melodiepassagen überrascht. Das Spiel mit Violine verschönert die ganze Komposition noch.
Das "Lockere" bei dieser Musik kommt vor allem in "Wall Rat" und "Colette Shows Him Le Rapes" gut herüber. In "Wall Rat" läuft die Ratte Remy nach oben, die Bewegung von ihm wird durch einer Flöte und sehr interessanten Streicherpassagen unterstützt. Seit Jahren habe ich keinen Soundtrack von der heutigen Zeit gehört, der die synchrone Anpassung zum Film derart gut beherrscht.
In "Colette Shows Him Le Rapes" dagegen werden Molltöne angewandt. Colette bringt Linguini streng die Regeln bei, die spannende Musik ist wahrhaftig ein Höhepunkt dieser CD.
An sich sind alle Stück sehr sehr gut gelungen, aber besondere Höhepunkte sind:
"Le Festin"; "This me"; "100 Rat Dash" (der Einsatz von Dramatik ist hier außergewöhnlich gut gelungen); "Souped Up"; A New Deal"; "Remy Drives A Linguini"; Losing Control"....und viele mehr (eigentlich alle)
Fazit: Dieser Soundtrack ist wirklich fantastisch, einer der besten der letzten acht Jahre. Denn er bietet nicht nur tolle Melodien, sondern auch akzeptale Harmoniefolgen (viele Komponisten gehen nämlich mit ihren Melodien rauf und runter, zum kotzen z.B. bei Hans Zimmer), und sehr gutes Passen zum Film. Die Leichtigkeit wird deutlich, und Synchronität.
(Wer auf wirklich Anspruchsvolles steht, sollte zu dem Komponisten John Williams greifen.)
Danke Michael Giacchino für diese Musik.