Lange vor der Welle der zynischen Italo-Western entlarvte Fritz Lang 1952 Mythos und Legende des Wilden Westens. Hinter der von Hollywood verklärten Heldenverehrung verbargen sich nun farblose kleine Verlierer. Vern Haskell ist auf der Suche nach den kaltblütigen Mördern seiner Verlobten. Während seines Ritts werden ihm immer abenteuerlichere Geschichten über den Mörder und die legendäre Saloon-Dame Cora Kean aufgetischt, die jetzt die Farm Chuck-a-Luck betreibt und den Verbrecher versteckt. Als er die sagenumwobende, berüchtigte Ranch schließlich entdeckt, bietet sich ihm das triste, traurige Leben mittelloser Glücksritter, das nichts gemein hat mit dem Mythos des amerikanischen Westens. Fritz Lang baute den Film im Stil einer gleichnishaften Ballade auf. In Rückblenden wird das scheinbar ruhmreiche, gesellige und laute Vorleben der Mörderbande im besten Wild-West-Klischee geschildert. Mit der Ankunft auf der Farm stürzt dieses Bild zusammen. Damit der damalige Zuschauer die Absicht verstand, besetzte Fritz Lang die Rolle der Cora Kean mit Marlene Dietrich, die einst in Destry rides again und The Spoilers freche, glanzvolle Saloon-Flittchen gespielt hatte. Dieses Rollen-Schema griff Lang zunächst auf und zeigte die Dietrich im zweiten Teil schmallippig, abgekämpft und grantelig in einem braunen Arbeitshemd auf der staubigen schäbigen Farm, eine alt gewordene Verliererin, die ihr Glück nicht gefunden hat. Die doppelte Zerstörung einer Legende. Am Ende sind Gut und Böse keine diametral entgegen gesetzten Werte mehr. Der Wilde Westen kannte nur Verlierer.