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Ramses Müller: Roman Taschenbuch – 28. Juli 2009


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 200 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: Klappenbroschur (28. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821861045
  • ISBN-13: 978-3821861043
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 12,2 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 786.499 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Schubal, der heißt wirklich so, seinen Vornamen gab er ja nie preis, fragte ihn ja auch keiner danach, Schubal also wie der Heizer, der rumänische, auf dem Schiff von Kafkas Amerika, also das Buch jetzt, Kafka war ja kein Reeder. Weil den 16-jährigen Karl Rossmann das 35-jährige Dienstmädchen Johanna Brummer verführt hat und ein Kind von ihm bekommt, schicken ihn seine Eltern aus Prag fort zum Onkel Jakob nach Amerika, und auf dem Schiff ist seine erste Vertrauensperson eben jener Heizer, vielleicht war Schubal ein Pseudonym Schubals, vielleicht nannte er sich nur so, dann wäre er cleverer als der Eindruck, den er bei allen hinterließ. Schubal also, also nicht der Heizer, aber Moment, vielleicht hieß er Heizer? Aber nein, das wäre doch eine Ecke zu raffi niert für ihn, aber wer weiß, vielleicht haben sich alle in ihm getäuscht und er hatte alle anderen in der Hand, sie waren letztlich seine Marionetten, so ist das doch in schlechten Filmen, Krimis, wenn der Simpelste alle in Schach hält, Die üblichen Verdächtigen, der eine mit dem Hinkebein, Keyser Soze, Kevin Spacey, stellt sich klein und schwach, als geprügelter Hund dar, fährt am Ende mit Kobayashi im Taxi weg, während der Kommissar vor Wut in seinen Hut beißt, lustig, sollten sie sich am Ende doch in Schubal getäuscht haben? Schubal, reimt sich auf Zufall, König Zufall, wenn der Zufall die Normalität, den Fluss des Lebens bestimmt, vielleicht war er doch der Lenker, der Geringste unter euch soll euch führen, wie Jesus über das Wasser. Na, am Anfang bzw. im ganzen Hergang war er schon eine reichlich traurige Gestalt, nicht? Freunde? Fehlanzeige, eine Mutter gab?s irgendwie, hat man so gehört, Schwester auch, irgendwo in Niedersachsen, wo sonst? Celle fi el wohl mal in irgendeinem Gespräch, aber es kann auch irgendein nichthumanes Geräusch gewesen sein, das zufällig wie Celle klang, eine umkippende Tasse etwa, über seine Herkunft hat er ja auch nicht geredet, oder man wollte es einfach nicht hören, weil alles so langweilig klingt, manhat es sofort wieder gelöscht aus dem Erinnerungsspeicher, kann sein, dass er mit seiner Herkunft gebrochen hat, nein, gebrochen klingt auch wieder zu pathetisch für Schubal, die Mutter wusste wohl nichts mit dem Sohn anzufangen, sie hatten sich nichts zu sagen, verschiedene Wellenlängen, und die Schwester, für die gab es nur ihre Akne, einziger Lebenszweck ... nein, Uelzen war das, wo der herkam, die Stadt, die sich keck mit einem fehlenden Umlaut schmückt, die vielen Teile des Puzzlespiels müssen erst noch gestanzt werden, bevor sie zusammengeschoben werden können, ein Bild zerstören, zerlegen, um es zusammensetzen zu können. Also Schubal aus Uelzen. Wann genau er nach Berlin gekommen ist, und warum, und vor allem, was er hier eigentlich gemacht hat, kein Mensch wollte das wissen, er war einfach da, wie er für seine Mutter in Uelzen eines Tages einfach nicht mehr da war, auch sie wird das so hingenommen haben, er kam auf dem osmotischen Weg vermutlich, da gibt?s ja Heerscharen von solchen Typen, Ameisenvölker, Pilzkolonien, die von überall herkommen und einfach da sind, die assimilieren sich ganz schnell, können ihren Aggregatzustand verändern, das ist vielleicht deren größte Kunst oder Leistung, wenn man das so nennen kann, Mimikrymenschen, da zu sein und so zu tun, als wäre nicht gerade ein Vulkan ausgebrochen oder ein Atomreaktor in die Luft gefl ogen oder, naheliegender, die Berliner Mauer zernagt, und dann so zu tun, als sei eben nur mal eine Tür auf- und wieder zugegangen, die lehnen an einem Baum und werden nach einiger Zeit runzlig und undefi nierbar graubraun wie Rinde und tun ganz erstaunt, wenn man sie dann fragt, was sie denn da machen würden, verblüfft wären sie, beleidigt fast, sie würden Vögel beobachten, Spechte, Kleiber, irgendwelche Rindenvögel, echt eine reife Leistung. »Was? Ich hab die Vase umgeschmissen? Ich hab mich nicht vom Fleck gerührt, ich steh hier schon seit drei Stunden vollkommen reglos, ist das jetzt auch schon verboten?«

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Golem am 17. September 2009
Format: Taschenbuch
Tex Rubinowitz hat also einen Berliner Szene-Roman geschrieben, der nur allzu gerne mit "Herr Lehmann" von Sven Regener verglichen wird. Dieser Vergleich ist vielleicht nicht ganz korrekt. Sicherlich schreibt auch Rubinowitz über einen verschrobenen Typen namens Schubal, der aus der Provinz nach Berlin gekommen ist und nun dort ein skurriles Leben führt. Damit hören die Paralleln auch schon auf. Rubinowitz ist um etliches absurder als Regener, dass er mit seine schrägen Ideen, Berliner Szenegrößen in die Story zu integrieren, fast schon Sphären von Helge Schneider erreicht. Da wird vor niemandem Halt gemacht, Schlingensief, Haußmann, Stuckrad-Barre, Charlotte Roche und sogar Bud Spencer und Norbert Blüm bekommen ihr fett weg. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist am Anfang allerdings der Stil. Man hat beinahe den Eindruck, Rubinowitz wolle wie Kafka schreiben, nachdem er sich den Namen seines Hauptcharakters dort schon ausgeborgt hat. Ein etwas schlichterer Stil hätte den Lesespaß hier eher gefördert, denn hier geht es mehr um das Erzählte selbst als um die Art und Weise.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von nalia am 28. November 2009
Format: Taschenbuch
ich hätte das Buch gern behalten (unterhaltsam ist der Inhalt an sich schon), gäbe es da drin nicht so viel Exkrementen-Thematik, die stark an die auch im Buch angeführte Roche erinnert - das "verekelt" mir das ganze Lesevergnügen. Ist das eine momentane Mode? Wenn ja, so möchte ich mich für meinen Teil der "dicken Kackwurst" entziehen.
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4 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Martin Stein am 24. August 2009
Format: Taschenbuch
Das Zäpfchen
kitzelt
mit
der Schnoddrigkeit
des Flaneurs.

So ist er, unser Dirk.

Ich hätts jetzt nicht direkt besser sagen können.

Einen hab ich noch:

Wie fanden Sie das Schnitzel?
Ganz zufällig unter einem Salatblatt!

(Dirk aus seiner Zeit bei e&t, eingerahmt von der Kalkleistenkolumne des Monsignore GvP)
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