Jede Stadt hat ihre Stärken und Liebenswürdigkeiten. So auch Stuttgart, und so manche sind es. Und doch gibt es auch die Schattenseiten. Bei Stuttgart ist eine davon die krasse Diskriminierung von Radfahrerinnen und Radfahrern durch die "schwarze" städtische Verwaltung. Leider muss man es so deutlich sagen. Subventioniert werden die Parkhäuser, schneegeräumt zunächst nur die Autostraße. Die Radwege in die Nebenstraßen abgeschoben. Perverse Auswüchse sind die Folge: das Rad wird ins Auto gepackt, um "draußen" leistungsradzufahren, statt einfach so, gesund und umweltfreundlich damit morgens zu pendeln.
Damit man dennoch lebend das schöne Radeln genießen kann, die versteckten Nebenrouten entdeckt statt auf Stadtautobahnen zu leiden, dafür gibt es hier eine Hilfskarte. 1:75.000 heißt, dass man Routen rund um Stuttgart planen kann und auch grob während der Fahrt Orientierung findet (bei Feinabstimmung gerade innerhalb von Orten ist ab und an Fragen ganz sinnvoll bzw. die Beschilderung wird langsam auch besser). Grob kommt man den Neckar hinunter bis Heilbronn oder schräg nach Schwäbisch Hall. Im Südwesten wäre Herrenberg anzusteuern ... also, die klassischen S-Bahn-Endhaltestellen zum Herausfahren sind schon dabei. Halbwegs trainierte Langstreckenfahrer werden jedoch auch noch die Anschlusskarte(n) bestellen oder Schlaufen drehen dürfen, denn so weit sind solche Strecken dann auch wieder nicht. Für Neuanfänger: der Neckar ist zwischen hinter Tübingen und vor Marbach von hässlichen Gewerbegebiet-Furunkeln und Häusle-Melanomen verunziert, doch ab etwas vor Marbach radelt es sich einfach wunderbar an Wasser und Weinberg. Auch der Schönbuch ist gut mit Bahnen erreichbar und ein Naherholungsgebiet. Und einmal um Stuttgart herum ist der Radelthon sogar halbwegs vernünftig ausgeschildert.
Praktische Karte - für ein leider immer noch von der Verwaltung her radlerunfreundliches Gebiet immer noch nötig.