Ein Buch mit schönem Titel und enttäuschendem Inhalt: Das Buch beginnt mit der Lebensgeschichte des Autoren, die in knappe Unterkapitel gegeliedert ist. Da bildet oft schon eine halbe Seite ein Kapitel mit großer Überschrift. So wird ein ein an sich schmales Bändchen auf 160 Seiten "aufgeblasen". Vieles kann man Querlesen, zu vorhersehbar ist doch das Geschehen. Da wo es für den Leser interessant werden könnte, bei der Reise in die USA und der Begegnung mit einem indianischen Schamanen, bleibt der Autor bei dem kurzen Erzählstil. Da hätte ich mir mehr Vertiefung, mehr Inhalt gewünscht. Nun gut, der Autor besucht nach seinem Ausstieg aus dem Geschäftsleben fleißig Seminare, um fortan als "Seelenschamane" zu wirken. In dem Abschnitt, in dem er seine Art der Energiearbeit vorstellt, wird es ganz abenteuerlich. Da paart sich Unvermögen mit grobem Unfug. Wie in einem Kochbuch für Anfänger werden spirituelle Techniken zum "Nachkochen" beschrieben. Ein bißchen Räuchern, hier und da eine Lichtkugel platzieren, als Schutz einen Turmalin und alle sind geheilt. Nein, so einfach geht es eben nicht. Da liegt dann mal eben das Herzchakra auf Höhe des achten Halswirbels (der Mensch hat nur sieben Halswirbel!) und die äußerste Auraschicht entspricht dem Sakralchakra (nein, sie entspricht dem Kronenchakra). Ganz nett zu lesen ist das abschließende Kapitel über die Heilungen, die der Autor in seiner Praxis erzielte. Aber hier spricht mir zu viel Machertum aus den Beschreibungen und zu wenig Demut.
Noch ein Gedanke am Schluß: der Schirner Verlag sollte sich mal überlegen, ob er sich einen Gefallen damit tut, mehr auf Masse statt auf Klasse zu setzen. Das ist nicht das erste Buch dieses Verlages, dessen Inhalt ich recht dürftig finde.