Jemand, der bereits Hintergrundwissen zur altägyptischen Geschichte besitzt, kann sowohl diesen als auch den ersten Band der Ramses-Reihe nur unter Zudrücken beider Augen und unter Rücksichtnahme auf künstlerische Freiheit lesen.
Ich habe es geschafft den ersten Band ganz und den zweiten bis zur Hälfte zu lesen, und hab ihn dann frustriert beiseite gelegt, mit dem Gefühl, daß es sich dabei um eine ins alte Ägypten verlegte Version der Fernsehserie "Dallas" handelt, mit einer 1:1-Übereinstimmung bei den handelnden Charakteren.
Die Geschichte ist simpel gestrickt, im Stil eines Aufsatzes von einem bemühten Oberstufen-Schüler geschrieben. Es kombinieren sich an den Haaren herbeigezogene Handlungsstränge, mit einer unglaublichen Abfolge von Intrigen (Vom Küchenmädel bis zum Oberpriester kocht jeder sein Süppchen und will dem Pharao ans Leben).
Dazu mischt man noch ein gutes Quentchen Esoterik, sodaß der Pharao mittels Wunderkräften immer wieder vor bösem Einfluß geschützt wird.
Die Spannungshöhepunkte der Geschichte sind so flach aufgebaut, daß man bereits 3 Seiten davor weiß worauf es hinausläuft.
Ich habe mir eigentlich einen historischen Roman erwartet, als ich das Buch kaufte, vor allem im Hinblick darauf, daß der Author ja Ägyptologe sein soll. Tatsächlich häufen sich Fehler und Falschangaben über tatsächliche Geschehnisse bzw. über die Gepflogenheiten im historischen Ägypten, und die Geschichte selbst ist mehr ein Märchen als ein Roman. Nicht zu empfehlen!