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Wiederentdecken:Bruno Leonardo Gelber, 23. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Les Rarissimes de... (Audio CD)
Bruno Leonardo Gelber,heute nicht gerade vergessen, aber überhaupt nicht mehr im Focus.
Dabei war er ein Pianist mit viel Tiefgang,hervorragener Technik und dekikatem Anschlag.
In der Tat sind die Aufnahmen ,die hier vorliegen, inzwischen Raritäten.
Erst der Beethoven. Gelber hat recht viel Beethoven eingespielt, den grösseren Teil bei Denon, aber die alten EMI-Aufnahmen, er begann mit 22 Jahren, 1964, sind überzeugender ( auch technisch, bei Denon findet sich viel Hall). Die hier vorliegenden Beethovensonaten liegen Gelber besonders, die Pastoralsonate ebenso wie les adieux. Da ist Anschlagskultur gefordert und die besitzt Gelber,man höre allein die drei Akkorde der Sonate op. 81 a. Sein Beethoven ist nicht so grimmig, eher von romantischer Leidenschaft.
Deswegen wundert es nicht, dass er bei Schumann zu ganz grosser Form aufläuft. Die technischen Anforderungen der sinfonischen Etüden machen ihm gar keine Schwierigkeiten, das romantisch Schwärmerische gelingt ihm ausserordentlich. Carnaval und sinfonische Etüden liegen hier in einer hochwertigen Interpretation vor. Schumann leuchtet.
Die Wandererfantasie von Schubert ist auch ein Stück, dass Gelber liegt.
Die Nähe zu Beethoven ist unüberhörbar. Eine deutliche Virtuosität gibt Gelber diesem Stück. Das abschliessende Allegro ist von grosser Prägnanz.
Die dritte Sonate von Chopin zeigt den Virtuosen Gelber besonders schön, etwa das hingeworfene Scherzo und das dräuende Finale.
Ein frühvollendeter grosser Pianist. Wiederentdecken !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mehr davon!, 18. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Les Rarissimes de... (Audio CD)
Vor bald vierzig Jahren hörte ich erstmals Bruno L. Gelber mit Beethovens "Pastorale", Schuberts "Wandererphantasie" und Schumanns "Symphonischen Variationen" - alle auch versammelt in dieser hervorragenden Kompilation. Damals, in Clermont-Ferrand, herrschte von Beginn an eine solche gespannte Stille unter den Zuhörern, dass man die berühmte Stecknadel hätte am Boden aufschlagen hören können - und das in der französischen Provinz, wo das Verhältnis zur E-Musik traditionell eher locker ist! Die Kompositionen von Beethoven und Schuman hörte ich damals überhaupt zum erstenmal; es war wie eine Offenbarung! - Und nun die verdienstvolle Neuauflage früher LP-Einspielungen in der Reihe "Rarissime" bei EMI. Ohne die Aura des Live-Auftritts zwar, dennoch tief beeindruckend.
Gelber hat sein Repertoire weitgehend auf die genannten Komponisten (+ Brahms) konzentriert und perfektioniert. Während die Konkurrenz, auch schon in den späten 60er Jahren, oft auf das Staunen und Überwältigen des Hörers aus ist ("Na sowas, das kann man auch s o spielen? Sollte man? Darf man? Ein Blick in die Noten wäre gut. Jedenfalls: Interessant!"), hat man bei Gelbers Spiel nie dieses Bedürfnis - so schlüssig, so natürlich, so "klassisch" wirkt es; wie aus einem Guss und doch bis ins Detail gestaltet und durchhörbar. Bitte mehr davon!!
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