Vorneweg: Die Bewertung bezieht sich auf die amerikanische Unrated Version! Die geschnittene Deutsche Fassung bekommt nur einen Punkt!
Zitat Boll:
"Für mich ist das der härteste Schlag, den ich bisher von der FSK bekommen hab, weil das ja noch nicht mal mehr eine Diskussion ist um explizite Gewaltdarstellung oder so was.
Und das ist natürlich, muss ich schon sagen, für mich schwer nachzuvollziehen, aber das zeigt ja die Grundhaltung der FSK, und ich kapiers nicht. Vor allem, wenn du dann diese HALLOWEEN- (neu) und SAW- und die ganzen Sachen hast, dann sagst du, na gut, selbst in der geschnittenen Version sind da ja explizite Gewaltorgien nach dem Motto Gewalt macht Spaß, wie werden Leute gefoltert. Ich würde selbst da nichts schneiden, ich bin selbst da gegen Zensur, nur, da kannst du ja noch diskutieren. Nur wenn du auf einmal sagst, uns gefällt das Ende von nem Film nicht, weil uns das zu zynisch ist, und deshalb tun wir den auf den Index, da musst du dich doch fragen, ob sechs Leute in Deutschland bestimmen können, was die Leute schreiben, denken, lesen. Das ist dann schon schockierend.
Wo er Recht hat... Augenzwinkern
Das man hierzulande erwachsenen Menschen nicht zutraut sich auch enmal mit etwas anderen Filmen auseinanderzusetzen finde ich sehr schade.
Ein junger Mann, der noch bei seinen Eltern lebt, und sich, anstatt sich am College zu bewerben, als Mechaniker in einer Autowerkstatt verdingt, fasst eines Tages den Entschluss, sich an der Gesellschaft zu rächen.All talk, no action, das will er ändern, also besorgt er sich automatische Waffen, Sprengstoff, Messer und einen kugelsichere Anzug, rüstet sich damit aus und fährt verkleidet ins Zentrum der Kleinstadt. Hier sprengt er zunächst die Polizeistation in die Luft und erschießt dann einfach jeden, der ihm über den Weg läuft. Na ja, fast jeden.....
Fazit:
Was Boll hier zeigt, ist nur vordergründig ein Täter, dem jede moralische, psychische aber auch erzählerische Motivation für sein Tun fehlt. Er lässt seinen Protagonisten zwischendrin allerdings immer wieder vor einer weißen Leinwand über die Gesellschaft philosophieren, etwa: Let,s just clean the world und It,s my own brand of population control.Boll hebt nicht den Zeigefinger, sondern mixt seinen Cocktail aus Medienkritik, Schlagzeilendramaturgie und galligem Humor, nahezu mühelos und glücklicherweise mit genug geschmacklichen Verfehlungen, das er sich nicht ohne weiteres geniessen lässt.Speziell das Ende des Filmes(auf das ich aus naheliegenden Gründen nicht genauer eingehe)lässt den Zuschauer mit vor Staunen offenem Mund und einem prima schlechten Gewissen zurück.
Besorgt Euch den Film bei Interesse tunlichst aus dem benachbarten Ausland.