Zunächst einmal sollte man festhalten, dass dieser Film "The Dead Matter" heißt. "Rage 2" war eine weitere in einer Reihe von vollkommen unsinnigen deutscher Filmbetitelungen, wie sie eigentlich spätestens in den neunziger Jahren ausgestorben sein sollten. Denn mit dem Film "The Rage" hat dieser Film nur eines gemeinsam - den Soundtrack von Midnight Syndicate. Hinzu kommt dann noch ein von Fehlern durchsiebter Klappentext - da kann man nur hoffen, dass der Film doch hin und wieder in die richtigen Hände fällt.
Aber zur Sache: The Dead Matter ist das Werk des kreativen Kopfes von Midnight Syndicate, Edward Douglas. Bekannt für ihre Halloween Musik, die schon immer ein wenig wie Soundtracks zu nicht existierenden Filmen anmutete, haben Midnight Syndicate nun die Konsequenzen gezogen und (mal anders herum) einen Film zur Musik geschrieben. das Ergebnis ist eine schöne, solide Horror-Produktion mit Anlehnung an diverse Klassiker. Und ebenso wie diese Klassiker, nimmt sich auch The Dead Matter nicht immer ganz ernst.
Mittelpunkt des Films ist ein ägyptisches Artefakt, ein Skarabäus, der Macht über die Toten verleiht. Kein Wunder, dass von Vampiren bis zu Vampirjägern gleich mehrere finstere Gestalten danach auf der Suche sind. Gefunden wird das Artefakt jedoch von einer Gruppe junger Hobby-Okkultisten während einer Seance im Wald. Gretchen, die gerade ihren Bruder in einem Autounfall verloren hat, sieht in dem Skarabäus ihre letzte Chance, die Vergangenheit ungeschehen zu machen. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Horror-Filme sollen ja nicht zwingend schön sein - aber eben schön gemacht. The Dead Matter ist kein Splatter-Film, noch ein klassischer Vampir- oder Zombiestreifen - er bewegt sich irgendwo zwischen diesen Sub-Genres. Was dabei das Ganze nicht albern wirken lässt, ist der oben erwähnte, subtile Humor und die Liebe zum Detail. Und wer sich die Zeit nimmt, wird nach einem eher ruhigen Anfang plötzlich in eine überraschende, durchweg skurrile Geschichte hinein gezogen, die sowohl Spaß als auch Schock-Momente präsentieren kann. Deutlich spürbar ist in der Produktion sowohl die Affinität von Regisseur Douglas zum Genre, als auch das sichere Händchen für Produktdesign und Effekte von Tom Savini (der legendäre Effekte-Guru, der schon bei Night of the Living Dead Trends setzte und schließlich dem übercoolen "Sex Machine" in From Dusk Till Dawn" Leben einhauchte). Savini brilliert dazu in einer herrlichen Nebenrolle, die das überzeugende Darsteller-Team weiter bereichert.
Dies ist kein Blockbuster und soll es auch nicht sein. Wer aber gerne Horror-Filme sieht, dies sich etwas abseits des Genre-Mainstreams bewegen, der liegt hier goldrichtig. Der "hauseigene" Soundtrack von Midnight Syndicate macht das Werk rund und zu einem idealen Begleiter für das nächste Halloween.
Fazit: Wärmstens zu empfehlen - einfach die dämlichen deutschen Vertriebsfehler in Titel und Klappentext ignorieren, für die es einen Punkt Abzug gibt...