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Das vierte Album der Steve-Morse-Ära überrascht mit einigen orientalisch eingefärbten Gitarren-Riffs, bietet ansonsten aber ähnlich gut abgehangenen Purple-Hardrock wie die grandiosen Vorgängerscheiben Abandon und Bananas. Von einfühlsamen Balladen, bei denen besonders Sänger Ian Gillan zu glänzen weiß, über vertrackte Groove-Nummern, deren Rhythmusspuren gerne auch mal ins Jazzige abdriften, bis hin zu knallharten Dampframmen, wie man sie seit den siebziger Jahren nur noch selten von den Briten gehört hat, wird ein gewohnt breites Spektrum abgedeckt. Ohne allzu sehr die eigene Vergangenheit auszuschlachten, bewegt die Band sich in atmosphärischer Hinsicht meist irgendwo zwischen leicht wehmütigen Melancholie-Nummern und grinsenden Gute-Laune-Garanten, und technisch wird einmal mehr vom Allerfeinsten aufgefahren. Lediglich die ganz großen magischen Momente in den Refrains fehlen diesmal, und bei ein, zwei Songs agiert man als Kollektiv etwas kraftlos. Purple-Anhänger sollten aber trotzdem zugreifen, denn natürlich ist Rapture Of The Deep trotz seiner leichten Schwächen immer noch ein gutklassiges Album. -- Michael Rensen
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Der Opener "Money Talks" ist ein ausgefeilter Song mit einem überraschend eingängigem Refrain, ohne dass der Song dabei poppig ist. Ein Lied, das man auch in ein paar Jahren noch gerne anhören wird. Deep Purples bester Album-Opener seit "The Battle Rages On".
"Wrong Man" hat ein cooles, sehr grooviges Riff, das einem nicht aus dem Kopf geht. Insgesamt ist der Song aber eher durchschnittlich.
Das folgende "Girls Like That" klingt sehr stark nach Aerosmith (auch der Opener von Bananas hatte klare Anleihen bei den Luftschmieden), für meinen Geschmack auch eher ein Füller, nett zu hören, aber kein Highlight.
Mit dem Lied "Rapture Of The Deep" sind wir dann beim ersten Höhepunkt des Albums angekommen, sicherlich ein zukünftiger Klassiker. Das leicht orientalische Thema und die Gitarrensoli werden auch eingefleichten Blackmore-Fans Freude machen. Ehrlich gesagt hat Ritchie Blackmore in den letzten 20 Jahren keinen vergleichbaren Song zustandegebracht. Das Lied ist um einiges besser als "Anya" und "Ariel" zusammen.
"Clearly Quite Absurd" erinnert etwas an Haunted. Derselbe Rhythmus, aber nicht so poppig, eher etwas düster. Ganz nett.
"Don't Let Go" ist ein überraschend eingängiger Blues. Der Refrain kann einem stundenlang im Kopf hängenbleiben.
Das folgende "Back To Back" ist gut strukturiert, allerdings klingt das Keyboard-Thema für meinen Geschmack zu sehr nach den 80-ern. Das wertet den Song wieder etwas ab.
Mit "Kiss Tomorrow Goodbye", sind wir wieder bei einem der Höhepunkte des Albums angelangt. Ein düsterer ausgefeilter Rocker.
"Junkyard Blues" ist ein schöner Blues, den man aber auch ein paar Mal anhören muß, bis man seine Stärke entdeckt.
Der letzte Song "Before Time began" hat noch das Zeug zum Klassiker. Ein sehr atmosphärisches und äußerst gelungenes, eigentlich fast progressives Lied.
Deep Purple hat mit dem Album sicherlich nicht das Rad oder sich slebst neu erfunden, allerdings werden Fans, denen Bananas und Purpendicular gefiel an der Scheibe ihre Freude haben und wer sonst auf gute Rockmusik steht wird zumindest den Titeltrack und Before Time Began" sehr zu schätzen wissen.
Man muß dem Album Zeit geben, es mehrmals anhören, bevor man sich eine Meinung bilden kann. EInige Lieder entwickeln ihre Stärke erst mit der Zeit.
Der fast progressive Titelsong und das Schlußlied "before Time Began" haben das Zeug zum Klassiker, aber auch den Opener "Money Talks" mit dem überraschend eingängigen Refrain und "Kiss Tomorrow Goodbye" wird man sicherlich in einigen Jahren noch gerne anspielen.
Natürlich gibt es auch einige wenige Füller, wie "Back to Back" mit dem 80-er Jahre Keyboard-Solo.
Wem "Purpendicular" und "Bananas" gefallen hat, dem ist "Rapture of the Deep" zu empfehlen. Das Songwriting wirkt sogar ausgereifter als beim Vorgänger und das Album ist noch stimmiger als "Purpendicular", womit allerdings zu betonen ist, dass man nicht so viel unterschiedliche Stile wie auf Steve Morses Erstling bei DP hört.
Wer einen singletauglichen Song sucht, wird enttäuscht werden, dafür findet er beste Songwriting-Qualität. Bei dem Titellied werden vielleicht nicht nur Dream Theater etwas neidisch, sondern auch Ritchie Blackmore. Das orientalisch angehauchte Thema und die Gitarrensoli klingen stark nach ihm. Dass er so einen Song in den letzten 20 Jahren hingekriegt hätte wage ich jedoch zu bezweifeln.
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