Der Film "Rambo - Erstes Blut" basierte auf der gleichnamigen Romanvorlage, die mit John Rambos Tod endete. Die Verfdilmung allerdings lässt den Vietnamveteranen weiterleben, auf Silvester Stallones Empfehlung. So ließ auch ein weiterer Film mit Kampfmaschine Rambo nicht lange auf sich warten, allerdings fehlen in dem zweiten und dem letzten "Rambo"-Film die sozialkritischen Aspekte, die den ersten ausmachten. Von Amerikakritik ist keine Spur mehr, außerdem ging es viel mehr darum, pure Gewalt und Blut zu zeigen, im Gegensatz zum ersten Film, wo sogar der Hauptbösewicht (wenn auch verletzt) überlebt. In diesem Film hat Rambo also die Lizenz zum Töten, die er auch gewissenhaft nutzt.
Jerry Goldsmith war wohl einer der bedeutendsten Filmkomponisten überhaupt. Er schaffte es meisterhaft, jedem Film wortwörtlich eine persönliche Note zu verleihen, ohne in den heute so beliebten 0/8 15-Schrott abzudriften. Er war also die perfekte Wahl für einen so gewagten Film wie "Erstes Blut" für den er, ebenfalls auf CD erhältlich, einen grandiosen Score komponierte. Nach diesem Ergebnis wurde Goldsmith auch für den zweiten Film verpflichtet, die Musik zu schreiben und sein Talent, die Seele des Filmes zu erkennen und die Handlungen der Charaktere musikalisch darzustellen, ist auch in diesem Film wieder zu erkennen.
Allerdings geht Goldsmith auch besonders auf die Brutalität ein, die sich im ersten Film ja noch in Grenzen hielt. Auf das "Rambo"-Thema verzichtet Goldsmith völlig. Rambo ist kein Charakter mehr, keine richtige Person, sondern nur noch eine Kampfmaschine. Auch das im ersten Film erstmals verwendete Actionthema, von einem hämmernden Flügel gespielt, fehlt. Die Musik zum ersten Film war rein orchestral. In diesem Film verwendet Jerry Goldsmith viele synthetische Klänge, einen rasselnden, donnernden Klang verwendet er besonders oft, der auch in "Rambo III" noch zu hören sein wird. Die Musik ist allgemein viel actionreicher, viel lauter, viel brutaler. Wer ein wahres Feuerwerk der Actionmusik sucht, ist hier richtig bedient. Wer geistreiche und feine Actionmusik hören will, sollte zum ersten Score greifen.
Die Musik enthält wenig Themen die einem in Erinnerung bleiben. Vielmehr ist die Musik auf den Film abgestimmt, so beginnt der erste dröhnende Teil schon nach Fünfzehn Sekunden, als die Namen eingeblendet werden, dann eine dröhnenende Schnarrtrommel, die die Gefängnisszene untermalt und dann die rein elektronischen asiatischen Klänge die dem Zuschauer zu erkennen geben "Aha, es geht also nach Asien." Sogar die Vorbereitungsszenen für Rambos Auftrag oder andere Szenen ohne besondere Action werden mit heftiger Musik unterlegt. Ziemliche Außnahmen bilden die Stücke "07 - Geschichten" oder "20 - Tag für Tag". Ansonsten ist die Musik wie gesagt äußerst hart und actionreich. Den Abschluss bildet das von Stallones Bruder gesungene "Peace in my life", welches, finde ich, deutlich schlechter als "It's a long road" abschneidet. "Peace in my life" klingt unglaublich nach Achtziger, also hier entscheidet rein der persönliche Musikgeschmack über den Symphatiegehalt, den man diesem Stück entgegen bringt. Ich hätte gerne mal die Alternativversion des Abspanns von Goldsmith gehört, aber man kann nicht alles haben...
Die CD-Präsentation ist perfekt. Sie enthält die gesamte Musik des Films, auch die Stücke unter einer Minute Laufzeit. Die Musik ist chronoligisch nach dem Erscheinen im Film geordnet, was ich persönlich am Besten finde. Die CD wurde sogar um einige nicht verwendete und nicht erschienene Stücke erweitert, was immer noch ein besonderes Plus für den Hersteller darstellt. Das Booklet hat Acht Seiten und enthält einen kleinen Text zu jedem Stück auf der CD und ein paar nette Bilder. Da Booklets oft nicht besonders gestaltete werden ist dieses Exemplar eine gelungene Abwechslung, in die man gerne mal reinschaut.
Alles in Allem: Für Fans von Goldsmith und Actionmusik unbedingt empfehlenswert, Leute, die die Feinheiten an der Musik zum ersten Teil begeisterten werden vielleicht etwas enttäuscht oder verwirrt sein. Die CD hätte besser nicht gemacht werden können und ist absolut in Ordnung, also wer einmal einen komßpletten Goldsmith der speziellen Variante hören möchte, wird gut bedient sein.