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Rasse und Klasse: Nachforschungen zum deutschen Wesen
 
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Rasse und Klasse: Nachforschungen zum deutschen Wesen [Gebundene Ausgabe]

Götz Aly
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (Februar 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100004191
  • ISBN-13: 978-3100004192
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 690.621 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Götz Aly
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Sammlung historischer Arbeiten, die das 20. Jahrhundert umspannen, zeigt, wie leicht die Vorstellungen von völkischer und sozialer Homogenität zu einer Mischung ineinander fließen, die schon den Nationalsozialisten als Erfolgsrezept diente. So heißt es viel versprechend im Klappentext zu Rasse und Klasse. Nachforschungen zum deutschen Wesen. Ein starker Titel fürwahr, dazu eine Hymne auf die große Kraft und einzigartige Stellung von Götz Aly im deutschen Journalismus, zitiert aus der Laudatio anlässlich der Auszeichnung seines essayistischen Werks mit dem Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste im Mai 2002.

Doch wo steht das alles geschrieben? Zwischen den Buchdeckeln jedenfalls findet man nur ein relativ zusammenhangloses Sammelsurium nicht mehr ganz taufrischer Beiträge für diverse Feuilletons. Einige Redemanuskripte noch, darunter auch der 1995 in der FAZ veröffentlichte Vortrag über die nationale Homogenisierung, Entdifferenzierung und Selbstzerstörung Europas, mit dem sich der Politikwissenschaftler und Historiker am Otto-Suhr-Institut habilitierte. Das Gros der 27 Texte stellt jedoch Artikel aus seiner Tätigkeit für die Berliner Zeitung -- überwiegend verfasst aus tagesaktuellem Anlass, was kaum zu verhehlen ist. Dabei gefiel sich der Ex-taz-Redakteur (und Rotbuch-Autor) offenbar in der Rolle des Oberlehrers, der, abgeklärt durch seine Vergangenheit im Milieu der "linkskonform in sich ruhenden Rechthaber" der Alt-BRD nun mit dem Habitus eines erleuchteten Renegaten den "treudeutschen Linkshabern" in der Stammleserschaft der früheren SED-Bezirkspostille Lektionen über die faktischen Ungewissheiten historischer "Wahrheiten" erteilte.

Dies alles soll nicht heißen, dass der Mann nichts Intelligentes zu sagen hätte. Doch obwohl im Buch zum Schluss die Sache mit der NS-Ideologie als typische egalitäre Sozialutopie des 20. Jahrhunderts auftaucht, bleibt ein Nachgeschmack von Etikettenschwindel. Handelt es sich hier doch uneingestandenermaßen um nichts anderes als eine aus gegebenem Anlass zusammengeschusterte Art "Best of Aly". Vielen Lesern mag das Gewinn bringen, doch sollte dies auch klar gemacht werden. --Roland Detsch

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.03.2003
In seinem Band "Rasse und Klasse" folgt Götz Aly nach Ansicht von Stefan Breuer den Spuren Henrik Ibsens, dessen Obsession die Enthüllung von Verbrechen war, "auf denen die sogenannte Normalität ruht". Die meisten der siebenundzwanzig Texte Alys, die der Band versammelt, sind für Breuer "Miniaturen des Grauens", die für ihn die Verwurzelung der Gegenwart im Abgründigen belegen: Ob es um einen Kinderarzt gehe, dessen Beteiligung am NS- Euthanasieprogramm von der Stasi vertuscht wurde, um einen Nationalpreisträger der DDR nicht zu beschädigen oder um die Hunderttausende von Schnäppchenjägern, die aus der Arisierung ihren Vorteil zogen - stets handelten nicht irgendwelche Monster oder Dämonen, sondern höchst gewöhnliche Durchschnittsmenschen. Aly führt sie nicht vor, so Breuer, zeigt aber klar, welches Potential in diesen Ordnungsmenschen stecke. Breuer hebt insbesondere den letzten Text des Bandes "Hitlers Volksstaat" hervor, in dem Aly schildert, wie Deutschland im Nationalsozialismus eine "gigantische Zugewinngemeinschaft" wurde. "Wer von den vielen Vorteilen für die Millionen einfacher Deutscher nicht reden will", zitiert Breuer die These des Autors, "der sollte vom Nationalsozialismus und vom Holocaust schweigen." Ein Satz, dem Breuer nur zustimmen kann. Dass Aly den Nationalsozialismus mit seinen ungeheuerlichen Verbrechen in den Zusammenhang der egalitären Bewegungen und Utopien des zwanzigsten Jahrhunderts stellt, erscheint Breuer allerdings "abwegig". Die Nazis hätten die Ermordung der europäischen Juden gewiss nicht aus einer "Gleichheitsidee" heraus betrieben. "Man kann", so der Rezensent resümierend, "von Aly viel lernen, aber in diesen Punkt überzieht er seine Sache."

© Perlentaucher Medien GmbH

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
29 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kein einseitiger Blick. 28. Januar 2004
Von Volkmar Weiss TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn ein anderer als Götz Aly (z.B. irgendein Abgeordneter) unter der Überschrift „Hitlers Volksstaat" (im Buch S. 230f.) das Folgende geschrieben oder gesagt hätte, stände ihm wahrscheinlich eine Menge Ärger ins Haus: „Heute wird die Rassenideologie des Nationalsozialismus oft als pure Anleitung zu Haß und Vernichtung verstanden. Doch für Millionen Deutsche lag das Attraktive des neuen politischen Programms in dem nach innen gerichteten völkischen Gleichheitsversprechen. Für viele schien die Einebnung der Klassenunterschiede in der Staatsjugend, im Reichsarbeitsdienst, in den Großorganisationen der Partei und langsam selbst in der Wehrmacht fühlbar zu werden. Programmatisch verband die Nazibewegung die soziale mit der nationalen Homogenisierung ... . Demnach durfte ein so genannter Arier bald nach 1933 keine Beziehung mehr mit so genannten Jüdin eingehen, aber erstmals konnte ein Offizier ein Mädchen aus einer Arbeiterfamilien heiraten - vorausgesetzt: Beide Partner erwiesen sich nach erbhygienischen Kriterien als ehetauglich. ... In der Tendenz brach der Begriff Rasse den Begriff Klasse. ... Die Mehrheit der Deutschen empfand die Zeit als Epoche besonders schneller Veränderung, sozialer Umschichtung, breiter Aufwärtsmobilisierung, oft auch hoher individueller Verantwortung. .. Das dritte Reich errang seinen innenpolitischen Zuspruch als das Reich der kleinen Leute und jener deutschen Intellektuellen, die beschlossen hatten, ihren Klassendünkel aufzugeben." Aber Aly kann und darf das sagen, schreiben und drucken, und es ist gut so, daß sich mit einem größer werdenden historischen Abstand eine nüchterne Bilanz der Jahre 1933 bis 1945 abzuzeichnen beginnt. Wer das besser begründet lesen will, der sollte zum 4. Band der „Deutschen Gesellschaftsgeschichte" von Hans-Ulrich Wehler greifen.
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