Es ist nicht das erste Mal, dass Hanna am Cape Flattery steht, doch vor fünf Jahren wurde sie von Jim, einem talentierten Pfahlschnitzer der Makah, begleitet. Nur wenig später ging er mit Hanna nach Deutschland, verließ sie jedoch nach sechs Monaten ohne zu wissen, dass sie schwanger war. Kurz darauf verschwand er spurlos.
Jetzt ist Hanna auf der Suche nach Jim. Sie will keine Forderungen an ihn stellen, ihn nicht dazu bewegen, mit ihr zurück nach Deutschland zu kommen. Sie will nur wissen, was aus ihm geworden ist um Antworten auf die Fragen ihrer 4-jährigen Tochter zu haben.
Doch kaum ihm Reservat angekommen, bricht das Geländer der Aussichtsplattform am Cape Flattery unter Hanna weg und sie findet sich an der Felswand hängend wieder. Nur durch die Hilfe des Makah-Indianers Greg kann sie einen tödlichen Sturz verhindern.
Er nimmt sich Hannas an, doch sobald er erfährt, wer sie ist - nämlich jene Frau, die Jim, der wie ein Bruder für ihn war, von seinem Volk losriss - macht sich Misstrauen in ihm breit. Greg ist schockiert und mehr als überrascht, als er erfährt, dass Jim gar nicht in Deutschland ist, wie im Reservat allgemein vermutet wurde. Hanna behauptet, er sei in seine Heimat zurückgekehrt ... nur, hier ist er offenbar nie angekommen.
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Antje Babendererde schreibt schon seit über 10 Jahren Jugendbücher. Respekt kann ich da nur sagen! Einige ihrer älteren Werke sind aus diesem Grund natürlich schon seit Jahren vergriffen, der Arena-Verlag hat nun aber "Der Pfahlschnitzer" von 1999 neu aufgelegt, mit neuem Titel, neuem Cover und komplett überarbeitet von der Autorin!
Da stellt sich natürlich die große Frage: Was taugt dieses Werk verglichen mit neueren Büchern wie "Die verborgene Seite des Mondes"?
Antwort: Es taugt tatsächlich was und zwar mehr als man meinen möchte. Besonders deshalb, weil die Protagonisten in "Rain Song" bereits erwachsen sind und deshalb ganz andere Probleme haben als die jugendlichen Hauptpersonen in den anderen Büchern der Autorin.
In "Libellensommer" und "Die verborgene Seite des Mondes" - die anderen beiden Babendererde-Bücher, die ich bereits verschlungen habe - schwingt immerzu dieses Gefühl der Ersten Liebe, des Neuen, mit. Doch obwohl Greg und Hanna beide bereits um die 30 sind, Hanna sogar schon eine kleine Tochter hat, wird die beginnende Liebesgeschichte zwischen ihnen sehr spannend und, wie ich meine, auch für das junge Lesepublikum sehr nachvollziehbar dargestellt.
Wie gewohnt, habe ich auch an diesem Babendererde-Buch nichts gefunden, das ich auszusetzten gehabt hätte. Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn ich über Antje Babendererde und ihre Bücher schreibe kann ich mich eigentlich nur noch wiederholen. Ich mag ihren Schreibstil, er ist klar und zeichnet jedes Mal ein allzu plastisches Bild des Geschehens vor meinem inneren Auge. Ihre Geschichten sind von Anfang bis Ende wunderbar durchdacht, spannend und prickelnd. Genauso wie ihre Charaktere. Hanna und Greg haben ihre Ecken und Kanten, beide müssen mit ihrer Vergangenheit fertig werden und sich harten Entscheidungen stellen.
Was die Indianer angeht: Ich habe es schon ein paar Mal erwähnt, ich bin kein großartiger Indianer-Fan, weil ich die ganzen Klischees ziemlich übertrieben finde. Antje Babendererdes Bücher mag ich deshalb, weil sie einen weiten Bogen um den ganzen Kitsch macht. Für ihre Bücher recherchiert sie offenbar sehr viel und mir scheint, sie bemüht sich wirklich, das Leben der heutigen Indianer darzustellen, wie es wirklich ist.
Das alles ergibt eine Mischung, der sich der Leser nur schwer entziehen kann. An alle, die noch immer kein Buch von dieser bemerkenswerten Autorin gelesen haben: Holt das unbedingt nach! Antje Babendererde ist großartig, eine der wenigen Autorinnen/Autoren, die ich ohne Bedenken jedem nur ausdrücklich empfehlen kann!
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Antje Babendererde erzählt eine fesselnde Geschichte mit einem äußerst überraschenden Ende!