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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 13.12.2002
Rezensent Hans Jakob Meier zeigt sich recht angetan von Pierluigi De Vecchis Studie über Raffael. De Vecchi geht es darin Meier zufolge nicht allein um Biografie und ausgeführtes Werk, sondern auch um Raffaels künstlerische Geburt, um die Entwicklung und Umformung der Bildideen, die Raffaels Werk vorangingen. So zeige der Autor Raffael in seiner lebenslangen Auseinandersetzung mit Leonardo und Michelangelo, und skizziere das Bild eines analytisch studierenden Geistes, der, so Meier, "nur sich selbst verpflichtet bleibt, rasch aufnimmt oder abstößt, was er durchdrungen hat, der seine bleibenden künstlerischen Paten wie Rivalen mit kritischer Ökonomie studiert." Dass De Vecchi entschiedener als üblich Raffaels Zeichnungen in den Mittelpunkt rückt und so unmittelbar zu Raffaels Schaffensschritten vordringt hält Meier für "lehrreicher und nötiger" als die Neubewertungen von anerkannt bedeutenden, doch traditionell umstrittenen Werke Raffaels. Er hebt hervor, dass De Vecchi Raffaels Skizzen zu "aufschlussreichen Entwurfssuiten" der Madonnen, der großen Zyklen der vatikanischen Stanzen und der Transfiguration gruppiert: "Hier sind", erklärt Meier, "in exemplarischer Anschaulichkeit, Raffaels früher und völliger Bruch mit der eigenen Schulung zu sehen, die der entwerfenden Skizze eine strikt dienende Rolle beschied."
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Kurzbeschreibung
In der Reihe der Monographien großer Maler würdigt dieser prächtige Band das überragende Werk des genialen Renaissancekünstlers in einem profunden Text und großzügiger Inszenierung farbiger, vielfach ganzseitiger Abbildungen.Raffaello Santi (Urbino 1483-1520 Rom) verkörpert, neben seinen Zeitgenossen Leonardo da Vinci und Michelangelo, das Künstler- und Menschenbild des uomo universale der Renaissance par excellence. Durch sein malerisches Werk, aber auch als Architekt und Graphiker schon zu Lebzeiten zu höchsten Ehren gelangt, überstrahlt der Nimbus des »Meisters der Grazie« die Kunstgeschichte durch die Jahrhunderte. Der Band erschließt dem Leser und Betrachter alle Stationen dieser kometenhaften Künstlerkarriere. Schauplatz von Höhepunkt und Vollendung seiner Laufbahn ist Rom, die Hauptstadt der Hochrenaissance, wo Raffael sich Ende 1508 niederläßt und mit einem ungeheuren Arbeitspensum, Ämtern und Ruhm überhäuft wird. Gestützt auf eine profunde Kennerschaft reflektiert der Autor Raffaels Lebenswerk, als dessen wesentliche Komponenten eine neue klassische Formensprache, ein rhythmisch bewegter Bildaufbau, ein metaphysischer Begriff von Schönheit, geistige Durchdringung und unerschöpfliche Erfindungs- und Gestaltungskraft geltend gemacht werden. Im Zusammenhang mit Handzeichnungen und Kartons wird die Konzeption der großen malerischen Kompositionen und Raffaels kritische Auseinandersetzung mit Vorbildern der Natur und Kunst anschaulich gemacht.