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... kommen The Rascals daher, mischen die etwas muffig werdende Britpopszene auf und machen richtig Spaß.
Ein Album, gerade zum rechten Zeitpunkt sollte man meinen, denn auf einmal sind sie alle wieder da:
The Verve sind nach langer Abstinenz immer noch auf der Suche nach sich oder einer Neubesinnung und präsentieren uns mit "Forth" eine Art Zwischenergebnis. Schwere bedächtige Kost, mit nur ganz knappen Andeutungen der ehemals genialen Songschreibekunst.
Coldplay liefern mit "Viva la Vida" ein höchst mittelmäßiges Album ab, immerhin auf halbem Weg zurück, von den unvorteilhaften Versuchen U2 neuzuerfinden, sind sie jedoch noch nicht wieder bei ihren einzigartigen, sogauslösenden Harmonien angekommen.
Travis schaffen es mit "Ode to J.Smith" immerhin die (im schlechtesten Sinne - Pardon) beatlesartige, verwaschene Gleichatmigkeit der letzten Alben abzuschütteln und klingen wieder nach Travis. Auch ihnen wollen allerdings die richtig brillanten Melodien noch nicht wieder einfallen.
Oasis, ließen sich auch mal wieder ins Studio prügeln, nachdem das Auskochen des alten Bestands mit der "Best Of" von 2006 nun wohl finanziell langsam an Wirkung verlor. Heraus kam "Dig Out Your Soul", das vielleicht paar nette Andeutungen macht, es aber aus der Beliebigkeit nicht herausschafft und weit hinter den Möglichkeiten der Jungs zurück bleibt.
Keane, haben bei ihrer Besinnung wohl bemerkt, dass sich die unglaubliche Zugänglichkeit ihrer Musik im geschickten Reproduzieren und Vermengen von wohl bekannten Sounds begründet. So machen sie die Not zur Tugend und klingen auf "Perfect Symmetry" unverblümt nach Duran Duran und Bowie. Manic Street Preachers und Queen lassen gar mehrfach grüßen, um nur die offensichtlichsten zu nennen. Das ist insbesondere mit der besonderen, wenn auch nicht einzigartigen Stimme Tom Chaplins nicht schlecht, aber auch kein Meilenstein.
Ein Zeitpunkt, wie gemacht, um frischen Wind in die Szene zu bringen und mit Leichtigkeit links an den alten Hasen vorbeizuziehen.
Dazu geben The Rascals mächtig Gas, gehen auf der Suche nach weniger abgedroschenem den nötigen Schritt weiter, wo andere sich verlieren, vorbei an den poprockigen 80ern, überspringen die ebenfalls wieder aufgekeimten epischen und psychedelisch anmutenden 70er und nutzen gekonnt Stilmittel des Ursprungs.
Dort wo die anderen die aufgekommene Seichtigkeit hie und da mit Härte auszugleichen versuchen, wirkt die Wildheit der Rascals, die immer wieder durch die angenehme inspirierte Klarheit ihrer Songs durchbricht, einfach unverbraucht und authentisch.
Letztlich hinkt der ganze Vergleich auch, denn The Rascals 'sind' jung und unverbraucht. Und sie sind andererseits auch noch nicht abgehangen genug, um mit der Marktmacht der anderen mithalten zu können. Leider oder vielleicht zum Glück fehlt dem Album auch der hitparadenfähige Ohrwurm.
So werden die Jungs diesmal noch im jugendlichen Leichtsinn am Feld vorbei, aber auch über das Ziel hinausschießen.
Die Masse ist noch nicht bereit für Euch Rascals, aber wehe, wenn ihr so weitermacht und wiederkommt...
Dass Miles Kane noch allerhand zu bieten hat darüber besteht kein Zweifel. Was er mit Alex Turner als "The Last Shadow Puppets" auf die Beine stellte, wirkt so was von abgehangen... die beiden können, wenn sie wollen!
Herrlich frisches Album, das einem für 37:34 Minuten den Atem raubt. Das ist kurz, reicht den Jungs aber um einiges mehr zu sagen, als andere in der doppelten Zeit nicht schaffen und außerdem, wer kann schon länger den Atem anhalten?