Die USA im frühen 20. Jahrhundert: Der schwarze Jazzpianist Coalhouse Walker, jr. (Howard E. Collins, jr.) wird Vater, ohne etwas davon zu wissen. Die Mutter hatte in ihrer Verzweiflung das Baby im Garten eines Industriellen versteckt. Beide werden kurz nach einander gefunden, und beiden droht die Abschiebung in Heime. Die Industriellengattin (Mary Steenburgen) setzt sich aber dafür ein, dass sie erst einmal auf dem Anwesen bleiben können. Der Familienkonzern stellt Feuerwerk und andere Fest-Ausrüstung her. Als Walker auf der Suche nach seiner Freundin auftaucht, ist er sehr überrascht und er verspricht, mit Mutter und Kind eine Familie zu gründen und für die beiden sorgen zu wollen. Dank seines ausgeprägten Talents kann er sich ein kleines Vermögen als Grundstock verdienen, um bald zu heiraten. Ausserdem legt er sich ein Ford Model T zu. Obwohl er als Schwarzer mit eigenem Auto bei einigen Weissen Anstoss erregt, will er sich nicht beirren lassen. Dann aber gerät er in einen Rechtsstreit mit einem weissen Feuerwehr-Kommandanten, der klar mit rassistischen Ressentiments vorgegangen war. Dabei wird das Auto beschädigt. Walker verlangt Wiedergutmachung und muss dabei feststellen, dass er kaum Chancen hat, das Recht auf seine Seite zu zwingen. Zusammen mit einigen Verbündeten besetzt er in der Folge ein Museum und droht dieses zu sprengen, sollte man seinem Rechtsanspruch nicht folge leisten. Dabei gerät er allerdings an den ausgefuchsten alten Polizeichef (James Cagney), der ein geschickter Unterhändler ist und auch erst lernen muss, dass sich Walker nicht so leicht ins Bockshorn jagen lässt.
RAGTIME (Paramount Pictures, 1981) kann man durchaus als episch bezeichnen, denn der Bezug zu den Figuren ist sehr ausgeprägt und die Geschichte ereignisreich. Milos Forman beweist einmal mehr sein Gespür für Geschichten aus früheren Epochen und setzt sie auch hier gekonnt um. Beim vorliegenden Werk mit einer DVD-Laufzeit von 155 Minuten gelingt es ihm, die Spannung aufrecht zu halten und die verschiedenen Stimmungen gut auf das Publikum zu übertragen. Ausserdem wird die Zeit um den ersten Weltkrieg sehr überzeugend rekonstruiert. Es lohnt sich wirklich, sich Zeit für dieses heute leider fast vergessene Werk zu nehmen.
Man muss sich übrigens nicht viel mehr Zeit nehmen, als die Länge des Films beansprucht. Der Grund: DVD-Herausgeber Concorde war mit der Ausstattung wie meistens sehr zurückhaltend: 2 Stereo-Tonspuren in Deutsch und Englisch und durchgehende deutsche Untertitel (optional). Dazu gibt es eine kleine Auswahl an Trailern zu anderen Filmen. Weiteres Bonusmaterial sucht man vergeblich. Immerhin ist neben der Ton- auch die Bildqualität gut (Bildformat 2,35:1, 16:9). Fazit: die DVD verkauft ihren Film weit unter Wert. Das kann man punktemässig nicht höher werten als mit knapp 3 von 5 Trenchcoats und einem Beschluss auf bessere Verkehrsführung vor der Feuerwehrwache.