John Wetton's Solo Alben waren rein musikalisch doch immer ein bisschen anders als die von Asia, obwohl die Songs der "Heat Of The Moment" Veteranen ebenfalls von Wetton stammen. Zumindest ein sehr großer Teil. Die Titel der bislang acht Soloplatten waren zeitweise einfach schwerer zugänglich. Erfinderischer Mainstream-Rock weniger mit dem Bombast und Pathos von Asia. Auch das Fehlen der ewigen Klangteppiche von Geoff Downes ebnen den musikalisch anderen Stil von Wetton. Auf "Raised In Captivity" werden wieder vermehrt die E-Gitarren ausgepackt. Die Songs sind sehr abwechslungsreich, melodiös und Wetton beweist einmal mehr, dass er auch mit 62 Jahren immer noch eine großartige Stimme hat. Viele Gastmusiker geben sich auf der Platte ein Stelldichein. Steve Morse (Deep Purple), Robert Fripp (King Crimson), Steve Hackett (GTR, Genesis),Tony Kaye und auch jener Geoff Downes, um nur einige zu nennen. Downes verzückt auf dem kürzesten Song der Platte "Steffi's Ring" mit Panflöten-Klängel at it's Best. Dennoch schöner Titel! Ein ganz besonderes Highlight auf dem Album ist das Duett mit der niederländischen "The Gathering" Frontfrau Anneke Van Giersbergen. Jenes "Mighty Rivers" könnte man fast als orchestrales Epos bezeichnen. Großartig. Auch der Opener "Lost For Words" knallt so genial dass man schon nach diesem ersten Song Lust auf mehr bekommt. Und das bekommt man. Es gibt keinen wirklichen Ausreißer auf dem knapp 1 stündigen Album und somit kann man die neue Scheibe von John Wetton nur wärmstens weiterempfehlen.
Besondere Anspieltipps: Lost For Words, Goodbye Elsinore, Steffi's Ring, The Devil In The Opera House, Mighty Rivers
Update: Der Song "Mighty Rivers" ist ein Cover der aus Produzenten und Musikern bestehenden Gruppe "Globus".
Im Grunde singt Wetton nur über das Original. Extrem geniales Lied aber dennoch etwas seltsam solch einen großartigen Titel mit der eigenen
Stimme kaum verändert (bis auf einige Gitarrenpassagen) auf die eigene Cd zu pressen. Und dennoch nochmal besser mit Wetton.