Der in Kanada lebende Journalist Martin Popoff hat schon eine Reihe von Büchern über Heavy Rock im Allgemeinen sowie semi-legendäre Rockbands wie Rush, Blue Öyster Cult und UFO geschrieben. Nun also wagte er sich an jene Band heran, die zwischen 1975 und 1984 sowie noch einmal für kurze Zeit in den mittleren 90ern für Aufsehen sorgte.
Nachdem Gitarrist Ritchie Blackmore 1975 Deep Purple aus musikalischen und persönlichen Gründen verlassen hatte, gründete er flugs seine eigene Kombo Rainbow. Markenzeichen dieser Band waren neben hoch melodischem und dramatischem Hardrock die unterschiedlichsten Besetzungen, die zum Beispiel vier Leadsänger verbrauchten, und deren einzige Konstante Blackmore selbst war.
Martin Popoff zeichnet die Geschichte dieser Band, die für Albumklassiker wie RISING, LONG LIVE ROCK 'N' ROLL, DOWN TO EARTH, DIFFICULT TO CURE sowie für legendäre Songs wie "Man on the Silver Mountain", "Catch the Rainbow", "Temple of the King", "Tarot Woman", "Stargazer", "A Light in the Black", "Gates of Babylon", "Eyes of the World", "Vielleicht das nachster Zeit (Maybe Next Time)", "Can't Happen Here", "Difficult to Cure", "Stone Cold", "Street of Dreams" usw. usf. verantwortlich war, in sehr detaillierter Weise nach.
Das Buch besteht dabei im Wesentlichen aus (sich durchaus gelegentlich widersprechenden) persönlichen Erinnerungen fast aller ehemaligen Mitglieder der Gruppe, zu denen neben Ritchie selbst u.a. Ronnie James Dio, Roger Glover, Tony Carey, Cozy Powell, Graham Bonnett, Don Airey und Joe Lynn Turner gehörten.
Wer die Band mochte oder gar liebte, wird zweifellos seine Freude an diesem Buch haben und es in kürzester Zeit geradezu verschlingen.
Leser der deutschen Ausgabe seien allerdings gewarnt: Die wenig aussagekräftigen Fotos (alle in s/w) passen nicht immer zu dem Kapitel, in das sie hinein gesetzt wurden. Und dass in einem Buch, das Anfang 2008 erschienen ist, die alte deutsche Rechtschreibung fröhliche Urständ feiert (in dem z.B. kurzen Vokalen stets mit 'ß' statt mit 'ss' gefolgt wird), geht nun absolut überhaupt nicht.
Fazit: ein Fleißwerk für Liebhaber, für Leute, die sich gut auskennen. Alle anderen dürften daran weniger Vergnügen haben. Wer aber den teuren Preis für dieses Taschenbuch zu zahlen bereit ist, ist eh ein echter Fan und wird daher trotz gewisser Mängel absolut nicht enttäuscht sein, denn letztlich erhält er hier einen erhellenden und teilweise sehr spannenden Beitrag über ein wichtiges und zuvor nur unzureichend dokumentiertes Kapitel der Rockgechichte.