13 ist des Teufels Dutzend. Und zugleich die Anzahl der, in diesem Buch veröffentlichten Gespenster-Storys von 13 (Hobby-)Autoren, die ihr Handwerk verstehen. Wieder einmal widmet sich der Schreib-Lust-Verlag in einer Anthologie einer düster-phantastischen Thematik und folgt damit nicht nur dem allgemeinen Trend, sondern trifft auch den Nerv des Lesers, vorausgesetzt er kann mit unheimlichen Kurzgeschichten etwas anfangen. Dabei geht es in keiner der Storys albern oder allzu hanebüchen zu. Auch von der derzeitigen Romantik-Welle wird man glücklicherweise verschont. Vielmehr beleuchten die Autoren, zu denen auch die drei Herausgeber gehören, die vielfältigen Wechselbeziehungen zwischen den rastlosen Seelen und ihrer (meist) menschlichen Jäger. Ob nun als Einzelgänger, wie in Linda C. Deckers Beitrag 'Den ersten Geist vergisst man nie' oder in der Gruppe, wie in Stefan Loidls 'Das Lied des Schicksals', die Begegnung mit dem Übernatürlichem wird in jeder einzelnen Story packend, spannend und unheimlich zugleich geschildert. Herausragend ist vor allen Dingen die schaurige Erzählung von Bianca Plate. 'Reflexionen' ist eine exzellent geschrieben Kurzgeschichte, die in ihrem Plot an Gruselfilme, wie 'Paranormal Activity' erinnert. Tragisch hingegen geht es in Karin Kehrers 'Asyl' zu und 'Die dritte Frau' von Leo Fegerl wartet mit einem fast schon zynischen Ende auf. Wer allerdings Leila Wolf sein soll, die im Buch als Autorin der Geschichte 'Reflexionen' genannt wird, bleibt ein Geheimnis von Verlag und Druckerei, oder hat hier gar ein Geist sein Zeichen hinterlassen?